Full text : Medizinal-Statistische Mittheilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamte. Erster Band. (1)

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gemahnet  mich  seiner  als  eines  närrischen  menschen
Stieler;  neuer:  cinen  bauren  ..  der  mich  allerdings
an  meinen  knän  im  Spessart  gemahnete  Simpl.  1,  343;
dic  anzahl  zuschauer  gewmahnte  mich  nicht  anders  als
ein  groszer  haufe  fliegen  um  einen  milchtopf  2,  276;
es  gemahnet  mich,  als  wenn  ich  in  Frankreich  wäre
Stieler;  ich  weisz  nicht,  wie  du  mich  heute  gemahnest
  (wie  du  mir  vorkommst)  Adelung;  das  hausgesctz
  gemahne  doch  stark  an  die  cine  und  untheilbare
republik  der  Franzosen  Treitschke  2,  369;  mit  persönl.
Dat.  statt  des  Acc.:  es  ahnet  mir,  und  gemahnet  mir,
dasz.  Nückert  7.  Makame.

Gemälde,  n.  gemaltes  Bild,  ahd.  gimälidi,  mhd.
gemæœlde  (neben  ahd.  gimali,  mhd.  gemel,  was  im  ältern
uhd.  gemül,  z.  B.  Simpl.  3,  13  u.  ö.,  fortlebt);  in  der
älteren  Spr.  auch  auf  Zeichnungen  bezogen,  in  der
neueren  auf  das  farbige  Bild,  zumal  das  Olbild  eingeschränkt;
  kupferstiche  nach  beruhmten  gemählden
Goethe  Wahlverw.  2,  5;  übertragen  —  Bildnis,  Gleichuis:
  da  hastu  cin  schon  bild  uud  gemeld  wie  gott  die
todten  auferwecken  wird  Luther  15.  Cap.  der  1.  Ep.
an  die  Corinther  1534;  jetzt  —  lebendige  Beschreibung,
Schilderung:  ein  gemülde  der  sitten,  fremder  lander
entwerfen;  weleh  ein  gemählde  macht  dieses  einzige
wort  Wieland  Ag.  12,  3;  graut  dir  vor  diesem  Karl?
ekelt  dir  sechon  vor  dem  matten  gemälde  Schiller
Ränb.  1,  3;  auch  —  Schein,  im  Gegensatz  zum  Wesen:
schlasende  und  todte  sind  nur  gemülde  Macb.  2,  4.  —
Zusammensetzungen:  Gemäldcausstellung,  t.,-galeric,  ..,
sammlung,  k.,  Ausstellung,  Galerie,  Sammlung  von
Gemälden.

Gemarkung,  k.  Marken,  Grenze  und  Gebiet  einer
Gemeinde  als  Ganzes,  zuerst  bei  Campe  als  landschastliches
  Wort  ausgeführt,  jetzt  allgemein:  kam  von  viclen
sachen  niebts  üher  die  gemarkung  hinaus  Immermann
  Münchh.  4,  116;  so  begehn  die  spieler  des
orts  gemarkung  Keller  Werke  9,  230.  vgl.  das  ältere
markung.

Gemäß,  n.  Maß,  Maßart:  falsch  gemäsz  geben.
Frisch;  Dresdener,  Frankfurter  gemäsz  Adelung.  —
gemäß,  gleichen  Maßes,  entsprechend,  ahd.  gimszi,  mhd.
gemaze:  swer  in  (den  Frauen)  niht  lobes  gan  und
sprichet  wol  als  in  gemaze  wære  Iv  Ringgenberg
4;  achtests  deiner  maiestet  nicht  gemes  jemand  zu
verdammen  Weish.  Sal.  12,  15;  wie  es  dem.  gesetz
gemes  war  2.  Macc.  0,  23;  das  ist  der  gröszten  tugend
gemäüsz  Steinbach;  wende  dein  gespräch  auf  gegenstände
  diesem  ort  gemäszer  Goethe  nat.  Tocht.  1,1;
der  mensch  versteht  nichts  als  was  ihm  gemäsz  ist
Wanderj.  1,  3;  vgl.  dazu  kunst-,  natur-,  pflicht-,  sach-,
standesgemäsz  u.  a.,  auch  demgemäsz;  als  Adv.;  habender
instruetion  gemest  Simpl.  3,  301;  der  natur  gemäsz
leben,  dem  befehle  gemäsz  Steinbachz  jetzt  auch  mit
Gen.:  gemäsz  lhres  schreibens;  gemäsz  des  orhaltenen
austrags,  bazu  auftrags-,  befehlsgem#sz  u.  a.  —  Gemäßheit,
  f.  gemäße  Art:  g.  der  lebensweise;  in  g.  des  erholtenen
  befebls.

