Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Uummer  16

Brest  Litowel  bleibt
.  Verhandlungsort.
[TB  Brest-Litowsk,  10.  Jan.  In  der
heute  vormittag  abgehaltenen  Sitzung  erklärte
sich  die  russische  Delegat  on  bere  t,  die  Fri.densverhandlungen
  in  Vrest-Liomek  sortzusehzen.
Ferner  stel.te  sie  fest,  daß  die  vom  Wolfsschen
elegraphenbureau  verössentlichte  Darstellung
über  den  Verlauf  der  Sitzung  vom  23.Dezimber
  1917  demtatsächlichen  Hergangent-=spricht.
  Die  von  der  rufsischen  Telegraphenagentur
  verbreitete  Nachricht  über  den  Verlauf
dieser  Sitzung  wurde  russischerseits  als  un
richtig  bezeichnet.

Na  allo!  Man  seeht,  die  Herren  Rassen!  lönnen
  auch  anders.  G#  kommr  nur  anf  den  Ton
an,  mit  dem  man  ihnen  ihre  S  S.  tuation  egreiflich

macht.  Daß  unfere  Delegation  nunmehr  diesen
richtigen  Ton  getrofsen  hat,  geht  aus  dem  vorstehenden
  Bericht  über  di:  Volisitzung  in  Brest-Litowsk
  hervor.  Mit  be#nderer  Entchtedenheir
haben  sich  v.  Küählmann  und  Gras  Ceernin  gegen
jede  Verlegung  des  Verhandlungsortes  ausgeprochen.
  Sie  haben  dabei  brtont,  daß  das,  was
nach  dem  Aueblelben  der  Antwort  der  Enteme

ewischen  den  Mittelmächten  und  Ruhzland  ur

Vehhondt.  ng  kommi,  nut  auf  den  Abschlun  en:s
Sonderfriedens  abzielen  lann.  Erfrischend
waren  namentlich  die  Worte.  mit  dinen  sch  (e- 



neral  Ho  fmann  gegen  die  Verleumdungen  und  s

Revolutionierungsversuche  unseres  Heetes  durch
die  Russen  deuandt  hat.

Der  Erfol)  deie:  ent  *  denen  T
auch  nich:  ausgell  ehen.  De  Russen  erklärten  sih
bereit,  die  Verhar  ndlungen  in  Brest-Lilvwok
forteusetzen.  Se  haden  #ih  also  m.1  dem  Gedanken
  des  elschlasses  eines  Sonderfriedens
abgefunden.  Dies  DTit  ache  il  ußerst  ucchtig.
Ferner  haben  s'e  seitstellen  müĩsn,  daz  die  vom
Wolffschen  Telegraphen  Bureau  veköffenllichte
Darstellunt  üler  den  Verlauf  der  Shung  vom
28.  Deember  dem  tatjächlichen  Hergang  entspricht
  und  daß  die  von  der  russischen  Telegraphen
  Agentur  verbct.te  Nachrich:  über  den
Verlauf  dieser  Sitzung  unrichtg  ist.

Damtt  it  enn:  erfreuliche  Klarunz  ge  chhaften.
Man  kann  nunmehr  ho  fen,  daß  das  schwierige.
Werk  in  Prest-Lilowek  2u  einem  guten  Ende
gebracht  wird.

Der
über

*
ungarcssche  Ministerpräsident
die  Friedensderhandlungen
mit  Rußland.

