standen, war selbstverständlich und ausdrücklich angesagt. Der
Vorwurf der Gehaltlosigkeit konnte also nur einen Vorwand bedeuten.
Er besagte etwa: „Ehe wir mit euch überhaupt verhandeln,
verlangen wir von euch ein Anerbieten bestimmter Zugeständnisse,
da ihr solche nicht anbietet, so verhandeln wir nicht mit euch.
Wir glauben zwar, daß ihr zu Zugeständnissen bereit seid, aber
wir können uns dieselben schon im voraus denken und sie genügen
uns nicht.“ Der wahre Grund, weshalb England nicht verhandeln
will, ist bei seiner Auflegung der Kriegsziele des Zehnverbandes
herausgekommen, als dieselben dem Präsidenten Wilson
zur Erwägung gegeben wurden. Der Zebnverband hat Ziele enthüllt,
deren Unannehmbarkeit für die Zentralmächte ıhm selbst
völlig klar ist. Hierin liegt der wahre und einzige Grund der Ablehnung.
Besehen wir diese Kriegsziele genauer, so zerfallen sie in zwei
Gruppen, die sich als allgemeine und besondere deutlich voneinander
abheben. Die allgemeinen sind 1. Wiederaufbau Europas
auf der Grundlage der Nationalitäten, 2. Herstellung des Rechtes
aller Völker, der kleinen und der großen und 3. „volle Sicherheit
und freiwirtschaftliche Entwicklung“. Die besonderen bilden
ein mosaikartig zusammengesetztes Verzeichnis der Wünsche aller
einzelnen Verbandsmächte:
1. Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Montenegros mit
Kompensationen,
2. Räumung Frankreichs, Rußlands und Rumäniens mit angemessener
Wiedergutmachung,
3. Zurückgabe der den Alliierten ehemals entrissenen Gebiete,
4. Befreiung der der mörderischen Tyrannei der Türken unterworfenen
Völker,
5. Austreibung des osmanischen Reiches aus Europa.
Wir bemerken, daß es sehr ins Gewicht fällt, wem gegenüber
und zu welchem Zwecke Kriegsziele von einer kriegführenden
Macht oder Mächtegruppe kundgegeben werden und welche Ge-