Gemäner,  u.  Manerwerk,  mhd.  gemiure:  alleen,  zu
deren  seite  die  beschnittenen  hecken  wie  grune  gemüner
  liefen  Gandy  Erz.  35;  besonders  altes  Mauerwerk:
  aus  diesem  alten  gemäure  Wieland  Liebe  um  L.
2,  71;  trug  ich  gewächse  heran,  pflanzt  am  gemäuer
sie  ein  Geibel  5,  89;  dazu:  und  reit't  in  blitz  und
wetterschein  gemäuerwerk  entgegen  Goethe  d.  untreue
  Knabe.

Gemein,  allen  eigen;  alltäglich,  gewöhnlich,  niedrig;
gemeingermanisches,  nur  im  Nordischen  sehlendes  Wort,
Foth.  gamains,  altengl.  gemæne,  altsächs.  gimöni,  abd.
Kimeini,  mhd.  gemeine,  urverwandt  zu  lat.  com-münis

Gemälde  —  gemein.

für  altes  com-moinis  (eigentlich  demselben  Schutzverbande

angehörig,  vg  moenia  aus  moinia  Schutzwall,  münire
beesigeng-  Be

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wandt  oder  gehörig,  allen  gemeinsam;  in  alter  Spr.
von  Personen:  goth.  gamains  allaize  nasjands  der  gemeinsame
  Retter  Aller  Skeir.  I;  ahd.  (Gott)  dien  da
allen  kimeine  pist  Notker  Pf.  64,  7;  später  zumal  von
Gegenständen  oder  gegenständlich  Gedachtem,  und  gern
an#  genosenschaltlichen  oder  bürgerlichen  Verband  bezogen:
  das  gemeine  wohl,  wesen;  der  gemeine  seckel;
gemeiner  pfennig,  Abgabe  des  16.  Jh.;  brauche  der  gemeinen
  teutschen  sprach  Luther  Tischr.  412-;  worfen
sie  in  das  gemeine  gefengnis  Ap.  Gesch.  5,  18;  eine  gemeine
  stewer  Röm.  15,  26;  man  hielt  ain  gemaine  lantschaft
  Aventin  2,  43;  gemeiner  kasten,  gemeine  guter,
weide,  strasze  Stieler;  gemeiner  diener,  minister
nublieus  ebd.;  auf  dic  gemeinc  straszen  Hohberg
3,  1,  65°5;  helft  den  gemeinen  feind  mir  niederbalten
Schiller  Wallenst.  Tod  1,  5;  sagt,  was  ihr  .  geschaftt
und  für  gemeine  sach  geworben  Tell  2,  2;  das  recht
ist  ein  gemeines  gut  Uhland  100;  von  wegen  des  gemeinen
  nutzens  Immermann  Münchh.  1,  138  (vorher
zum  öflentlichen  nutzen  137);  das  gemcine  recht,  allgemeine
  in  Deutschland  zur  Geltung  kommende  Rechtssätze,
  soweit  nicht  Land=  oder  Partikularrechte  entgegen.
stehen;  —  in  weiterem  Sinne,  ohne  Gedanken  an  jenen
bürgerlichen  Verband,  in  neuerer  Spr.  lieber  durch  gemeinsam
  ersetzt:  waren  bei  einander,  und  hielten  alle
ding  gemein  Ap.  Gesch.  2,  41;  es  war  jnen  alles  gemein
1,  32;  gemeine  hand  bawet  alle  land  Henisch;  gemeine
  wand,  paries  communis  Stieler;  wir  wollen
ewig  niemals  gemeine  sache  machen  Schiller  Räub.