*  Budapen,  19.  1.  Ministerpräsident  Dr.
Wekerle  htsch  acch  gegenpober  einem  Verl.=ner
  Vertreter  des  „A'’  Est“  über  die  Friedensverbandlungen
  in  Brest-Lilomet  ausgeiprochen.
Er  sagte,  daß  nach  seiner  Meinung  die  Verhandlungen
  enn  1  günstigen  Virleu,  nuhm:  würden.
Auf  beiden  Seiren  herrschebe  esendere  Geneiathert,
den  wrrtschaftlichen  Tel  ves  Prälim'narfrirdens
unter  Dich  #  bringen.  Der  Handelsverkehr
  mit  Rusl  land  sei  schon  in  Tluß  gelom
men.  wel  der  Handel  als  sicher  amnehme.  daß
der  Frieden  eobeschlo  werden  müss.  Was
die  Ukraine  btreifge.  so  hältin  die  *l  einer
bieher  gro####  Ent  egenkommemn  und  Nacgiebg
keit  bewieien:  sie  hätten  ein  großes  Imerr  9
daran,  in  wirt'  chflliche  B  ßez  ehungen  mit  Mitteleuropa
  #u  treten.  Für  uns  kann  es  nur  erfreulich
  sein,  wenn  auch  die  selbflndige  Ulraine  und
die  Hand  reicht.
Antwort  des
Reichslanler

    
 

—

nlichen

i-  die  Kriegoziel.
-  Llond  Georgs.

10.  1.  Wie  in  parl  mentarischen

—t  der  rm

—
⁊
5

**Berlin,
Kreisen  verlautet,

—  ....

Spruchweispelt.
liecbe  schmiärmt  auf  alles  Wege#
Treue  wodn  fur  sch  allein;
Uede  Kommt  euch  rasch  ca##r#eu.
Rusgeucht  unn  Treuc  fein.

die  Kniae  von  Salur.

8)  Naman
aus  dem  Lande  der  „Irredenta“  von  Luls  Gumpeler.

So  sprachen  sie  noch  mancherlei,  bis  sie  sich
zur  Talfahrt  rüsteten.  Es  war  Abend  geworden.
König  Laurins  Rosengarten  erglühte  —  ein
neues  Wunder  für  Balmer.  Er  konnte  seynicht
trennen  von  dem  herrlichen  Bilde.  Lange  stand
er  wie  gebannt,  slaunend,  still,  der  Erde  entrückt.
  Dann  war  die  Elut  erloschen  #A#ie  von
Geisterhand  binwengeralft:  bleih  und  falt
ragte  die  Felsenmauer  in  die  Lifte,  wie  ##e#
Grabstein  eines  Riesen.

Es  war  schon  nachts,c  als  sie  wieder  r##ler  der
Auine  vorbeifuhren.  Sie  war  ron  silbernem
Mondlickt  überflutet  und  leuchtec  hernieder  mie
ein  Zauberschlo  aus  längst  vergangenen  Tagen.

„Ich  fahre  morgen  hinauf  nach  Salurn“
sgt-  Balmer,  „die  Ruine  da  oben,  d#  hat  es

nun  einmal  angelan;  ich  muß  sie  besichtigen.“

„Tue  das“,  erwiderte  Werner,  „ich  bedaure
herzlich,  daß  mich  der  Dienst  verhindert,  dich  gu
begleiten.  Du  wirst  dort  sccher  cine  genuhreiche
Stunde  erleben.“

althit  denn

Rosenhelm̃er  Anzelger

lanzler  in  den  nächsten  Tagen,  wahrschel#i
am  kommenden  Montag,  im  Hauptausschuß  de
Reichstags  zu  erscheinen,  um  in  einer  Ereben
Rede  auf  die  Kriegszielreden  Llond  Gcorges
und  Wilsons  zu  antworten.

Vie  Mindestbedin  gungen
Frankreichs.
5  Zürich,  10.  1.  Der  „Zürcher  Tagesanzeiger"
  meldet  aus  Paris:  Nach  einem  Bericht
des  „Journal  des  Debats“  und  des  „Flgaro“
cerwarlet  man  in  der  Kammer  eine  E  **  ärung
Clemenceaus  über  die  Mindestbedingungen
Frankreichs  für  einen  Frieden.

Die  Kriegslage.
WTB.  Wien,  10.  1.,  mtags.  Amtlich  urrd
gemeldet.

.  Oestllcher  Kriegsschauplatz
Wassenstillstand.

Itallenischer  Kriegsschauplatz.
Wesilich  Asiago  wurde  enn  seindlicher  Angrif

abgewiesen.
Der  Chef  des  Generalstabs.

