224 Englische Revolution. Zeitalter Ludwigs XIV. 2c.
anhöhe, stürmen, die mit Kanonen bespickt war. Alle Anstrengungen
waren vergebens, jeder neue Sturm vermehrte nur die Zahl der Geopferten,
und gerade jetzt brach Laudon mit seinen Oesterreichern hervor,
die noch gar nicht in das Gefecht gekommen waren. Dieser Angriff
brachte die Preußen in Unordnung, die bald zur wilden Flucht wurde,
als auch die Russen vorwärts gingen. Der König war einer der letzten
auf dem Schlachtfelde; nur 100 Husaren unter dem Major Prittwiz
begleiteten ihn und brachten ihn glücklich durch die Feinde. Am Tage
nach der blutigen Schlacht konnte Friedrich kaum 4000 Mann zusammenbringen;
die andern lagen auf dem Schlachtfelde (unter ihnen der Dichter
Kleist) oder waren gefangen oder zersprengt; Friedrich selbst hielt
alles verloren, und in der That wäre Kunnersdorf sein Waterloo gewörden,
wenn ihn die Russen nur verfolgt hätten. Diese thaten es
aber nicht, zum Theil den Oesterreichern zum Verdrusse, zum Theil aus
Rücksicht für den Thronfolger Peter, zumal Elisabeth nicht mehr lange
leben konnte. Es gelang dem König, die Reste seines Heeres zu sammeln
und durch Werbungen zu verstärken. Doch trafen ihn abermals
neue Unfälle; 10,000 Mann unter General Fink wurden bei Maren
abgeschnitten und gefangen, Dresden wurde von General Schmettau
übergeben, der dem Könige die drei Millionen Thaler in der Kriegskasse
retten wollte. Friedrich belagerte Dresden vergebens, denn die Oesterreicher
übergaben die Stadt nicht, obwohl sie Friedrich schonungslos
bombardierte.
Auch das Jahr 1760 fing für ihn unglücklich an. Laudon vernichtete
8000 Mann unter Fouquet bei Landshut im Riesengebirge,
nahm die wichtige Festung Glatz weg und belagerte Breslau. Nun
eilte Friedrich aus Sachsen herbei und besiegte den 5. Juni den ihm
allein ebenbürtigen Gegner bei Lieguiz. Am 3. November lieferte er
die Rettungsschlacht bei Torgau; denn wenn er diese nicht gewann, so
vereinigte sich die russische Armee mit der österreichischen und dann war
er verloren; sie war blutig und wurde erst bei hereinbrechender Nacht
durch den Husarengeneral Ziethen zu Friedrichs Gunsten entschieden.
Die letzten Kriegsjahre.
Pubertsburger Friede (21. Tebr. 1763). Pariser -Triede (10. Febr. 1763).
Doch hielt sich Friedrich die folgenden Jahre nur mit Mühe und
mußte unterliegen, wenn der russische Oberbefehlshaber Butturlin hätte
schlagen wollen. Trotzdem eroberte Laudon fast unter den Augen des
Königs die wichtige Festung Schweidniz durch einen nächtlichen Sturm
und Friedrich mußte hinter Breslau zurückweichen. Da rettete ihn der