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melte sich der Landtag, Verhandlungen wurden in. seiner Gegenwart
gepflogen. Und selbst. wenn große „Reichstagsversammlung
war, so zog der alte, Herr selbst noch nach Regensburg.
Es war der letzte altdeutsche Wunsch seines altdeutschen
Lebens, seinen Kaiser noch einmal zu sehen, der
kaiserlichen Majestär sich noch einmal zeigen zu können.
Georg Wilhelm aber reisie lieber zum Carneval nach
Venedig, als zum Reichstage nach Regensburg. Die Reichstagsactitata,
wenn. man bald über Ceremoniel, bald über Kraut
und Rüben stritt *), waren ihm zu langweilig, wie das Hannsversche
Landtagswesen; wenn man jetzt wegen 200 neuen Soldaten
nicht einig werden konnte, jetzt Tagelang sich zankte, ob auch
die großen Städte udthigenfalls einige Artilleriepferde liefern
müßten, seine ganze Wohlstandsgedult ermüdete. Dem
muntern jungen Herzog war sein alter Canzler zu rechtlich,
seine Geheimeräthe zu alrklug, denn unter ihnen allen war
keiner, der Franzöôsische und Italienische Freude recht mit
ihm geniessen, Lustbarkeiten erfinden, Jagden und Wirthschaften
und ländliche Ballete anordnen wollte 79). Selbst
*) So belchreibt es der große Mömpelg, Staatsmann Forstner
s. Hoffmanni series rerum per Cerman. geslarum p. 67.
"#) La choasse de Dianc, ballet champelre, dansé sous une
grande leuillce au jardin du Loine en présence do. Ia Reine
Mere du Roi de Danemarc. llennover 1651. sol. Es ist
wirklich eben so lehrreich als lustig wabrzunehmen, wie der
Hofton in Wolfenbüttel und der Hofton in Hannover
um diese Zeit divergirten; dort regierte der alte August, bier
der junge Georg Wilhelm. Zu Hannover waren es Feuerwerke,
mythologische Ballete, Schlittenfahrten, Wirthschaften; zu Wolfenbüttel
hatte alles einen theologischeren oder gelehrteren Anstrich.
So wurde 1055 in Wolfenbüttel von der regierenden
Herzogin veranstaltet ein Banguet der Minerva, wobei
ersilich die Herzogin selbst mit einer glückwünschenden
Freudensdarstellung zu Ehren des 77ten Geburtsklages ihres