Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1864. (55)

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und  zwar  hinsichts  der  Vermessung  und  des  Nivellements  ein  vereibeter  Feldmesser
  oder  nöthigenfalls  ein  Vermessungsrevisor,  hinsichtlich  der  ökonomischen
Fragen  zwei  ökonomische  Sachverständige,  denen  bei  Streitigkeiten  wegen  der
Ueberschwemmungsverhältnisse  ein  Wasserbauverstandiger  beigeordnet  werden  kann,
werden  von  der  Regierung  ernannt.

Mit  dem  Resultate  der  Untersuchung  werden  die  Betheiligten,  nämlich
die  Beschwerdeführer  einerseits  und  der  Abgeordnete  des  Deichamtes  andererseits,
bekannt  gemacht.  Sind  beide  Theile  mit  dem  Resultate  einverstanden,  so  hat
es  dabei  sein  Bewenden  und  wird  das  Oeichkataster  demgemäß  berichrigt.
Andernfalls  werden  die  Akten  der  Regierung  zur  Entscheidung  über  die  Beschwerden
  eingereicht.  Wird  die  Beschwerde  verworfen,  so  treffen  die  Kosten
derselben  den  Beschwerdeführer.  Binnen  vier  Wochen  nach  erfolgter  Bekanntmachung
  der  Entscheidung  ist  Rekurs  dagegen  an  den  Minister  für  die  landwirthschaftlichen
  Angelegenheiten  zulässig.  Nach  erfolgter  Fesistellung  des  Deichkalastes
  ist  dasselbe  von  der  Regierung  auszufertigen  und  dem  Deichamte  zuzustellen.


Die  Kosten  der  Vermessung  der  im  Inundationsgebiete  gelegenen  Grundstücke
  werden  von  jedem  Grundbesitzer  für  sich,  alle  übrigen  zur  Anfertigung
des  Deichkatasters  nebst  der  Deichrolle  erforderlichen  Kosten  aber  vom  Deichverbande
  getragen.  «  .

So  lange  die  Stadt  Danzig  Behufs  des  Deichschutzes  die  Beitraͤge  zum
Uferbau  leistet,  oder  durch  ein  Aequivalent  verguͤtet,  welche  jetzt  streitig  und
in  den  letzteren  Jahren  durch  interimistische  Entscheidungen  der  Regierung  von
der  Stadt  erfordert  sind,  sollen  auch  die  Niederungsgrundstuͤcke,  welche  jetzt  der
Stadt  Danzig  gehoͤren,  sowie  bisher,  von  anderen  Deichlasten  frei  bleiben.

Durch  die  Bestimmungen  dieses  Statuts  wird  übrigens  den  Ansprüchen
nicht  vorgegriffen,  welche  namenrlich  die  Pfarren,  Kirchen,  Kirchendiener=  und
Schulstellen  des  Deichverbandes  auf  Grund  spezieller  Rechtstitel  nach  F.  17.
des  Gesetzes  vom  28.  Januar  1848.  wegen  Uebertragung  ihrer  Leistungen  oder
Schadloshaltung  durch  die  Deichgenossen  oder  durch  dritte  Personen  zu  erheben
  für  befugt  erachtet  werden  möchten,  vielmehr  bleibt  die  rechtliche  Bedeurung
  dieser  Ansprüche  völlig  unangetastet  und  für  die  Erledigung  derselben
der  Weg  besonderer  Verhandlung  vorbehalten.

K  7.

So  lange  die  Naturalleistungen  zur  Deichunterhaltung  beibehalten  werden,
  ist  dennoch  neben  denselben  ein  baarer  Deichkassenbeitrag  zu  entrichten
zur  Bestreitung  der  Besoldungen,  zum  Ankauf  von  Materialien,  zu  solchen
Bauten,  welche  durch  Naturalleistungen  nicht  ausgeführt  werden  können,  und
zur  Ansammlung  eines  Reservefonds  bis  zur  Höhe  von  fünftausend  Thalern.
Der  gewöhnliche  baare  Deichkassenbeitrag  wird  für  jetzt  auf  jährlich  zwei  Silber-Poschen
  für  den  Morgen  erster  Klasse  (Normalmorgen)  festgesetzt.  Wenn  die
Erfüllung  der  Verbandszwecke  einen  grôßeren  Aufwand  erfordert,  so  muß  dieser
Mehrbetrag  als  außerordentlicher  Beitrag  ausgeschrieben  und  von  den  Deichgenossen
  aufgebracht  werden.  4