42.
Frankfurt 10. Dec. ös.
Geliebteste Malle
Du bast richtig vorausgesehn in Deinem Briefe an Johanna,
daß Oeine Güte noch für eine Weihnachtskommission in Anspruch
genommen werden würde. Ich möchte Johanna ein Armband
schenken; die Gattung, die mir vorschwebt, ist breit, platt,
panzerartig, biegsam, aus schachbrettartig zusammengefügten kleinen
viereckigen Goldstücken bestehend, ohne Juwelen, reines
Gold, so schwer, wie es für etwa 200 Th. zu haben ist. Findest
Du eine andre Form, die Oir besser gefällt, so habe ich alles Zutrauen
auf Deinen Geschmack. Was grade Mode ist, bat um
deshalb für mich nicht den Dorzug; man behält dergleichen
doch länger, als die Mode dauert. Es giebt hier derartige Armbänder
genug; aber bei Silbersachen wenigstens habe ich mich
überzeugt, daß man hier für fagon doppelt soviel nimmt als in
Berlin, und mit dem Gold wird es ähnlich sein. Sei so gut und
laß es an „Sofrath Kelchner, Hreuß. Gesandschaft“ adressiren,
mit eingelegter Zuschrift an mich, sonst denkt der alte Herr, daß
es eine kleine Aufmerksamkeit für ihn ist.
Johanna wird Oir geschrieben baben, wie wir KRinderkrankheiten
durchmachten, und mir steckt seit ochen Erkältung und
Wagenkatarrh im leibe; ich weiß nicht, ob viel oder wenig schlafen,
Diät oder Unmäßigkeit, Stubensitzen oder Jagd mir helfen
oder schaden, ich wechsle mit alle dem aus Gesundbeitsrücksichten
ab. Ueber meine Oersetzung oder SEntlassung ist wieder alles
still; eine Feitlang schien mir Hetersburg sicher, und ich hatte mich
mit dem Gedanken so vertraut gemacht, daß ich eigentlich Ent-6#t