werde. Unterbringung der Reserven, Verkehr zur Front und Oerschleben
der Artillerte würden dadurch gefahrloser. In der jetzigen Lage lasse sich
der Menschenverlust nicht herabmindern. Der Angriff koste vlelleicht noch
ein größeres Opfer, später werde der Einsatz geringer werden.
Der Führer der Angriffsgruppe Ost endlich, General v. Lochow, der
den ersten siegreichen Ansturm an der Spitze seines III. A. K. erlebt und
seither eingehendste Renntnie aller Rampfoerhältnisse sich angeeignet hatte,
kam zu demselben Ergebnis wle früher sein Vorgänger, General v. Mudra.
Er sah kein Zell in der Welterführung des bieherigen Angriffe. Man
könne dem Feinde weder die Wrdbeobachtungsmöglichkeiten in seinem
Festungsgelände nehmen, noch verhindern, daß sich aus der Fortnahme des
Forts Souwille dieselben wochenlangen schweren Rämpfe und hohen Verluste
ergäben wie beim Fort Daur. Wie General v. Mudra wollte er also zu einem
allmählichen, abschnittsweisen Seranarbeiten übergehen und die Derbesserung
seiner Stellungen nicht durch Sturm gegen das offene Zöhengelände,
sondern östlich ausholend gegen das Zwischenwerk La Kauffée und den
Abschnitt der Dicourt-Ferme herbeiszuführen suchen.
Wäre die vom General v. Falkenhapn geforderte „ernste Erwägung
des tatsächlichen Abbruche der Offensive“" von mir und meinem Chef
einstimmig dahin beantwortet worden, daß nach Wegfall aller Doraussetzungen
für das Festhalten an dem bisherigen Angriffesentschluß die
Offensive eingestellt, wenn nicht gar der Rückzug in die für strikte VDerteidigung
günstigere Ausgangsstellung hingenommen werden müsse, so
hätte die O. Z. K. jedenfalls vor klaren Derhältulssen gestanden.
Da aber mein Chef meine Uberzeugung von der Nutzlosigkeit
weiterer Angriffe nicht teilte und beim General v. Falkenhapn wegen
seiner anerkannten Willenestärke und militärischen Fähigkeiten erheblichen
Einfluß hatte, so faßte dieser am 21. August seine Antwort auf unsere
Sammeleingabe vom 18. August in folgendes Fernschreiben an meine
Heeresgruppe: .
„Die Gesamtlage macht es unbedingt erforderlich, bei dem Gegner
im Maas---Gebiet den Eindruck lebendig zu erhalten, daß die Offensive
dort deutscherselts nicht aufgegeben ist, sondern spstematisch fortgesetzt
wird. Wie dieses angesichts der notwendigen Einschränkung der Mittel
im einzelnen erreicht werden soll, kann nur das Oberkommando der
Seeresgruppe selbst entscheiden. Sterbei soll aber berücksichtigt werden,
15 Mronprun Wilbelm, Meine Erinnerungen. 225