Full text : Deutsches Wörterbuch. Dritter Band R-Z. (3)

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er  kommt  nieht;  in  rechtlicher  Spr.:  kfur  eine  sebuld,
einen  schuldner  gut  sagen;  die  unendliche  erbarmung
(würde)  bankerot  werden,  wenn  sie  für  meine  schulden
all  gut  sagen  wollte  Schiller  Räub.  J,  2;  sich  von
einem  los  sagen,  vgl.  unter  los,  auch  in  sreierem  Sinne:
er  hat  sich  von  dieser  gesellschaft  losgesagt;  —  anklagen,
  beschuldigen:  daz  wil  ich  uber  lat  sagen  af
iuch  beide  Engelb.  3903,  vgl.  aussagen;  —  etwas
Wichtiges,  Wesentliches  vorbringen:  man  musz  wenig
reden,  aber  viel  sagen.  er  plandert.  spricht  den  ganzen
tag,  und  sagt  doeh  nichts  Adelung;  in  Verbindung
mit  wahr  =  voraussagen,  prophezeien,  vgl.  zusammengerücktes
  wahrsagen;  von  Unpersönlichem,  —  bedeuten:
das  will  nichts,  vicl,  alles  sagen;  was  ein  irrlicht  sagen
wollte  Gellert  Fab.  3,  26;  nichtssagende  mienen,
blicke.,  worte,  redensarten;  ihre  frommen,  nichtssagenden
augen  Wieland  Amad.  16,  16;  —  von  Wichtigkeit
sein:  tausend  thaler  wollen  schon  viel  sagen  Adelung;
es  hat  nichts  zu  sagen,  wird  keine  erhebliche  Folgen
haben,  das  hat  viel  zu  sagen  ebd.;  die  paar  bedienten
wollen  nichts  sagen  Goethe  Aufger.  J.  2.  Schweizcrisch
#oinem  oder  einem  dinge  sagen,  einen  oder  etwas  benennen:
  hängt  sich  dem  ärgsten  hallunken  an  den
rucken,  dem  man  borr  sagt  J  Gotthelsf  Schuldenb.  181;
niedliche  backfische  .  man  sagt  ihnen  auch  hafenbraten
  Keller  Werke  §.  75.

Sägen,  die  Säge  handhaben,  ahd.  sagön,  segon.
mhd.  sagen,  segen:  serrare  sagen,  sacgen,  segen,  sechin,
sesgen,  serrans  segende,  sagbende  Dief.;  tranf.:  das
holz  sügen,  das  holz  läszt  sich  sügen  Steinbach;
übertragen  aus  ungeschickte  ähnliche  Bewegungen,  in
scherzhaften  Wendungen:  brot,  fleisch  sägen,  wenn  man
mühsam  das  Messer  handhabt;  die  geige,  bratsche,  das
cello  sägen,  schlecht  und  derb  spielen;  die  darmsaiten
sägen  Goethe  Rameaus  Neffe;  sägt  auch  nicht  zu
viel  mit  den  hünden  durch  die  luft  Shakespeare  Hamlet
3,  2;  von  einem  Schnarchenden:  er  sägt.  —  sagenhaft,
einer  Sage  gemäß  oder  ähnlich:  weltgeschichten,  vom
duft  der  ferne  sagenhaft  verklärt  Heyse  1,  192.  —
Säger,  m.  einer  der  sägt;  Besitzer  oder  Leiter  einer
Sägemühle:  Name  eines  Tauchervogels.  —  Sago,  m.
eßbares  mehlartiges  Mark  einer  Palme;  malaischer
Name:  ein  fein  mehl,  welches  sie  auf  ihre  sprache
(der  Insel  Ternate)  sagge  neunen  Hulsius  2,  99;;  bei
Adelung  sagu.  sego,  sago  als  Nenutr.

