Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1857. (48)

Werthangabe.

Verpadung.

Wenn  der  Werth  einer  Sean  2  angegeben  werden  soll,  so  muß  derselbe  bei
Briesen  in  der  Ausschrist,  bei  anderen  Sendungen  in  der  Aufschrist  der  Begleitadresse
und  des  zugehörigen  Packels  ersichtlich  gemacht  werden

II.  Die  Angabe  des  Werths  hat  in  der  Reichswährung  zu  erfolgen.  Der  angegebene
  Betrag  soll  den  gemeinen  Werth  der  Sendung  nicht  übersteigen.

III.  Bei  der  Versendung  von  kurshabenden  Papieren  ist  der  Kurswerth,  welchen
dieselben  zur  Zeit  der  Einlieferung  haben,  bei  der  Versendung  von  hypothekarischen
Papieren,  Wechseln  und  ähnlichen  Dokumenten  derjenige  Bekrag  anzugeben,  welcher  voraussichtlich
  zu  verwenden  sein  würde,  um  eine  neue  rechtsgültige  WMuesertigung  des  Dokuments
zu  erlangen  oder  um  die  Hindernisse  zu  beseitigen,  welche  sich  der  Einziehung  der  Forderung
  entgegenstellen  würden,  wenn  das  Dokument  verloren  ginge.  Entspricht  die  Werthangabe
  den  vorftehenden  Regeln  nicht,  so  kann  die  Sendung  zur  Berichtigung  zurückgegeben
  werden.  Aus  einer  irrthümlich  zu  hohen  Werthangabe  darf  ein  Anspruch  auf  Erstattung
  des  entsprechenden  Theiles  der  Versicherungsgebühr  nicht  hergeleitet  werden.

Der  Vermerk  über  Postnachnahme  gilt  nicht  als  Werthangabe.  Nachnahmesenbunge
  werben  daher  nur  dann  als  Werthsendungen  behandet,  wenn  auf  der  Sendung
außer  dem  Nachnahmebetrage  ausdrücklich  ein  Werth  angegeben  ist.

Ueber  Sendungen  mit  Werthangabe  wird  eine  Einlieferungsbescheinigung  ertheilt.

8.  B.

I.  Die  Verpackung  der  Sendungen  muß  nach  Maßgabe  der  Beförderungsstrecke,
des  Umfangs  der  Sendung  und  der  Beschaffenheit  des  Inhalts  haltbar  und  sichernd  eingerichtet
  sein.

II.  Bei  Gegenständen  von  geringerem  Werth,  welche  nicht  unker  Druck  leiden  und
nicht  Fett  oder  Feuchtigkeit  absetzen,  ferner  bei  Akten=  oder  Schriftensendungen  genügt  bei
einem  Gewichte  bis  zu  3  Kilogramm  eine  Hille  von  Packpapier  mit  angemessener  Verschnürung.


III.  Schwerere  Gegenstände  mässen,  insofern  nicht  der  Inhalt  und  Umfang  eine
festere  Verpackung  erfordern,  mindestens  in  mehrsachen  Umschlägen  von  starkem  Packpapier
verpackt  sein.

V.  Sendungen  von  bedeutenderem  Werth,  incbesanere  solche,  welche  durch  Nässe
Reibung  oder  Druck  leicht  Schaden  leiden,  z.  B.  Spihen,  Seidenwaaren  te.,  müssen  nach
Maßgabe  ihres  Werihs,  Umsangs  und  Gewichts  in  genügend  sicherer  Weise  in  Wachsleinwand,
  Pappe  oder  in  gut  beschaffenen,  nach  Umständen  mit  Leinen  überzogenen
Kisten  2c.  verpackt  sein.

V.  Sendungen  mit  einem  Inhalte,  welcher  anderen  Postsendungen  schädlich  werden
könnte,  müssen  so  verpackt  sein,  daß  eine  solche  Beschädigung  fern  gehalten  wird.  Fässer
mit  Flüssigkeiten  müssen  mil  starken  Reisen  versehen  sein.  Kleinere  mit  Flüssigkeiten  angefüllte
  Gefäße  (Flaschen,  Krüge  2c.)  sind  noch  besonders  in  festen  Kisten,  Kübeln  oder
Körben  zu  verwahren

VI.  Wenn  in  Folge  sehlerhafter  Verpackung  einer  Sendung  während  der  Veförderung
  eine  neue  Verpackung  nöthig  wird,  so  werden  die  Kosten  dafür  von  dem  Em-