hinziehen. Und Zurufe, die keine Freundlichkeit mehr in
sich tragen. Die ewige Wiederkehr der dummen Schlag—
worte dieser Tage, mit denen einer sich vor dem anderen
großtut, in denen Auflehnung und Renitenz sich groß—
mäulig ausleben: „Messer her!“ „Haut ihm!“ „Blut
rühren!“
Aufgehalten werden wir nirgends.
Einmal passieren wir einen Viehtransport, der von
Landsturmleuten getrieben wird. Ein alter Landsturmkerl,
der dicht neben dem Auto hergeht und eine rote
Fahne über seinen Ochsen schwingt, schimpft laut auf
mich ein: die Offiziere seien an allem schuld — gefeiert
haben sie — und er sei halb verhungert! — Das geht
mir denn doch über die Hutschnur, und ich sage diesem
elenden Burschen dermaßen Bescheid, daß er zitternd und
schreckensbleich eine Ehrenbezeugung nach der anderen
macht. — Pack, das niemals vor dem Feinde gestanden
hat und jetzt Revolution spielt!
Kurz vor Vroenhoven sehen wir die letzten deutschen
Truppen: einen Landsturmposten, der sich Marschrich—
tung Heimat davonmacht.
Und bei Vroenhoven halten wir dann im holländi—
schen Draht.
Mit heißen Schlägen hämmert mir das Herz, wie
ich jetzt aus dem Wagen springe. Ganz klar bin ich mir,
daß die wenigen Schritte Raum da vor mir entscheidend
sind. Und wie in einen einzigen Augenblick zusammen—
gepreßt jagen all die grausam harten Bilder der letzten
Tage noch einmal an mir vorüber: Spa — und der
Kaiser — der Feldmarschall, Gröners Gesicht — mein
Schulenburg, der, unerschütterlich, immer wieder sich
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