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Probeimpfungen.
In Königsberg i. Pr. wurden Probeimpfungen soweit angängig stets in der
Anstalt vorgenommen.
Die Stettiner Lymphe wurde vor der Versendung stets auf ihre Wirksamkeit
geprüft.
In Halle a. S. konnte der Ertrag fast sämmtlicher Kälber auf seine Wirksamkeit
geprüft werden, indem bei den öffentlichen Impfungen der an demselben Tage versendete
Impfstoff gebraucht und auch von den Anstaltsärzten bei ihren Privatimpfungen
das gleiche Verfahren beobachtet wurde.
Jede Lymphesorte wurde in Hannover unmittelbar nach der Herstellung zur
Prüfung auf das Vorhandensein von Erysipel-Erregern auf ein Kaninchenohr verimpft
und zwar stets mit negativem Erfolge. Auch gelangten die Probeimpfungen an Erstimpflingen
ähnlich wie im Vorjahre zur Ausführung.
Von keinem Thiere wurde in München Stoff abgegeben, der nicht einer mehrfachen
und zweifellosen Vorprobe an einer Anzahl von Impflingen unterworfen worden
war. Diese Vorprobe ließ die Ausscheidung des Stoffes von 3 Kälbern wegen mangelhafter
und ungenügender Wirkiamkeit nothwendig erscheinen.
Die Anstalt in Dresden ließ die Versendung der fertigen Lymphe erst nach dem
Ausfall der ersten eigenen, damit vorgenommenen Impfungen beginnen.
In Frankenberg waren bei einigen Kälbern Probeimpfungen nöthig, weil sich
die Pusteln schmal und trocken entwickelt hatten.
In Stuttgart wurden während der Impfzeiten an Kindern, sonst an Thieren
Probeimpfungen angestellt.
Auch in Cannstatt gelangten Probeimpfungen, dringende Fälle ausgenommen,
siets vor dem Versandt zur Ausführung.
In Karlsruhe wird durch Probeimpfungen mit der Lymphe eines jeden frisch
geschlachteten Thieres über deren Wirksamkeit genaue Kenntniß erlangt.
Probeimpfungen wurden in Darmstadt fast mit allen Impfstoffnummern angestellt.
Da nur durch diese Impfungen ausgedehnte Mißerfolge zu verhülen sind, so
bedauert der Bericht, daß für einige Stoffe die Impflinge mangelten.
Auch in Schwerin und im Impfbezirke Weimar wurden Probeimpfungen vorgenommen.
Ebenso wurden in Bernburg wiederum Probeimpfungen zahlreich angestellt, um
die Wirksamkeit und Haltbarkeit des mit Thierlymphe erzeugten Impfstoffes. zu erproben.
In Lübeck fielen die in der Regel vor der Abgabe der Lymphe gemachten Probeimpfungen
stets günstig aus.
Wie früher, so kamen in Bremen auch im Berichtsjahre Probeimpfungen nicht
in Anwendung.
6. Die Wirksamkeit des thierischen Impfstoffes.
Impfergebnisse.
Ueber die Erfolge der Impfungen mit der in den Anstalten hergestellten Thierlymphe
enthalten die Berichte die aus den zum Theil unvollständig gemachten Angaben
der Impfärzte ermittelten, nachfolgend unter J bis III wiedergegebenen Mittheilungen: