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zum Uebertritte mahnten und verschiedene deutsche Heeresabtheilungen
schon von Napoleon abgefallen waren. Allein da der Koͤnig nicht
wollte oder durfte, hielten auch die Krieger ihre angelobte Treue bis
zur Leipziger Schlacht und folgten, obschon mit groͤßtem Widerwillen,
den Fahnen Napoleon's. Nur ein Bataillon, unter dem Commando
des Majors von Buͤnau, ging schon fruͤher, am 23. September 1813,
zu den Preußen uͤber. — Die Sachsen standen damals, etwa dreizehntausend
Mann stark, mit einem französischen Corps verbunden, in
den Dörfern Reuden und Rotta bei Wittenberg. Alle waren höchst
unzufrieden mit dem Gange der Dinge, insonderheit auch mit dem
Zwiespalt, dem Uebermuth und der schlechten Disciplin der Franzosen.
Das Bataillon König stand in der Nacht vom 22. bis 23. September
eben auf Vorposten und dem Feinde ganz nahe. Was Wunder,
wenn es die Gelegenheit und die Dunkelheit der Nacht benutzte und
an die gegenüberstehenden Preußen sich anschloß! — Die Uebrigen
blieben zwar noch beim französischen Heere; aber als bald darauf
der Kaiser selbst von Dresden herbeikam und die Franzosen ihn mir
lautem Vivat empfingen, war bei der sächsischen Abtheilung tiefe
Grabesstille, und Napoleon, der es wohl bemerkte, blickte voll Ingrimm
auf die stummen Reihen. — So dauerte die lästige Verbindung
und der gezwungene Dienst fort bis zur Völkerschlacht im October,
und als diese begann, wollte allerdings Napoleon die Sachsen,
denen er mißtraute, nach Torgau zurückschicken. Allein es war nicht
möglichz die Wege dahin waren schon vom Feinde besetzt, und so erfolgte
nun, was sich vermuthen ließ: die ganze sächsische Division ging,
hauptsächlich um ihrem Vaterlande und dem Könige ein mildes Loos
zu erringen, bei Braunsdorf zu den verbündeten Russen, Preußen
und Schweden über.
24. September.
Leipziger Melten.
„Unser wahres Handelsherz, wo alle Adern des Verkehres und
Gewerbfleißes zusammentreffen, ist Leipzig, dessen Messen weltberühmt
sind,“ sagt Engelhardt in seiner Vaterlandskunde. Laßt uns
darum jetzt, wo die Michaelismesse bereits begonnen hat, Einiges
über Leipzig und seine Messen hören. — Leipzig scheint schon zu
Heinrich's des Vogelstellers Zeit als Burg wenigstens entstanden zu
sein; als feste Stadt aber unter dem Namen Lipzk kommt es erst
unker Otto dem Reichen, dessen Lieblingsstadt es gewesen zu sein
scheint, im zwölften Jahrhundert vor. Damalc hatte es sechstausend