Volltext : Europäischer Geschichtskalender. Neue Folge. Sechster Jahrgang. 1890. (31)

Des  Beuische  Neich  und  srine  ristelurn  Glieder.  (März  ö.)  67)

Etats  des  Reichsamts  des  Innern.  Zigeuner.  Arbeikswilligenschutz
und  Miuelliondeolit.

Dr.  Oertel  (K.)  behandelt  zunächst  die  Zigeun  erplage.  „Für
den  Lense  find  die  Zigeuner  äußerst  gefährlich.  Sie  sind  für  ihn  eine
ichwere  Bedrohung.  Der  Polizei  ist  die  Frrsalaun  der  Zigenner  namentlich
  da  erichwert,  wo  die  Grenzen  der  einzelnen  Staaten  aneinandersloßen.
Wir  verlangen  eine  reichsgrietzliche  Regelung  der  Eache,  eine  grundsätliche
Veriagung  des  Bandergewerbescheines  für  die  Zigenner,  die  Stellung  ihrer
Kinder  unter  Fürsergerrziehnng.  und  gemeinsame  ner  über  polizeiliche
  Abwehr.“  —  Daun  behandelt  er  den  Schut  1  Urdeitowitligen
und  verteidigt  die  Kan  voliegende  Rezturian,  *  Partei.  „

Sie,  davon  überzeugt  sein  zu  wollen,  daß  w  6eVeschrönkun  des  n
stehenden  Loalitionsrechtes  -.  Ui  wellen  bics  keine  bestimmten  Vorschläge
  machen,  die  sind  immer  bedenklich,  wenn  sie  aus  dem  Parlament
bervorge  ehen:  wir  wollen  auch  kein  Ausnahmegeses,  sondern  haben  nur  die
Frage  angeregt,  ob  es  nicht  zweckmäßig  sei,  einen  Enmwurs  vorzulegen,  durch
den  verhindert  wird,  daß  Arbeiben.  durch  andere  Arbeiler  an  der  Arbeit
verhindert  werden.  Dem  könnten  doch  alle  Parleien  zustimmen:  niemand
wünicht  Bedrohung  oder  Gewolnzneseil  Ich  habe  also  nicht  verstanden,
warum  sich  der  Widerstand  gegen  den  Anirag  so  schari  geäußert  hat,  auch
nicht  verstanden,  weshalb  der  Staatejelretãr  eine  solche  Aenderung  für  überstüstig
  hält.  Der  Siaatsfekretär  hat  sich  in  diesem  Falle  in  einen  gewissen
de  axniag  geĩstellt  zu  dem  iãchjiichen  LEEIIIII  Eckstädt,  der  sich
sächsüschen  Landtoge  dahin  äusferte,  daß  die  Regierung  in  Erwägungen
W#en  Aeuderung  und  Ergänzung  der  in  Betracht  kommenden  Beslimmungen
einzutreten  gewiult  sei,  und  d"ot  sie  auch  im  Bundesrat  ihre  Notwendigkeit
belonen  werde.=Slassekretär
  Dr.  Delbrück:  Vor  allem  sind,  während  früher  &  153
der  Gewerdeordnung  äußeerst  eng  interpretiert  wurde,  die  Gerichte  durchweg
  zu  einer  erheblich  weiteren  Interpretation  übergegangen  und  ebenso
von  Aberoreentlich  milden  zu  höheren  Strasen  (Hort,  hrt!  I.I.  Aus  dieser
Tatsache  hobe  ich  gesolgert,  daß  man  mit  dem  &  153  auskommen  kan
wenn  die  zuständigen  rgane  des  Staates  ihre  Pilicht  iun.  An  diese
Aufio#sung  minũ  ich  auch  henle  noch  jeimalten.  Ich  habe  daun  nsgesum.
daß,  wenn  ich  auch  ein  Geienz  gegen  Aueschreiungen  der  Streikvosten,  ein
(teietz,  welches  dus  Steilvostenstehen  generell  verbictet,  ein  Gesetz  zum
Schun  der  Arbeitewilligen  im  engeren  Sinne  ablehnen  mssse.  doch  annm
werden  muß,  daß  wir  gelegentklich  Exzessen  der  Organisationen  negenüber.
ü#chen,  die  die  Ausmerlsamleit  der  vrbindeen  Regierungen  in  der  Ta
berausfordern  müßten,  daß  es  sich  aber  dabei  nicht  allein  um  Vornäe:
don  Arbeitseinstellungen  und  Aussperrungen  handelt,  sondern  um  Vorgänge,
die  unser  geiamies  wirklichaftliches  Leben  betresien,  nicht  ollein  das  Verhalten
  und  Gebaren  der  Angehorigen  einzelner  Parteien.  Ich  habe  daraus
geschloisen,  daß  wohl  zu  hwi  sein  werde,  ob  unjer  Straisgesetzbuch  mit
jeinen  Bestimmungen  zum  Schune  der  versönlichen  Freiheit  heurc  noch  ausreicht
  und  ob  hier  nicht  eine  Umgestaltung  des  gemeinen  Rechis  mit  Rücksicht
aui  die  grosen  Bekänderungen  im  visentlichen  und  wirlichaftlichen  Leben  notig
lein  könnte.  (Dôrt!  hört  l.).  Der  Staatsjekretär  verliest  hirrani  die  entiprechen.
den  sih  des  Re  ichskanslers,  vom  10.  Dezember  I#10  [Jaurg#  110
2#,  sodann  dieienigen,  mil  welchen  er  jelbst  om  14.  Dezember  1910
die  Nide  des  Nanzlers  nochmals  umichrieben,  und  endlich  dir  Rede,  die  m
dem  gleichen  Gegenstande  am  11.  Deiember  1911  der  Minister  Grai  Uin#-lbhum
  von  Eckstädt  in  der  zweiten  sächsiichen  Kammer  gehalten  hat,  und  fährt