Full text : Unser Pommernland. 3. Jahrgang 1915/16. (3)

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empfangen:  er  stand  ihrem  Geiste  ebenbürtig  ihr  zur
Seite,  viele  der  Gespräche,  die  man  in  ihren  Roma—
nen  liest,  sind  wörtlich  beim  Spazierengehen  durch  ihren
Salon  zwischen  beiden  gehalten  worden.  Baron  Bystram
  besaß  und  ich  glaube  das  beurrheilen  zu  können,
denn  ich  habe  Jahre  lang  ihm  sehr  nahe  gestanden,  die
feinste  weltmännische  Bilpung,  wie  sie  die  des  größten
Welttens  mächtige,  durch  und  durch  poctisch  organisirte
  und  datei  selten  gescheite  Gräfin  allerdings  bedurfte,
  um  ihr  Interesse  rege  zu  erhalten;  er  besaß  den
liebenswürdig  sten  Humor,  wie  er  nur  einem  ganz  wohlwollenden
  Herzen  entströmt,  wo  gar  keine  Spur  von  schlechtem
  Ehrgeiz  und  schlechter  Eitelkeit  am  innersten  Leben
nagend  sich  findet,  wie  dies  bei  so  vielen  bochrrivilegirten
  Adelsherren  der  Fall  ist:  Baron  Bystram
verband  mit  diesen  ächt-männlichen  Eigenschaften  das
tieffühlendste  Herz  und  die  rührendste  Zärtlichkeit:  ich
habe  oft  gesehen,  daß  ihm,  wenn  er  von  der  Gräfin,
wenn  diese  abwesend,  bei  ihrer  Mutter  in  Greifswald,
war,  sprach,  die  Thränen  in  den  Augen  standen.  Es  war
gar  nickt  leicht,  die  Stellung,  die  Baron  Bystram  der
Gräfin  gegenüber  hatte  und  die  Manche  für  die  eines
Cavalierte  serreule  ansahen,  so  würdig  zu  bebhaupten,
wic  er  sic  behanptet  hat;  aber  Aller  Herzen,  die  ihn
näher  kannten,  flogen  ihm  entgegen,  sonderlich  die  der
Damen.  Es  war  auch  gar  keine  Kleinigkeit  für  Baron
  Bystram,  die  Gräfin  auf  so  strapazanten  Reisen,
wie  besonders  die  nach  dem  Orient  und  die  nach  England
  waren,  zu  begleiten:  nach  der  englischen  Reise
äußerte  er  selbst  einmal  seufzend  zu  mir:  „Ach,  wenn
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