Der  Krieg  im  Elsaß.

asel.  10.  1.  Der  gew  altige  Artiller##
lampf  in  der  Nacht  von  Monlag  uf  Dienstag
spielte  sich  ror  Altkirch  auf  den  Rändern
des  Largtales  ab.  Geschüge  ailer  Kaliber  müssen
  in  Tätigleit  gewesen  se'n.  VNon  den  höher
Lelegenen  Punkten  Baselz  aus  sah  man  deutlich
den  Wiederschein  des  Mündungsseuers.  Mit
der  Kanonade  waren  Infantericartsonen  verhunden.
  Während  de:  dichten  Schneegestöbers,
ds

längere  Keampfpause  ein.

 

der  Krieg  zur  See.
Englische  „Hospitalschisse“.

*  London,  10.  1.  Neuter  meldet  amtlich:
Das  englische  Horpitalschiff,  „Newa“  ist  torpediert
  worden.  Es  sank  am  4.  Januar  Legen
Mitternacht  im  ristollanal  auf  dem  Heimwege
von  Gibraltar.  Alle  Bermwundeten  wurden  auf
Patrouillenschiffe  gerettet.  Die  Verluste  betrugen
  3  Mann-  „der  Bejatzung.  3  Lastlarren
werden  vermißt.  O.#  Schiss  fahr  mit  Akzeichen.
Es  besand  sich  sic  in  dem  sogenannten  Sperrgel
  iet,  use  die  in  der  Erllärung  der  deutschen
Regierung  vom  29.  Januar  1917  festgele  at  iĩt.

(Noti:  Da  die  U-Boote,  die  h  erfür  in
Frage  kommen  lönnten,  zur  Zeit  roch  auf  See;
sind,  können  sich  die  Ziständigen  Stellen,  wie  wir
hier#n  erfahren,  noch  nicht  abschließend  äußern,
Es  wird  von  unterrichte  seern  Stelle  aber  für  ausgeichloisen
  gehalten,  daß  das  Schiff  durch  ein
Untersec  topediert  wurda.  Demnach  lann

aufzunehmen.
gehabt,  im.  italienischen  Heere  die  Spreu  vom
Weizen  zu  scheiden,  sodaß  die  jetz'ge  italienische
Armee  in  ihrer  Kampfkralt  und  Kampffreudigleit

  völlig  ungebrochen  sei.  (Auch  ein:  Logik.)

 

——n-r  über  nh  elt,  trat  weder  ein:

nendig  gehalienen  S

nur  die  Versentung  durch  Minen  in  Frage

lommen
*Gens.  10.  1.  Nach  Nachrichten  aus  Madri?

lehrten  4  spanische  Marineoffitcre  nach  Spanien

  rück,  weil  cuf  den  ihrer  Mnfsicht  anen
srellien  Hosp  talschifen  der  Entente  Truppe

ein  Jgeschifft  worden  waren,  die  angeb:  ich
Fieker  litten,  tatsächlich  aber  gan  ges  sund  wadie

  Kämpfe  ia  Jiallen.

Eine  ita  lienische  Offensives
—*Lugano,  10.  1.  Zu  einem  englischen

vr  egeberiAterstatter  sagie  Gen#al  DaWähbtutns

  Steinbrücke,  d
gegen  das  Dorf  r  dahinschritt.  in  einem  lichten,
rohseidenen  Anzug,  mit  einem  weißen,  feinen
Panamahut  auf  dem  Kopse,  das  Gesicht  won
der  Sonne  etwas  gedräunt,  war  er  wrllich  erne
*  Ersckeinung.  Die  wenigen  Wochen
im

 

rend  des  Winters  werden  i  ch  die  Italienerhin=  er
ihren  Widerftandel'isen  nen  bilorn.  um  im  geeigneten
  Augenbli#  die  ffenkive  wieder
TCl.  ·

