Contents : Handwörterbuch der Preußischen Verwaltung. Erster Band (A-K). (1)

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fahrenden  Boote  aus  betrieben,  wobei  die
Leinen  nicht  selten  eine  beträchliche  Länge
haben.  In  der  See=  und  Rüstenfischerei  werden
einen  bis  zu  einer  Länge  von  vielen  tausend
-etern  mit  entsprechend  zahlreichen  Haken
zum  Fang  von  Dorsch,  Lachs  und  großen
Plattfischen  benutzt.  Von  anderen  Methoden
des  Fischfanges  ist  zu  erwähnen  das  nicht
überall  erlaubte  Stechen  von  Fischen  mittels
widerhakiger  Speere,  das  im  Winter  vielfach
an  Stellen  ausgeübt  wird,  wo  sich  die  Aale
in  Schlammbecken  versammelt  haben,  ferner
das  ebenfalls  im  Winter  auf  durchsichtigem
Eise  angewandte  Schlagen  mit  Keulen,  wodurch
  die  Fische  betäubt  werden,  der  hauptsächlich
  in  Forellenbächen  ausgeführte  Fang
mit  der  Hand  und  der  Fang  in  Aalfängen.
Letztere  sind  in  Mühlengerinne,  Ausflüsse  usw.
eingebaute  ständige  Vorrichtungen,  durch  welche
bei  Offnung  der  Schleuse  das  Wasser  hindurchläuft,
  während  die  Aale  in  einen  Behälter
gleiten  oder  auf  einem  Lattenrost  liegen  bleiben.
In  dunklen  Sommernächten  gehen  oft  Hunderte
  von  zum  Laichen  nach  dem  Meere  wandernden
  Aalen  in  eine  solche  Fangvorrichtung.
Mißbräuchlich  werden  auch  schädliche  und
explodierende  Stoffe  zur  Betäubung  und  Vernichtung
  der  Fische  oder  Mittel  zur  Verwundung,
  wie  Schießwaffen,  Schlagfedern  usw.
angewandt.  Derartige  Fangarten  sind  durch
§  21  des  Fischereigesetzes  oder  durch  die  Ausführungsverordnungen
  verboten.

isele  s.  Fischereiaufsicht.

ischpässe  (Fischleitern,  Fischstege)  sind
treppenartige  Einbauten  in  den  Wasserwerken
(Wehren,  Schleusen  usw.)  der  fließenden  Gewässer,
  die  den  Zwech  haben,  den  Wanderfischen
  die  Uberwindung  der  Hindernisse  zu
ermöglichen.  Sie  werden  in  der  Regel  in  der
Hauptströmung  angelegt,  weil  sich  die  stromauf=
  und  abwärts  ziehenden  Fische  an  diesen
Stellen  zu  sammeln  pflegen.  Da  die  Wandersische
  zu  den  wertvollsten  unserer  Speisefische
gehören  (Salmoniden),  so  haben  die  F.  insofern
eine  wesentliche  Bedeutung  für  die  Erhaltung
eines  ergiebigen  Fischfanges,  als  sie  diesen
Fischarten  die  ihre  Fortpflanzung  bedingende
Durchwanderung  der  Flüsse  und  Bäche  erleichtern.
  Das  Fischereigesetz  vom  30.  Mai  1874
(GS.  197)  hat  deshalb  in  den  88  35—42  bestimmte
  Grundsätze  für  die  Herstellung  und
Offenhaltung  der  F.  aufgestellt.  Die  volle
Durchführung  der  durch  das  Interesse  der
Fischerei  hier  gewiesenen  Maßnahmen  findet
eine  Grenze  in  den  teilweise  entgegenstehenden
höheren  Interessen  der  Landeskultur,  Schifffahrt
  und  Industrie.

Fischzucht  s.  Fischerei  II.

Fienalicche  Bauten  s.  Staatsbauten  III.

iskalische  Gutsbezirke  s.  Gutsbezirke,
Gutsherrschaften.

