Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1857. (48)

—  638  —
Artikel  2.

Die  Königlich  Preußische  Regierung,  von  dem  Grundsatze  ausgehend,
daß  das  Unternehmen  wesentlich  als  ein  Preußisches  zu  betrachten  sei,  har  der
Thuͤringischen  Eisenbahngesellschaft,  von  welcher  im  beiderseitigen  Einverstaͤndnisse
  die  Vorarbeiten  fuͤr  die  im  Artikel  1.  bezeichnete  Eisenbahn  von  Weißenfels
  nach  Gera  besorgt  worden  sind,  die  Konzession  zum  Bau  und  Betriebe
dieser  Eisenbahn  bereits  verliehen,  wogegen  andererseits  die  Fürstlich  Reuß-Mauische
  Regierung  die  Zusage  ertheilt,  die  Thüringische  Eisenbahngesellschaft
auch  ihrerseits  zum  Bau  und  Betrieb  der  dem  Fürstlichen  Gebiete  angehörenden
  Bahnstrecke  unter  gleich  günsligen  Bedingungen  zuzulassen  und  das  Statut
dieser  Gesellschaft  und  seine  publizirten  Nachträge  anzuerkennen.

Artikel  3.

Hinsichtlich  der  Zeit  der  Ausführung  der  Eisenbahn  von  Weißenfels
nach  Gera  sind  beide  Regierungen  darüber  einverstanden,  daß  die  Thäringische
Eisenbahngesellschaft  nach  Maaßgabe  des  Preußischen  Gesetzes  über  die  Eisenbahnunternehmungen
  vom  3.  November  1838.  anzuhalten  isi,  die  Bahn  innerhalb
  einer  angemessenen  Frist  fertig  zu  stellen.

Artikel  4.

Im  Allgemeinen  werden  die  von  der  Thüringischen  Eisenbahngesellschaft
vorgelegten  Vorarbeiken  als  Grundlage  des  Bauprojektes  für  das  Unternehmen
  anerkannt.  Die  Genehmigung  und  Feststellung  der  Bahnhofsanlagen  und
der  einzelnen  Bauwerke  und  die  Veränderung  der  Bahnlinien  in  den  einzelnen.
Theilen,  unbeschadet  der  Hauptrichtung,  bleiben  innerhalb  eines  jeden  Stkaatsgebieres
  der  betreffenden  Regierung  vorbehalten.  Die  Fürstlich  Reug-Plauische
Regierung  spricht  jedoch  schon  jetzt  ihre  Genehmigung  der  von  der  Gesellschaft
vorgelegten  Projekte  zu  den  Bahnhöfen  und  Bauwerken,  sowie  der  Bahnlinie
für  das  Fürstliche  Gebiet  unter  dem  Vorbchalt  aus,  daß  die  von  der  Thüringischen
  Eisenbahngesellschaft  etwa  noch  gewünschten  Veränderungen  der  Bau-Eneorke
  nachträglich  zur  Genehmigung  vorzulegen  sind.

Artikel  5.

Hinsichtlich  der  Bauausführung  ist  man  ferner  insbesondere  dahin  übereingekommen,
  daß  die  Spurweite  vier  Fuß  acht  und  einen  halben  Zoll  Englischen
  Maaßes  im  Lichten  der  Schienen  betragen  und  daß  der  Unterbau  sofort
durchgängig  in  der  für  ein  doppeltes  Schienengeleis  erforderlichen  Kronenbreite
übereinstimmend  mit  der  der  Thüringischen  Eisenbahn  ausgeführt  werden  soll.

Artikel  6.

Die  Königlich  Preußische  Regierung  übernimmt  unter  Mitvertretung  der
Fürst=