Mtt  dem  Frühzug  lam  Balmer  in  Salurn
Wie  er  so  auf  det  Straße  und  über  die

ie  über  die  Ctich  führt,

Süden  haiten  dem  bleichen  Stadtmenschen
eine  ii  ftige,  gesunde  Haltung  gegeben.  Gar
oft  blickte  er  zur  Ruine  hinauf.  Ringsum  in
den  We.  nzärten  war  alles  in  vollster  Blüte.  (Am
Dorfbrunnen  scheuerten  Weiber  die  lupfernen
Kessel  und  blickten  verwundert  auf,  als  er  vorbeiging.
  Denn  „ein  fremder  Herr“,  das  war
elwas  nicht  Alltägliches  in  diesem  entlegenen
Erdwinkel.

Auf  der  St#e,  in  der  Richlung  zur  Ruine,
schritt  er  dahin,  bo.)  dann  links  in  einen  lleinen
Seitenweg  ein,  welcher  beiderselts  von  hohen
Mauern  umst,  lossen  war.  Dann  kam  er  31  enem
sfreien  Platz  mit  zrrei  prächtigen  Lindenbäumen
und  schließlich  an  der  Friedhofsmauer  vorbei,
zu  einem  mit  einem  Eirengitter  um-äunten  Garten
  voll  der  pisbhene  Blumen.  In  dem  Gar.
ten  sland  ein  schönes  Haus  von  eigentümlicher

nart.  „Villa  Hohenfels“  las  Balmer  auf
dem  Schle  an  der  Gartentür.

Er  blieb  außhorchend  stehrn;  die  Töne  ein:o
Terzetts:  Klavier,  Bioline  und  Celso  klangen
deutlich  durch  ein  geöffnetes  Fenster  der
Villa  zu  ihm  herüber.

 

Die  Achei  ln  Melikrieg.

Ddie  Marseillaise  in  der  heiligen
Grotte  zu  Bethlehem.

J  der  „Rleen.-Wellf.  Zt.“  mid  en:  Mille
  lung  der  Prrife:  In  orm  at  on  fest  jenageli,
die,  menn  sie  #lräse,  einen  geradezu  skandalösen
  Ueb:  rarisf  darstellen  würde.  Es  Leißt  in
dem  Tericht:  In  der  frau  ösischen  Welt  zu  1  Rom
herrsch!  große  Freude  darüber,  daß  es  dem  Kommissar

  der  Republik  für  Jer  usalem,  George  Picot

gelungen  ist,  sich  am  hejligen  Grabe  offirell
  vom  lateinischen  Klerus  emnfangen.  zu
lassen.  Dadurch  werd  die  niemals  unkerbochene
Uelerleserun)  des  franös.  Proteltorates  über
die  helligen  Slätten  bestäligt.  Zu  Ehren  unseres
Kommissars  wurde  am  #  Grade  nicht  nur
das  „Te  Deum“,  sondern  auch  das  „Domine,
salvam  sac  Repullicam“  gesungen;  die  Fran-Ffokaner.
  die  die  Aufsicht  über  die  Ordensprourn#
  im  be.ligen  Lande  ausüben,  empsingen  ihm
mit  großen  Ehren,  und  bei  seinem  Eintritte  in  die
leilige  Groile  31  Bethlelhkem  spielten  die  Orgeln
  die  Marsfeillaise.

Politische  Runoschau.

RNeuc  Reichssteuervorlagen.

**  Verln.  10.  1.  Das  Reichsschatzamt  u##rd
sich  in  diesen  Tazen  üler  die  Frage  cchlüssig
machen,  oh  dem  Neschtla  schon  in  den  nächsten
Monalen  neue  Steuervorlagen  311  unterbreiten
  seien.  Die  Auffassung,  daß  es  sich
empfehle,  das  Cude  des  Krieges  abk#'#warten
unv  alidann,  wmenn  sch  der  Geld  und##  ahme-1.2

  darf  der  Reiches  überie  ben  lätt,  die  süc  not-Slenervorlagen
  auf  eimnal
bringen,  besteht  noch,  hat  aber  zur  Voraussetzuna,
  daß  der  Krie  nicht  meh:  lange  dauert,
sondern  daß  mit  seinem  Abick  luh  in  e  nigen  Mo.
naten  3  rechnen  ist.  Das  ist  aber  gegenwärtig