Sahne,  k.  Milchrahm,  mbd.  sane,  im  Ablaut  zu
senne  (s.  d.),  dunkler  Abkunft;  soppa  san.  rem,  rom
Dief.;  felderdbeern  in  der  sahn“  Voß  Luise  1,  181;
bei  Steinbach  der  sahn  und  sahm  neben  die  sahne;
eino  guto  milch,  oder  sohm  oder  rhaum,  oder  rohm,
wie  es  etliche  nennen  Coler  Hausb.  1,  131;  im  Bilde:
matt  wie  die  fliegen  aus  der  sahne  Gandy  Erz.  178.
—  Sahnenkäsc,  m.  aus  Sahne  bereiteter  Käse.  —  sahnig,
Sahne  enthaltend:  sabnige  milch.

Saite,  f.  klingender  Draht  oder  aus  Darm  gedrehter
Faden  eines  Tonwerkzeugs;  ahd.  seito  Masc.,  seita
Fem.,  mhd.  seite  Masc.  und  Fem.;  kin  Wort  mit  ahd.
seito,  altengl.  sũda  Strick,  zunächst  stehend  dem  ahd.
Neutr.  seid  Strick,  Schlinge,  in  weiterer  Beziehung  zu
scil  und  den  dort  genannten  Wörtern;  die  unberechtigte
Schreibung  saite  ist  seit  17.  Ih.  eingeführt,  um  das
Wort  von  seite  zu  unterscheiden.  cor###,  sides,  seyte,
scyt,  soyde,  sait,  seitte  Dief.;  an  Tongeräten:  harfen
von  acht  seiten  1.  Chron.  16,  21;  wie  die  seiten  anf
dem  psalter  durch  einander  klungen  Weish.  Sal.  19,  17;
sobald  die  kleinen  fingor  die  saiten  (der  Geige)  zu
drucken  vermochien  Freytag  Erinn.  57:  geigen-,  guitarren-,
  klavier-aiten  u.  s.  w.;  gern  das  Tongerät  selbst
vertretend,  im  Plur.:  d0  klungen  since  seiten,  daz  al
daz  hüs  erdo  Nlb.  1773;  der  saiten  scherz  Hagedorn
Od.  1.  2;  da  seblug  der  greis  dio  saiten  Ubland  390;
auch  im  Sing.:  swie  der  seite  erklinget  Minncs.  2,  57“;

sägen  —  Saite

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da  der  spielman  auf  der  seiten  spielet  2.  Kön.  3,  15;
(ur  blieb)  saite  niecht,  noch  schatt  (ich  bin  weder
änger  noch  Krieger  mehr)  Uhland  285;  es  heißt  die
sniton  aufriechen  (Keller  Sinnged.  205),  spannen,
stimmen,  anschlagen,  rühren,  orklingen  lassen;  der  risz
gespannter  saiten  Müllner  Schuld  1,  1;  (die  Hand)
hat  der  leier  zarte  saiten  ..  gespannt  Schiller  Kran.
des  Ibyk.;  in  bildlichen  Formeln:  fur  und  für  auf  einem
seciten  ligen  oder  schlahen  Maaler;  immer  aul  oiner
saite  leyrren  Frisch;  dast  ich  meine  saiten  nunmehr
immer  so  hoch  spannen  könne,  als  ich  wollo  Lessing
an  EKönig  1776;  dasz  ich  selber  diese  sait'  ihm  anzuschlagen
  bereits  versucht  Nath.  3,  9;  wir  wollen
diese  saite  nicht  mebr  beruhren  Wieland  Sylov.  3,  2;
vater  und  mutter  zichen  gelindere  saiten  aul  Schiller
Kab.  3,  1;  in  freierem  Bilde:  die  liebe  lief  mit  schaudernder
  hand  uber  alle  saiten  seiner  seelo  Goethe
W.  Meister  1,  17;  empfindung  ist  schwingung  einiger
saiton  Schiller  Näub.  5,  1;  —  an  andern  Geräten,
saite  eines  bogens,  zum  Schießen,  bei  Hut-,  Uhr-,
Büchsenmachern;  durch  die  saiten  des  garns  sauset  das
webende  schitt  Schiller  Spaz.  111.  —  Zusammenfetzungen:
  Saitenbezug,  m.  Beziehung  eines  Instruments
mit  Saiten,  und  Gesamtheit  der  dazu  gehörigen  Saiten.
—  Soaiteninstrumcut,  n.  Tonwerkzeug  mit  Saiten  bespannt.
  —  Saitenspiel,  n.  Spiel  auf  Saiten,  so  gespieltes
  Stück  und  Instrument,  mhd.  scitspil,  acitespil.
secitenspil:  spielete  Davidmit  allerlei  seitenspiel
von  tennen  holz  2.  Sam.  6,  5;  wein  und  seitenspiel  erfrewen
  das  herz  Sir.  40,  20;  mit  seitenspil  hofiren  Garg.
86;  bildlich:  unsrer  seelen  zartes  saitenspiel  Schiller
Karl.  1,  2;  dazu  Soaitenspieler,  m.  Osfenb.  18,  22.

