Full text : Der Preußische Staat.

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i)  Das  Fürstenthum  Corveye).

Die  Benedictinerabtei  Corvey,  welche  1794  zu  einem  Bisthum
erhoben  worden,  fiel  als  säcularisictes  Furstenthum  1803  an  Nassau-Oranien,
  dann  von  1807—  1813  an  das  Kénigreich  Westphalen,  und
wurde  1815  an  Preußen  abgetreten  (Besitznahme  am  21.  Juni  1815).
Das  bereits  seit  dem  1.  Januar  d.  J.  angewendete  preußische  gemeine
Recht  wurde  am  25.  Mai  1818  weiterhin  sanctionirt,  das  Purticularrecht
  aber  1832  von  Wigand  zusammengestellt  (s.  vorhin).  Darauf
folgte  der:  Revidirte  Entwurf  des  Provinzialrechtes  des  Fürsterthums
  Corvey  nebst  Motiven,  Berlin  1841.  8.

k)  Das  Bisthum  Muünster:y).

Als  im  Jahre  1802  die  Dioͤcese  Münster  säcularisirt  wurde,  kamen
die  einzelnen  Bestandtheile  derselben  an  verschiedene  Herrschaften,  von
denen  ein  großer  Theil  späterhin  mit  Preußen  verbunden  ward.  Eine
treffliche  Zusammenstellung  der  für  diese  Gebiete  ergangenen  Gesetze
erschien  im  Auftrage  des  Staatsministeriums  unter  dem  Titel:  Sammlung
  der  Gesetze  und  Verordnungen,  welche  in  dem  königl.  preuß.  Erbfürstenthum
  Münster  und  in  den  standesherrlichen  Gebieten  Horstmar,
Rheina-Wolbeck,  Dülmen  und  Ahaus-Bocholt-Werth  ergangen  sind,
Müunster  1842.  3  Bde.  8.  225)  Wir  erwähnen  daher  einzeln

1)  das  Fürstenthum  Munster,  d.  i.  der  gleich  anfangs  an
Preußen  gefallene  Theil,  welcher  von  1807—1813  unter  fremder  Herrschaft
  stand.  Das  neben  dem  preußischen  gemeinen  Rechte  geltende
Particularrecht  bearbeitete  Schlüter:  Provinzialrecht  der  Provinz
Westphalen  Bd.  I.  Leipzig  1829.  8.  Darauf  stützte  sich  der:  Revidirte
  Entwurf  des  Provinzialrechtes  des  Fürstenthums  Münster
nebst  Motiven,  Berlin  1836.  8.

2)  Die  Grafschaft  Horstmar,  d.  i.  ein  Theil  des  früheren
Amtes  Horstmar,  der  an  die  Wild=  und  Rheingrafen  zu  Salm-Grumbach,
  1806  an  das  Großherzogthum  Berg,  1815  aber  nach  dem  Beschlusse
  des  Wiener  Congresses  an  Preußen  fiel  229).

3)  Das  Fürstenthum  Rheina-Wolbeck,  d.  i.  ein  Theil
der  früheren  Aemter  Bevergern  und  Rheina-Wolbeck,  von  1802—1806

ras  T  v.  Kamptz  a.  a.  O.  S.  546  f.  Verb.  Jacobson  a.  a.  O.  S.

g.
227)  v.  Kampt  a.  a.  O.  S.  491  f.  Erhardt,  Geschichte  Muͤnsters.
Muͤnster  1837.  8.

228)  Vgl.  die  Anzeige  in  Richter-Schneider,  kritische  Jahrbücher  für
teutsche  Rechtswissenschaft  1844  S.  431  flg.  S.  insbesondre  C.  v.  Olfers,
Beiträge  zur  Geschichte  der  Verfassung  und  Zerstückelung  des  Oberstiftes  Münster
u.  s.  w.  Münster  1848.  8.

229)  v.  Kampt  a.  a.  O.  S.  620  flg.  Münster'sche  Sammlung  B.  lll,
S.  220  flg.