 

nicht  der  Fill.  Unter  diesen  Umständen  enttteh:

die  Frage,  o#3  nicht  geraten  sen  gnig-  Steuerrorlagen
  vorwea  »u  nehmen.  Zinsen  der
srũheren  Kriegsanleihtn  send  bu  neue  Steuern
aufgekracht  vorden,  und  e:  isi  an##nihmen,  daß
man  daran  sesthalten  wierd,  ob  roy#l  es  nicht  an
Vertretern  der  entgegengesetzten  Ansicht  fehlt.
Bleib#t#e#  bei  der  b.öherigen  Gepslogenheit,  so
8  schon  in  den  nächsten  Monaten  ein  genene
Steuervorlagen  zu  erwarten.  Ueber  ihre
Teschaffenlert  lästt  sich  vorderhand  noch  nicht;
sagen-JInnnerionoströmung
  in  Oesterreich.
**  Wien,  10.  1.  Nach  dem  Musler  der  Deutschen
  Vaterlandspartei  macht  sich  jetzt  auch  in
Oesterreich  Ungarn,  besondeks  in  Wien,  eine
Strömung  geltend,  die  si  gegen  den  sog.
Verrichtfriirden  ischtet  und  für  einen
Frieben  mit  Annczionen  eintritt.  Im  Einvernehmen
  mit  dein  Deutschen  Vollsrat  für  Wien
und  Nieder-Oesterreich  veranstallete  geltern
und  vergestern  der  Reichsverein  der  Deutschen
Arbeiterpartei  durch  Abhallung  von  Versammlungen
  und  durch  ene  Unterschristensammlung
Kundgelungen  füreinen  ssogenannten  „ehrenvellen
  Frieden“.  Im  Sinne  der  Ausführungen
der  Redner,  des  Ab#corducten  Wcckel,  und  der
Herrenhauemitrliedes  Dr.  Pattai,  wurde  eine
Enlichtt  ehung  angenommen,  der’usolge  dem
Minister  des  Aeußern,  Grafen  Ciernin  eine
Kundeetuns  übermittelt  wird.

Ab.  grob  artig!  In  diesem  Neste  bätte  ich

solche  Musit  nicht  erwarlet!  Das  D.  dur-  Trio
von  Veethoven!“

Harald  hörte  andächtig  zu  und  wantete,  bis
der  letzte  Ton  verhaillt  war.  Dann  entfernte  er
sich  langsam.

Am  äußersten  Ende  des  Gartens  befand  sich
ein  ganz  aus  Quadern  gebautes  Haus,  mit  der
Villa  durch  einen  langen  Laubengang  vebunden.
Harald  schritt  vorüber,  wandte  sich  um  d
Dort  Hörte  er  das  Rauschen  des  Woslerfalles
4  welchem  er  nun  hinanstie  J.  Ein  kühler,  feuchter
  Wind  trieb  ihm  Wassfertropsen  entgegen.
Nun  stand  er  auf  der  Höhe  eines  Hügels,  blict
hinab  in  den  leefen  Kessel,  den  der  Wasserfall
nusgechöhlt  hau#,  und  die  brgwand  empor,
ükeNr  die  das  Wosser  in  einer  Höhe  von  etwa
30  Metern  in  mächtigem  Sturz  herunterbrauste.
Im  Sonnenlicht  sunkelte  der  Wasserstaub  und
zulerle  einen  wunderschönen  Regenbogen  her.
ror,  der  sich  von  der  Bergwand  über  eine  alt:
Brücke  gegen  das  Dorf  hin  spanmle.

An  der  sieilen  Felswand,  gan;  in  der  Nähe
des  Wasserfalls,  war  en  altes  Häust##n,  hab,
zerfallen,  anaebaut  an  die  Felsen,  wache  die
Rückwand  blldeten.