5,  2;  man  braucht  nicht  des  geldes:  die  blumen  des
feldes  sind  allen  gemein  Lied  von  Salis;  (sie)  beklagen
  mit  mir  unser  gemeines  geschick  Goethe
Euphrosyne;  strasgelder  ..  die  ein  jeder  übertreter  in
eine  gemeine  buchse  entrichten  sollte  W.  Meister  3,  4;
am  häufigsten  jetzt  noch  in  der  Formel  etwas  gemein
haben  mit  einem;  wir  haben  im  grunde  nichts  gemein
mit  einander  Werther  2;  —  oder  =  allgemein:  es  gehet
ein  gemein  geschrei  1.  Cor.  5,  1;  so  ist  die  gemein  sag
Garg.  43;  das  gemeine  menschenschicksal,  an  welchem
Wir  alle  zu  tragen  haden  Goethe  Du  W.  15;  früher
etwas  gemein  machen,  publicare,  in  publicum  edere
Stieler;  er  mwachet  das  gemein,  was  jenen  wissend
War  im  orient  allein  Rist  Parn.  433;  vgl.  auch  insgemein,
  2)  gewöhnlich,  in  gesellschastlichem  Sinne,  dem
Hochstehenden  gegenüber  gestellt,  zumal  in  den  Verbindungen
  der  gemeine  mann,  das  gemeine  volk;  di  geweine
  dit  Jeroschin  20401;  der  adel  wolt  vornen
dran:  die  andern  gemeinen  knechte  mustend  dahinden
stan  Sempacher  Lied;  der  gemeine  pöbel  Hiob  21,  29;
(wo)  redensarten  und  verrichtungen  des  gemeinen  pöbels
vornebmen  personen  untergeschoben  werden  Schiller
10,  210;  hat  die  königin  doch  nichts  voraus  vor  dem
gemeinen  burgerweibe  M.  Stuart  2,  2;  an  den  gemeinen
leuten  Ranke  Pänste  2,  40;  auch  ein  gemeiner  edelman
  (Gegensatz  zum  hohen  Adel)  Simpl.  2,  156;  ein
gemeines  Wirthshaus,  wo  sonst  dergleichen  güste  (Fürsten)
nicht  einkehren  Hebel  2,  108;  militärisch:  der  gemeine
soldat;  offiziere,  unteroffiriere  und  gemeine;  —  außerhalb
  des  gesellschastlichen  Sinnes,  gewöhnlich,  wie  es
den  Durchschnitt  oder  das  Alltägliche  bildet:  lugen  ist
gemein  bei  ungezogen  leuten  Sir.  20,  26;  unverstand
der  unter  den  gewaltigen  gemein  ist  Pred.  Sal.  10,  5;
die  gemeine  vörtel  ..  die  man  brauchet  Simpl.  1,  246;
gemeine  sache,  gemeine  art  zu  reden,  gemeiner  gebrauch
  Stieler;  schlagen  Sie  der  gemeinen  welt  ein
schnippchen  Issland  Mann  v.  Wort  5,  5;  er  ist  ein
mann  von  verstande,  aber  von  ganz  gemeinem  verstande
  Goethe  Wertber  2;  bei  einer  nicht  gemeinen
schönheit  Wieland  Sylv.  3,  10;  im  gemeinen  leben,
in  der  gemeinen  sprache;  das  gemeine,  Gewohnheitsmäßige,
  schwunglos  Alltägliche:  aus  gemeinem  ist  der

gemein.

d.  1)  einer  verbundenen  Anzahl  zuge=  menseh  gemacht,  und  die  gewohnbeit  neunt  er  seine