Contents : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1900. (77)

60

Die  Kreisregierungen  haben  nach  Einlauf  der  Uebersichten  der  Oberämter  diese  einer
Prüfung  in  der  Richtung  zu  unterwerfen,  ob  die  für  die  Bemessung  der  Aversalsummen
maßgebenden  Verhältnisse  im  Wesentlichen  beachtet  sind  und  gleichförmig  verfahren  worden
  ist,  hienach  die  zu  verlangenden  Aversalsummen  festzustellen  und  an  die  Oberämter
auszuschreiben.

Die  Oberämter  haben  die  festgestellten  Aversalsummen  den  betreffenden  Verwaltungs.
behörden  mitzutheilen  und  sie  zur  Erklärung  darüber  #aufzufordern,  ob  sie  dieselben  während
  der  bestimmten  fünfjährigen  Dauer  zu  bezahlen  bereit  sind.  Fällt  die  Erklärung
verneinend  aus,  so  ist  die  Sportel  nach  dem  Blattgehalt  zu  berechnen.

Im  Falle  besondere  Gründe  vorliegen,  kann  die  Aversalsumme  von  Amtswegen
oder  auf  Antrag  der  Körperschaftsbehörden  für  weniger  als  fünf  Jahre  festgestellt  werden.

3)  Bezüglich  der  Erhebung  der  Sporteln  wird  Folgendes  bestimmt:

Auf  den  1.  Februar  jeden  Jahres  ist  ein  Verzeichniß  über  sämmtliche  Seitens  des
Oberamts  in  dem  betreffenden  Etatsjahr  zu  revidirenden  Rechnungen  und  die  von  den
revidirten  Rechnungen  verfallenen  Sporteln  anzufertigen,  von  dem  Oberamtmann  zu  beurkunden
  und  dem  Sportelrechner  zum  Einzug  der  Sporteln  zu  übergeben.

Ein  Verzeichniß  derjenigen  Rechnungen,  von  denen  die  Sportel  nicht  erhoben  werden
konnte,  weil  sie  am  1.  Februar  noch  nicht  revidirt  waren,  ist  mit  der  gleichen  Beurkund.
ung  des  Oberamtmanns  versehen,  dem  Sportelrechner  im  nächsten  Quartal  beziehungs.
weise  in  den  folgenden  Quartalen  bis  zur  Bereinigung  aller  Rückstände  zum  Einzug  zu
übergeben.

4)  Die  Sporteln  für  die  Prüfung  der  Schulfondsrechnungen  sind,  soweit  nicht
Aversalsummen  festgestellt  sind,  von  den  Oberämtern  anzusetzen.

S.  19.
Zu  Nr.  58.  Schaustellungen  u.  s.  w.

Die  Bemessung  der  Sporteln  dieser  Tarifnummer  hat  sich  insbesondere  nach  dem
Umfang  und  der  Einträglichkeit  des  Betriebs  und  der  Zeitdauer  zu  richten,  für  welche
die  Erlaubniß  ertheilt  wird.

Die  Erlaubniß  muß  stets  schriftlich  ertheilt  und  hiebei  die  Art  der  gestatteten  Schaustellung,
  Aufführung  oder  Lustbarkeit,  sowie  die  Zeit,  für  welche  Erlaubniß  ertheilt  wurde,
angegeben  und  der  Sportelansatz  beigefügt  werden.