Lange  sland  Harald  hier,  weidete  sich  an  dem
romantischen  Aussehen  der  Ruine,  an  dem  herrn
  Ausblick  über  bas  Dorf  und  das'  Etschtal

brnaufbis  zu  den  Borncr.  und  Meraner  Beren.
Dann  schnitt  er  abwöäts  der  Krrche  zu  (Dort  an  -
helangt,  trat  er  zu  einem  Herrtn:

„GrüfGott,  Herr  von  Lander!“

*

Der  letzte  Rachug  habe  das  gule  v

 

Sämskuas,  T3.  Janlldr  1018

Baverischer  Landtag.
Nachmittagssitzung.
*  münchen.  9.  Janar.

In  der  fortgesetzten  Beratung  des  Haushal
tes  des  Finanzministeriums  befürwortete  Abg.
Endref-Wür-burg  (Soz)  eimen  Antrag  seiner
Partei  betr.  Aenderung  der  Vekanntmachung
vom  17.  Dezember  über  die  Gewährung  von
Teucrungs#lagen.  Abg.  Be4h  (Fr.  Vag)  er
tlärte.  daß  seine  Parteifreunde  nricht  dagegen
seien,  wenn  die  Staatsregierung  eine  Teuerungs-=3Klage
  nach  dem  Vorbllde  Preusten:  gewähren
wolle.  Abg.  Gandorfer  (Bb#.#  brachte  Klagen
vor  wegen  der  ungere4ten  Erhebung  don  Kriegssteuern
  und  bezeichnete  auch  die  Einkommensteuern
  der  Landuirte  verschiedentlich  ale  zu
hoch.  Nachdem  noch  kurz  Mimisterialcat  Weber
die  Art  der  Bemessung  der  Teuerungszulage
an  die  Forstarheiter  erläutert  hatte,  wurde
der  Etat  bewilligt.  Die  Amträge  wurden,
soweit  sie  bereito  dem  Ausschusse  rorgelegen
hatten,  im  Sinne  der  Aueschußbeschlüsse  erle
digt.  Der-  vom  Abg.  Endres  vertretene  Antrag
wurde  auf  Grund  der  Erllärungen  der  Renierung
  für  erledigt  erklärt.  Die  nen  eingebrach
ten  sozialdemokratischen  Anträge  be  r.  Erhöhnn:
der  Bezüge  der  Gelegenheitsarbeiter  und  die
Gewährung  von  sortlausenden  Teuerungszu
lagen  au  die  Pensionisten  und  deren  Hinter
lliebene  wurden  einstimmig  angenommen.

München,  10.  Januar.
Die  Aenderung  des  Zwangsabkretungsgesetzes.