Sakrament,  n.  kirchliches  Gnadenmittel,  mhd.  sacrament,
  aus  lat.  sacramentum  übernommen;  nach  katholischer
  Auffassung  sieben  sakramente;  dio  siben  sacrament
  Garg.  34;  nach  protestantischer  zwei,  sakrament
der  taufe,  des  abendmahls;  vom  Abendmahl  das  sakrament
  schlechthin:  Sie  mussen  ..  das  sakrument  darauf
nehmen,  diesen  brief  für  einen  freiwilligen  zu  erkennen
Schiller  Kab.  3,  6;  darauf  will  ich  das  sacrament
nehmen  Heyse  9,  258;  als  Schwur,  Fluch:  da  ..
schwerst  gotts  tauf,  gotts  sacrament  Alberus  Fab.
13,  101;  fluchen  viel  tausent  sacrament  Garg.  98;  in
zahlreichen  Verstümmelungen:  sackerment!;  drei  schritte
von  der  sakorments-leiter  Schiller  Räub.  2,  3;  sapperment!
  ebd.;  schlapperment  Stieler;  potz  hundert
tausend  sack  voll  endten  Simpl.  3,  158;  sackerlot!;
sapperlot!  u.  a.  Dazu  sackermentern,  fluchen:  sie  sackermenterten
  hinter  mir  her  Freytag  Soll  2,  215;  sackermenter,
  verwünschter  Kerl,  in  niedriger  Spr.

Salamänder,  m.  1)  Name  einer  Eidechsenart,  der
man  die  Fäbigkeit  zuschrieb,  im  Feuer  zu  dauern,  mhd.
salamander  als  Masc.  und  Fem.;  über  das  lat.  salamandra
  aus  pers.-arabifchem  samandar  (von  samand
feuerrot)  entlehnt;  übertragen  auf  Elementargeister,  die
im  Feuer  hausen:  verschwind  in  flammen,  salamander!
Goethe  Faust  1.  2)  studentisch  einen  salamander  reiben.
Bezeichnung  einer  besonderen  Trinksitte;  Alter  und  Name
dasür  sind  dunkel;  in  der  Zeitschrist.  zur  guten  Stunde",
2.  Jahrgang  (1899),  Nr.  26,  wird  sie  ohne  genaue
Begründung  auf  studentische  Bursen  des  16.  Ib.  zu
Bologna  zurückgeführt  und  mit  dem  volksitalienischen
salameleecho  (far  i  suoi  salamelocchi,  steiffeierlich  grüßen),
das  aus  dem  saracenischen  Gruße  salem  aleikum  zurückgelieben
  sei,  in  Zusammenhang  gebracht;  deutsche

tudenten  hätten  von  dort  die  Sitte  auf  einheimische
Universitäten  übertragen  und  den  unverstandenen  Namen
umdeutend  verstümmelt.

Salat,  m.  (betont  sálat  und  saldt),  mit  Salz  und
Essig  angemachte  Speise,  mhd.  saldt,  aus  ital.  ealnta,
insalata  (eingesalzenes  Essen)  übernommen;  von  Fleisch-"peisen:
  gebraten  latfohren  gut  zum  salat  Garg.  101;

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Saitenbezug  —  Salat.