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Das deutsche Reich und seine einzelnen Glieder.
lich der päpstlichen Frage, bezüglich der Schule und Ehe entschieden auf den katholischen
Standpunkt sich stelle, 2) daß er für gesetzliche Regelung der Arbeiterverhältnisse
auf christlicher (kirchlicher) Grundlage stimme, 3) daß er — für
den Fall der Annexion des Elsaß — dahin wirke, daß die Bevölkerung dieses
Landes gleichfalls Vertretung im Reichstage finde, sowie 4) daß die Rechte,
welche die preußische Landesverfassung den Katholiken gewährt, auch auf unser
engeres Vaterland ausgedehnt werden, 5) daß endlich, sollte auf dem Reichstage
die Frage über den Einheitsstaat zur Abstimmung kommen, hierüber
unserm Abgeordneten völlig freie Hand gelassen werde, ob er dafür oder
dagegen sich entscheiden wolle.
8. Febr. (Elsaß.) Die Wahlen zur franz. Constituante fallen ganz
radical und französisch aus.
9. „ (Bayern.) II. K.: Der Justizminister zieht den der Kammer
vorgelegten Entwurf eines Strafprozeßgesetzes mit Rücksicht auf Art. 4
Ziffer 13 der Reichsverfassung zurück.
12. „ (Deutsch-franz. Krieg.) Zusammentritt der franz. Nationalversammlung
in Bordeaux.
Es wird deutscher Seits befohlen, die Pariser Forts auf 6 Wochen
zu verproviantiren.
13. „ (Preußen.) Abg.-Haus: genehmigt eine Gesetzesvorlage, durch
welche die preußische Regierung ermächtigt wird, dem deutschen Reich
im Falle des Bedürfnisses 50 Millionen Thaler zur Fortführung des
Krieges vorzuschießen.
" " (Preußen.) Die Regierung ist offenbar nicht gewillt, die Beschlüsse
des vaticanischen Concils als auch sie bindend anzuerkennen.
In einem Bescheid an den kathol. Volksverein in Breslau spricht sich
der Cultusminister v. Mühler dahin aus:
„ .... Unter Berufung auf die geschichtliche Entstehung des Gymnasiums
wird von den Petenten die Meinung ausgesprochen, daß durch das Verhalten
jener Lehrer (gegen die Infallibilität) der stiftungsmäßig katholische Character
der Anstalt bedroht werde. Diese Auffassung kann ich um deßwillen nicht
theilen, weil die Gründung des katholischen Gymnasiums zu Breslau und
die Widmung der zu seiner Unterhaltung dienenden Stiftungen auf Zeiten
zurückweist, denen eine Festsetzung über den dogmatischen Inhalt des Vaticanischen
Concils fremd war, und weil die betheiligten Gymnasiallehrer
denjenigen Standpunkt bisher nicht verlassen haben, welcher Jahrhunderte
hindurch und bis zum Jahre 1870 allgemein als der katholische anerkannt
worden ist.“
14. „ (Deutsch-franz. Krieg.) Die Festung Belfort schließt einen
Waffenstillstand ab, um eine Capitulation zu vereinbaren.
15. „ (Deutsch-franz. Krieg.) Jules Favre und Bismarck schließen
eine Zusatzconvention zum Waffenstillstand vom 28. Januar ab, durch
welchen dieser auch auf den südöstl. Kriegsschauplatz ausgedehnt wird.
" " (Preußen.) Herrenhaus: lehnt die Gesetzesvorlage bezüglich des
Volksschulwesens in Hannover ab.
" " (Bayern.) II. Kammer: nimmt das Finanzgesetz für 1870
und 1871 einstimmig an.