Full text : Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation. Band 36. Sechste Abtheilung: Die kleinen deutschen Höfe. Zweiter Theil. (36_6_2)

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hat,  auch  durch  Gastfreundlichkeit  hervor.  „Geselliger
und  gastfreier“,  schrieb  schon  ver  „reisende  Franzos“,  der
Mainzer  Risbeck,  der  Mecklenburg  im  Jahre  1780
besuchte,  „fand  ich  noch  keinen  Adel,  als  den  von  Mecklenburg,
  besonders  in  und  um  Güstrow.  Er  ist  auch
mit  der  feinen  Lebensart  und  der  großen  Welt  so  unbekannt
  nicht,  als  Ihr  wohl  wähnt.  Die  Tafeln  sind  hier
vortrefflich  besetzt  und  man  findet  viel  Leute  mitunter,
die  eine  große  practische  Kenntniß  vom  Hofleben  haben.
Die  Literatur  ist  über  alle  Stände,  die  über  dem  Pöbel
sind,  ausgebreitet.  Die  Frauen  wissen  nichts  vavon,
was  Ton  geben  heißt.  Sie  haben  nichts  von  dem
Vordringlichen  und  Herrischen,  und  auch  nichts  von
der  Eroberungssucht  unserer  Landsmänninnen.
sind  sanft,  nachgiebig  gegen  ihre  Gauen,  still  und
züchtig.  Allein  alles,  was  sie  reden,  ist  so  naiv  und
herzig,  daß  mir  der  Witz  unserer  berühmtesten  Gesellschafterinnen
  im  Contrast  damit  anekeln  würde."“
Sechszig  Jahre  nach  Risbeck,  1842  noch  erkannte
Lüders,  der  doch  gegen  die  mecklenburgische  Indolenz
der  Bürger  und  namentlich  gegen  die  mecklenburgische
Insolenz  des  Adels  schrieb,  die  guten  Seiten  der  Mecklenburger
  an:  „Mecklenburg,  schreibt  er,  wo  man  nicht
sparsam  und  genau,  sondern  aus  Lollen  Kammern  und
aus  vollem  Beutel  wirthschafter,  ist  ein  so  gastliches
Land,  im  Charakter  seiner  Bewohner  sind  Geradheit,
Biederkeit,  Offenheit,  männliche  Tugenden,  tiefe  Gemüthlichkeit,
  herzliche,  unerschöpfliche  Gutmüthigkeit  vorherrschend.
  Mecklenburgs  Adel  hat  sich  weit  weniger  wie
der  Adel  anverer  Länder,  durch  Staatölakaien=  und

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