Fiskalische  Vorrechte.  Unter  f.  V.  werden
die  besonderen,  ursprünglich  nur  dem  Staate
bei  seinen  eignen  Straßenbauten  zustehenden
Bechte  verstanden,  die  im  Gebiete  des  ALmfG—
zur  Förderung  des  Baues  von  Kunststraßen
den  Unternehmern  (Privataktienvereinen,  ständischen
  Korporationen  oder  Gemeinden)  auf  Antrag
  durch  Allerhöchste  Verordnung  oder  Aller- 



Fischmeister  —  Fiskus.

höchsten  Erlaß  verliehen  wurden  und  zum  Teil
noch  verliehen  werden.  Als  solche  kamen  in  Betracht:
  Das  Enteignungserecht  bezüglich  der
zum  Bau  der  Runststraße  nebst  Zubehör  erforderlichen
  Grundstüche  und  das  BRecht  zur  Entnahme
  von  Baustoffen  für  die  Zwecke  der
Herstellung  und  Unterhaltung  der  RKunststraßen
nach  Maßgabe  der  für  die  Staatschausseen
geltenden  gesetzlichen  Bestimmungen;  die
Chausseegeldhebeberechtigung  entweder
nach  besonderen  für  die  betreffenden  Kunststraßen
  festgestellten  Tarifen  oder  nach  dem
für  die  Staatschausseen  geltenden  oder  zu  erlassenden
  Tarif  (s.  Chausseegeld);  die  Berechtigung
  zur  Anwendung  der  im  Zusammenhange
  mit  dem  Chausseegeldtarif  zur  Sicherstellung
  der  Chausseegelderhebung  und  des
BVerkehrs  auf  den  Chausseen  ergangenen  Bestimmungen
  über  Chausseepolizeivergehen,  der
sog.  Zusätzlichen  Bestimmungen  zum  Tarif
vom  29.  Febr.  1840  (GS.  94),  sowie  der  für
die  Staatschausseen  geltenden  polizeilichen  Vorschriften
  und  der  Bestimmungen  über  das
Verfahren  bei  Untersuchung  und  Bestrafung
von  Chausseegeld=  und  Chausseepolizeiübertretungen
  nach  der  V.  vom  7.  Juni  1844  (G.
167);  die  Befugnis,  die  auf  Grund  der
AkabO.  vom  8.  März  1832  (GS.  119)  und
vom  6.  Jan.  1849  (GS.  S.  80,  378)  zur
Schneeräumung  Verpflichteten  hierzu  in
Anspruch  zu  nehmen.

Die  Allerhöchsten  Verordnungen  und  Erlasse,
betr.  die  Verleihung  der  f.  V.,  wurden  ursprünglich
  größtenteils  durch  die  Gesetzsammlung
  veröffentlicht.  Jetzt  erfolgt  auf  Grund
des  G.  vom  10.  April  1872  (GS.  357)  ihre
Veröffentlichung  durch  die  Amtsblätter.
Das  Enteignungsrecht  und  das  Recht  zur  Entnahme
  von  Wegebaustoffen  haben  inzwischen
infolge  des  Enteignungsgesetzes  vom  11.  Juni
1874  (GS.  221)  den  Charakter  als  f.  V.  im
obigen  Sinne  verloren  und  unterstehen  lediglich
  den  Vorschriften  dieses  Gesetzes  (s.  Enteignung,
  Baustoffe).

Hinsichtlich  der  f.  V.  in  Ansehung  der  polizeilichen
  Vorschriften  ist  zu  beachten,  daß
seit  dem  Erlaß  des  G.  vom  20.  Juni  1887
(GS.  245)  die  zum  Schutze  der  RKunststraßen
gegen  Beschädigungen  und  zur  Erhaltung  der
Sicherheit  des  Verkehrs  ergangenen  Bestimmungen
  dieses  Gesetzes  ohne  weiteres  mit
der  auf  Grund  des  Art.  III  §  12  erfolgten
Anerkennung  durch  den  Oberpräsidenten  Platz
greifen.

Fiskus.  I.  Der  Staat  ist  nicht  bloß  Subjeknnt
  von  Hoheitsrechten,  sondern,  da  kein
Staat  ohne  Vermögen  und  Einnahmen  bestehen
  kann,  zugleich  Subjekt  von  Vermögensrechten.
  In  letzterer  Beziehung
heißt  er  Fis  kus,  oder  mit  anderen  Worten:
F.  ist  der  Staat  im  privatrechtlichen  Verkehr
(vgl.  auch  ALR.  II,  14  §  1).  Der  F.  ist  eine
juristische  Person  (s.  Juristische  Personen  1)
und  unterliegt  insoweit,  als  er  in  vermögensrechtliche
  Beziehungen  tritt,  in  die  auch  eine
juristische  Person  des  Privatrechts  eintreten
könnte,  den  gewöhnlichen  Bestimmungen  des
Privatrechtes.  Eine  besondere  Anwendung
dieses  Grundsatzes  enthält  der  §  89  BE.