Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1842. (33)

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bei  stuͤrmischer  Witterung  keine  Flagge  weht,  so  darf  der  Schiffer  gar  nicht
einsegeln,  sondern  muß  auf  der  Rhede  vor  Anker  gehen  oder  die  See  halten.
8.  4.

Sobald  der  Lootse  an  Bord  kommt,  ist  der  Schiffer  schuldig,  ihm  die
rechten  Marken,  wie  tief  sein  Schiff  liegt,  und  ob  dasselbe  noch  außerdem
einen  losen  Kiel  (Unterkiel)  habe,  anzugeben,  sowie  uͤber  alle  auf  den  Zustand
des  Schiffs  und  der  Mannschaft  Bezug  habende  Gegenstaͤnde  gewissenhaft  Auskunft
  zu  ertheilen.

d.  53.

Mit  den  ergangenen  gesundheitspolizeilichen  Vorschriften  hat  sich  der
Schiffer  angelegentlich  bekannt  zu  machen  und  dieselben  zur  Vermeidung  der
auf  die  Uebertretung  geordneten  gesetzlichen  Strasen,  genau  zu  befolgen.  Es
sind  jedoch  auch  die  Lootsen  verpflichtet,  sogleich  bei  ihrem  Eintreffen  den  Schiffer
von  seinen  Obliegenheiten  in  dieser  Hinsicht  noch  besonders  zu  unterrichten.

F.  6.

Den  Anweisungen  des  Lootsen  ist  der  Schiffer  zu  folgen  und  daher  auch
an  dem  Ort  Anker  zu  werfen  verpflichtet,  den  ihm  der  Lootse  auf  der  Rhede
anweisen  wird,  wenn  Umstände  das  Einbringen  des  Schiffs  nicht  gestatten.  Beim
Einlaufen  aber  ist  dem  Lootsen  die  Leitung  des  Schiffs  gänzlich  zu  überlassen,  und
der  Schiffer  den  Anordnungen  desselben  auf  das  Genaueste  zu  folgen  verbunden.

Sollte  der  Lootse  jedoch  bei  Führung  des  Schiffs  Fehler  machen,  die
das  Schiff  in  Gefahr  setzen,  und  sich  nicht  warnen  lassen,  so  steht  es  dem
Schiffer  frei,  mit  Uebereinstimmung  des  nach  8.  2.  zu  versammelnden  Schiffsraths
  dem  Lootsen  die  Direktion  abzunehmen.  Ein  solcher  Fall  muß  aber  von
dem  Schiffer  gleich  nach  seiner  Ankunft  dem  Haupt-Zollamte  zur  weitern  Untersuchung
  angezeigt  werden.

.
Kein  Schiffer  soll  auf  der  Rhede  Ballast  auswersen,  ohne  dazu  die  Genehmigung
  des  Ober-Lootsen  erhalten  zu  haben.

.8.
Der  auf  der  Rhede  oder  im  Hafen  vor  Anker  gehende  Schiffer  muß
seinen  Anker  mit  einer  senkrecht  uͤber  demselben  schwimmenden  Boje  versehen.

8.  9.

Jede  absichtliche  oder  aus  grober  Fahrlaͤssigkeit  veruͤbte  Beschaͤdigung  oder
Verruͤckung  der  Seetonnen  hat  eine  gerichtlich  zu  erkennende  Strafe  von  50  bis
200  Thlr.  neben  dem  Ersatz  des  verursachten  Schadens,  zur  Folge.  Zufaͤllige
Beschaͤdigungen  dieser  Marken,  sowie  die  auf  der  Rhede  und  im  Fahrwasser
von  dem  Schiffer  oder  seiner  Mannschaft  entdeckten,  der  Schifffahrt  nachtheiligen
Dinge  muͤssen,  sobald  der  Schiffer  ans  Land  kommt,  dem  Ober-Loocsen  sogleich
angezeigt  werden.

g.  10.