Freude gemeinsamen Glückes und verkündete überall den Dank des
Raisers an meine tapfere 5. Armee. Jetzt erst inmitten meiner herrlichen
Truppen empfand ich ganz das beseligende Gefühl des ersten, des schönsten
Sieges. Dann ging es In den Bereich der französischen Rampflinten
von gestern. In flachen Schützengräben lagen ganze Zompagnien tot
dahingestreckt in ihren bunten Unisormen und leuchtenden roten Sosen,
die Tausenden das Leben gekostet haben in diesen Tagen grüner Wlesen
und goldgelber Saaten. An den Zängen und in den Saatfeldern lange
Reihen zusammengeschossener französischer Batterien, zum Teil mit umgestürzten
Geschützen. Dazwischen die in pflichttreuer, beißer Kampfeearbeit
hingestreckten Ranoniere und die in schrecklicher Derzerrung erstarrten
Lelber der Bespannungen. Müde und erhitzt, aber stolz und jubelnd
sab man überall unsere in der Verfolgung begriffenen Marschkolonnen.
„Da ist der Rronprinz, hurra, der RKronprinz!“ so schallte es die
Straßen entlang. Dankbar winkte ich meinen tapferen Truppen zu, nur
mit Mühe meine Rührung verbergend. 6.
In einem total zerschossenen Dorfe hielt beim Generalkommando
des XVI. A. R. der greise Feldmarschall Graf Saeseler, ruhmvolle Ver—
gangenheit mit stolzer Gegenwart verbnüpfend. Der Soldat in ihm war
stärber gewesen als das gebrechliche Alter. Er wollte sein einstiges braves
Norpe bei der Kriegsarbeit sehen. —
Dann ging es zurück in die Sommernacht. Ferner Ranonendonner,
brennende Däörfer, Marschkolonnen und Biwakfeuer, ein Tag unermeßlicher
und unauslöschlicher Sindrücke. —
Im Oberkommando lagen inzwischen die zusammengefaßten Tagesmeldungen
vor. Sie zeigten als Ergebnis, daß bei den Führern zwar der
Hernichtungewille lebendig war, der sie in die vordersten Tinien geführt hatte,
daß dort aber erst der Nebel die Aufklädrung, dann der Widerstand der feindlichen
Nachhuten den flotten Dormarsch gehemmt hatte. Auch batten die bie
in die Nacht hinein für ihre Verteldigung in den eroberten Linien arbeltenden
Truppen die Tragweite ihres Sleges noch nicht erfaßt und bei ihren erheblichen
Verlusten, namentlich auch an Unterführern, bie weit in den neuen
Tag hinein mit sich selbst zu tun. Bis die Tatkraft der neuen Führer
die Ermattung der zusammengeschossenen Derbände überwunden hatte,
war kostbare Zeit vergangen. Auf dem rechten Flügel beim V. A. R.
mußte sich die Tagesaufgabe auf ein Abwarten beschränken, und die Greig-38