Full text : Geschichte des deutsch-französischen Krieges 1870 und 1871.

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Sechstes  Kapitel.

Das  deutsche  Raiserreich  der  Hohenzollern.  Einzug  in  Paris.
Der  Friede.

Zur  Zeit  Kaiser  Otto  des  Großen  zog  von  Osten  her  ein  wildes
Reitervolk  in  unabsehbaren  Scharen  gegen  Deutschland  heran,  sie  verwüsteten
  auf  die  schrecklichste  Weise  alles,  was  sie  auf  ihrem  Wege
antrafen  und  verwandelten  blühende  Gegenden  in  Einöden.  Gegen
die  gewaltige  Gefahr,  welche  von  diesen  Hunnen  drohte,  traten  alle
deutschen  Stämme  zur  Abwehr  zusammen,  und  in  der  Schlacht  auf
dem  Lechfelde  bei  Augsburg  wurden  die  Hunnen  dermaßen  geschlagen,
daß  ihrer  nur  wenige  in  der  Heimath  den  Untergang  des  großen
Heeres  melden  konnten.

Seit  jenem  Tage  auf  dem  Lechfelde  haben  die  deutschen  Stämme
nie  wieder  Eines  Sinnes  und  unter  Einem  Führer  zusammen  gestanden,
  bis  zu  unsern  Zeiten.  König  Wilhelm  der  Hohenzoller  führte
die  Deutschen  von  der  Ostsee  bis  zu  den  Alpen  gegen  den  langjährigen
  Erbfeind,  dessen  Gesittung  mit  derjenigen  der  Hunnen  ungefähr
auf  gleicher  Stufe  steht,  und  errang  einen  gleich  herrlichen  und  gleich
folgenreichen  Sieg,  der  den  übermüthig  angreifenden  Feind  zerschmetterte.


Unter  König  Wilhelms  glorreicher  Führung  zogen  die  Heere  der
süddeutschen  Staaten  von  Sieg  zu  Sieg,  Kanonen  und  Fahnen,  Adler
und  andre  Tropäen  des  stolzesten  und  furchtbarsten  Feindes  schmückten
die  Märkte  ihrer  Hauptstädte,  und  in  den  Jahrbüchern  ihrer  Geschichte
wurden  mit  leuchtenden  Zügen  Thaten  verzeichnet,  wie  sie  auf  keinem

früheren  Blatte  auch  nur  annähernd  berichtet  waren.  Da  erst  fühlten
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