Die  Abgcordnetenkammer  bestä  tilt#  sich  am
Donnerstag  mit  der  Veratung  2  Entwurfeenes
  Gesetzes  ũber  Abänder.  u#  des  Swin:s
al#retungsgesetzes  vom  Jahre  1837,  durch  de
die  Zwangsabtretung  ausgedehnt  werden  kann
auf  Erschliebung  von  Baugelände  zur  Verbes
serung  der  Wohnungsverllinisse  der  minder
bemittelten  Bevölkerung  und  zur  Vereitstellung
von  Grundbesitz  zur  Ansiedclung  von  Kriegsbeschãdigten,
  soweit  ein  erhebliches,  auf  andere
Wesse  nicht  31  befriedigende;  Bedürfsnic  besteht.
Aba.  Kroher  (J.  erklärte  namens  seiner  p
litischen  Freunde  die  Zikä#mmun?m  #  dem
Ento#rurs,  ebenso  der  ltberale  Abgeordurte  Erbelding,
  der  allerdings  gegen  einzlne  Vestimmungen
  des  Entwurfes  erhebliche  Veden.
len  äubeerle.  Letzterer  verlangte  ron  der  N
gierung  cin  Sondergesetz,  um  die  Bereitstellung
von  Industriegelände  für  die  Stadt  Ludwigshafen
  1  sichern.  /
Ab#K.  Säckler  (S.)  begründete  einen  Abänderungsantrag,
  der  u.  a-  auch  die  Erwerbun!)
von  Grundbesitz  durch  den  Staat  oder  die  Ge
meinden  Zum  Zwecke  der  Anlage  neuer  oder  der
Auedehnung  beslehender  Indalerienm  nernehmun
gen  verlangt.  Sein  Parteifreund  Aba.  Körner
erblickte  in  der  Vorlage  nur  einen  Nolbeh=  li.
Er  besprach  in  seinen  weiteren  Ausführungen
den  Grundstücks##ucher  in  Ludwigshafen,  der
es  der  Vadischen  Anilin=  und  Sodafabrik  di
relt  unmöglich  mache,  ihren  Betrieb  zu  erwei
tern.  -
VetMmIsterdesTInIctnInvoLskettketch
empfahl  die  Annah  me  de:  Entwurfes  nach  den
Beschlüssen  de:  Auslchusiez  und  verscherte,  diß
sich  die  Regierung  der  schlimmen  Lag:  auf  den
Wobnungemarkte  beruht  sei  und  ein:  Reih:
Maßrnahmen  hensichtlich  der  Beschaif  n##  5%
Gaumaterial  und  Ardeitskräften  ber  eits  ein
Peleltet  seien.  We  ter  erllärte  er,  daß  der  Cuzmuf
  eined  Wauplayumlagengesetzes  Bearb##tung
  sei,  und  bat,  die  so-  hialbemokratischen
Abänderungsanträge  ab  mlehnen.  Der  Entwur'
eines  neuen  Enteimungsgesetzes  werde  in  urcht
11  serner  Zelt  dem  Landtage  vorgilegt  werden.

„Ah,  da  sonn  ber!  Der  Herr  FSofessor  Wa:
macken  denn  Sie  hier  in  Salurn?  1
Die  interessante  Ruine  da  drobin  möckte  ih
Wn  Wle  lommt  man  denn  am  besten  7
hi
v.  Lander  be##r#leiteke  ihn  durs  Dorf  b.s  zum
steilen  Ziczedec:  und  münschte  ihm  oiel  Ver
anügen,  als  er  ihn  dort  verließ.  Balmer  erstie)
die  Treppen,  die  an  einer  Wasserrunse  vorte.
führten,  zur  Verb  ndungsmauer  des  unteren  und
oberen  Teiles  der  Ruinc.  Dort  trat  er  durch
ein  zerfollene:  Tor,  wandt:  sich  dann  nach  rechts.
deln  schmalen  Steiglein  solgend,  bls  z#  einem
Trett.  welctez  eine  Art  Brücke  über  den  Graben
l  ldete.  Einige  steile  Stufen  führten  ihn  bKreinem
offenstehenden  Pförtchen,  durch  das  er  in  den
einstigen  Burghof  gelangte.

Lange  verweilte  er,  an  die  Mauer  gelehnt,  im
Betrachten  des  Bildes  heiligen,  wundersamen
Friedens.

Sckutt  und  Trümmer  bedeten  zum  Teil  den
Buroh’:  Mauerüberreie,  die  er  zhlen  konnten
von  sturmumtöbter,  blitzumuckter  Vergangenlet,
  mit  Luunb  und  Mooz  bedeckt.  Haselnußstaus
den,  wide  Ro.en  wucherten  da  in  Menge,  Eein
lellbraren  Himmel  und  strehlender  Sonn:  nschein
lochten  auf  se  hernieder.  Eseu  ranlte  sich  h-nauf
b-s  an  den  Nand  des  Burgfried;  hoch  oben  auf
einer  Maner  halt:  ein  Fe  gigenbum  rz;  l  ge-h
faht  und  seine  Wur#eln  umschlangen  wie  Fangarme
  nach  allen  Seiten  hin  die  Reste  vergan.

Len  Zeten  6
——  —

 

ses  gerirektione

gegen  al

zdunllen
Mienen
werden.