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B. Uebersicht über die Alterszusammensetzung der lebenden Bevölkerung, einerseits in
den Stadekreisen, andrerseits in den übrigen Kreisen der östlichen Hälfte Prenstens.
Bevölkerung der Stadkkreise. Uebrige Bevölkerung.
a. unter 1 Jahr; b. 1—15 Jahre; c. 15—60 Jahre; d. über 60 Jahre.
Erlduterungen zu den Karten und Diagrammen.
1. Die erste der beigesügten Karten veranschaulicht die Häufigkeit der Sterbefälle an Tuberkulose
in jedem von 947 Verwaltungsbezirken des Reiches 1). Da neuerdings die Tuberkulose anderer Organe
als der Lungen von Jahr zu Jahr häufiger als Todesursache verzeichnet wird, namentlich bei jugendlichen
Personen unter 15 Jahren, und da sichere Verhältnißziffern für 1895 nur auf Lebende aller Altersklassen
errechnet werden konnten, ist diesmal die Häufigkeit der Tuberkulose im Allgemeinen und nicht wie
in den Vorjahren nur die Häufigkeit der Lungentuberkulose zur Anschauung gebracht.
Die 947 Bezirke, welche meistens an Umfang bezw. Einwohnerzahl etwa den preußischen Kreisen
entsprechen, sind durch Abstufung des Farbentons nach dem Verhältniß der Sterbefälle an Tuberkulose zu
je 10000 Einwohnern, wie deren Zahl die Bolkszählung des Jahres 1895 ergeben hat, gekennzeichnet.
Bezeichnet man die Sterbeziffer derjenigen Bezirke, in denen auf je 10000 Lebende weniger als
20 Menschen im Jahre an Tuberkulose starben, als „niedrig", andrerseits diejenige Sterbeziffer, welche
ausdrückt, daß 80 oder mehr auf je 100000 Lebende gestorben find, als „hoch“, so hatten etwa 2/ aller
Bezirke — genau 28,, Prozent — eine niedrige und 29,, Prozent eine hohe Sterbeziffer, während in
403 Bezirken, also in 42,, % der Gesammtzahl die Sterbeziffer eine mittlere war, d. h. 20 bis 30 Sterbefällen
auf 10000 Lebende entsprach.
Die niedrige Sterbeziffer findet sich in mehr als der Hälfte der Kreise von Ostpreußen
(hier in 11/12 der Kreise) Westpreußen, Pommern, Posen (#8 der Kreise), Brandenburg und der
Provinz Sachsen.
In 3 Kreisen Ostpreußens und je einem Kreise Westpreußens und Posens ist sogar die sehr
geringe Zahl von weniger als 10 betr. Sterbefällen auf je 10000 Einwohner beobachtet.
Den genannten sechs Provinzen des Preußischen Staates mit Überwiegend niedriger Sterblichkeit
an Tuberkulose sind solche Staaten und Provinzen gegenüberzustellen, in denen diese niedrige Sterbeziffer
garnicht oder nur wenig vertreten war. Garnicht findet sie sich in 1. Westfal en, 2. dem linksrheinischen
Bayern, 3. im Großherzogthum Hessen, 4. im Bremischen Staate?); selten, d. h. in relativ
wenigen Bezirken ist sie festgestellt worden in 5. der Rheinprovinz (wo 5%0% der Bezirke sie auf der
Karte erkennen lassen), 6. Elsaß-Lothringen, 7. dem rechtsrheinischen Bayern (9,6% der Bezirksämter
und unm. Städte), 8. dem Großherzogthum Baden (18 o), 9. Hessen-Nassau (1700),
10. Hannover (220/0), 11. dem Königreich Sachsen (25 %), 12. Württemberg (28 0/0).
Um aus der Karte sicher zu entnehmen, welche Gebiete von der Tuberkulose am meisten und
welche am wenigsten betroffen waren, empfiehlt es sich ferner noch festzustellen, wo die hohe Sterbe-1)
Welche Bezirke jedes der im Vorjahre an den Erhebungen betheiligten Bundesstaates auf den
Karten gesondert dargestellt sind, ist in Bd. III. der Med. stat. Mittheilungen S. 79 näher erläutert.
(Vergl. a. Borbemerkungen zu den Tabellen S. 17.)
In Sachsen-Meiningen, das erst seit 1895 Theil nimmt, sind 4 Verwaltungsbezirke unterschieden,
das Fürstenthum Schaumburg-Lippe ist in Gemäßheit des einen vorliegenden Ausweises als ein Verwaltungsbezirk
dargestellt.
2) Von Schaumburg-Lippe, das in Verwaltungsbezirke nicht geschieden ist, muß bei diesen Zusammenstellungen
abgesehen werden; die Sterbeziffer ist daselbst eine mittlere.