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Deutschlands Geschicke ebenso segensreich werden sollte, wie vormals die Freundschaft
von Luther und Melanchthon, von Schiller und Goethe."
Nächst diesen beiden finden wir im Hauptauartier der schlesischen Armee
noch eine Reihe von talentvollen und hochbegabten Männern, welche wenigstens
dem Namen nach anzuführen wir nicht unterlassen dürfen, wie den gegendkundigen,
schwunglosen und nüchternen, aber satirischen Müffling, der die
Schwächen der großen Männer des Hauptquartiers in engerem, kameradschaftlichem
Kreise nicht selten in Wort und Bild verspottete, dem General von Blücher
persönlich unsympathisch, weil er ihm einst zu jener — gleichwohl ehrenvollen —
Kapitulation von Ratkau (Seite 218) geraten hatte, ferner den feingebildeten,
durch zahlreiche treffliche Werke als Militärschriftsteller ausgezeichucten Oberst
Rühle von Lilienstern und viele jüngere Offiziere, die erst in späterer Zeit
zu Berühmtheit gelangten.
Es gehörte die heroische Jovialität und die unwiderstehliche Thatkraft
eines Blücher dazu, um diese verschiedenartigen Kräste, unter denen es anch,
wie wir sogleich hören werden, an widerstrebenden Elementen nicht fehlte, in
seine Bahnen mit fortzureißen.
Die schlesische Armee bestand aus dem preußischen Corps des Generallieutenants
von York und den beiden russischen Corps der Generallieutenants
von Sacken und Graf Langeron. Wir kennen den eisernen York und seine
Heldenthaten aus jüngster Zeit, denen er bald neue hinzufügen wird; er war
ein verdienter General und ausgezeichneter Führer, aber — ein schwieriger
Untergebener, der die Maßnahmen des Oberbefehlshabers gern bekrittelte, voll
Mißtrauens gegen die von ihm so genaunten „Kraftgenies“ des Hauptquartiers,
die, wie es ihm schien, mit den Kräften der Truppen oft ein unverantwortliches
Spiel trieben. Aber York war doch Preuße, ein ganzer und voller
Preuße, und seine Bedenken verstummten, sobald es die Ehre Preußens in der
Schlacht zu vertreten galt. Blücher kannte den alten Isegrimm sehr wohl, und
er ließ ihn ruhig brummen. „Der ork ist ein giftiger Kerl,“ sagte er, „er
thut nichts, als räsonnieren; aber wenn es losgeht, dann beißt er an wie keiner.“
Etwas anders stand es mit den russischen Generalen, die sich ohnehin
nur ungern dem Oberbefehl eines Preußen fügten, sahen sie doch Preußen
immer noch nur als eine Hilfsmacht neben Rußland an. General von Sacken
stand noch unter dem Spruch eines Kriegsgerichts wegen Ungehorsams gegen
den General von Bennigsen in dem Winterfeldzuge von 1806/7, welchen der
Naiser bisher noch nicht bestätigt hatte; er zeigte sich jedoch in diesem Kriege
voll Eifer und Kampfesmut und kam den Anordnungen der Oberleitung bereitwillig
nach. Graf Langeron, ein zur Zeit der Revolution ausgewanderter
französischer Edelmann, der in russische Dienste getreten war und im Türkenkriege
bereits eine Zeitlang selbständig den Oberbefehl geführt hatte, empfand