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Seiten der Behörden, Referenzen bei den Kaufleuten rc., allenthalben
unter der Voraussetzung der bona fides des Thäters. Nach diesen
Gesichtspunkten wird auch vie Frage zu beantworten sein, inwieweit
durch die Vertraulichkeit einer Aeußerung die Strafbarkeit derselben
ausgeschlossen wird.
§ 194.
Die Verfolgung einer Beleidigung tritt nur auf Antrag
ein. Die Zurücknahme des Antrages (§§ 185—193) ist zulssig.
Bgl. oben § 64.
Die 85 194—198 behandeln nur die Berechtigung zum Strafantrage,
ohne den Thatbestand der Beleidigung selbst zu berühren.
Das Citat (§s§ 185—193) ist beigefügt worden, um auch den
Fall des § 189 hineinzuziehen.
Der Anfang der Vollstreckung ist bei Geldstrafen erst die Zahlung,
nicht bereits die Zahlungsauflage.
195. s
Sind Ehefrauen oder unter väterlicher Gewalt stehende
Kinder beleidigt worden, so haben sowohl die Beleidigten, als
deren Ehemänner und Bäter das Recht, auf Bestrafung anzutragen.
Während in § 65 nur die gesetzliche Vertretung des unselbstfländigen
Verletzten in Antragsfällen geregelt wird, wird in § 195
ein concurrirendes und selbständiges Antragsrecht eines Dritten,
ohne daß dieser selbst unmittelbar durch die That verletzt ist, eingeführt.
So kann in den Ubrigen Antragsällen der Ehemann, wenn
seine Ehefrau die Verletzte ist, weder als gesetzlicher Vertreter seiner
Ehefrau, noch als Mitverletzter selbständig Strafantrag stellen,
wohl aber neben seiner Chefrau — unabhängig von dem Strafantrage
derselben — dann selbst denunciren, wenn der Ehefrau eine
Beleidigung zugefügt worden ist. Ebenso kann der Vater nach §8 65
für den volljährigen Haussohn einen Strafantrag wegen eines wider
ihn begangenen Antragsdelicts nicht stellen, mit alleiniger Ausnahme
des Falles in § 195. Es nähert sich vaher der Fall des
§5 195 den Fällen der sog. mittelbaren Injurie.