Full text : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1875. (66)

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g.  26.

Neben  dem  Vormund  kann  ein  Gegenvormund  bestellt  werden.

Ein  Gegenvormund  muß  bestellt  werden,  wenn  mit  der  Vormundschaft  eine
Vermögensverwaltung  verbunden  ist  und  nicht  mehrere  Vormünder  zu  ungetrennter
  Verwaltung  bestellt  sind.  .

Führen  mehrere  Vormünder  die  Verwaltung  nach  Geschäftszweigen  getrennt,
  so  kann  der  eine  zum  Gegenvormund  des  andern  bestellt  werden.

Neben  dem  gesetlien  Vormund  ist  ein  Gegenvormund  nur  t  bestellen,
wenn  dessen  Anhörung  nach  Maßgabe  des  JF.  55.  erforderlich  wird;  die  Bestellung
  erfolgt  nur  zum  Zwecke  der  Prüfung  der  von  dem  Vormundschaftsgerichte
  zu  genechmigenden  Handlung.

Auf  die  Berufung  und  Bestellung  des  Gegenvormundes  finden  die  für
dee  Berufung  und  Bestellung  des  Vormundes  geltenden  Vorschriften  entsprechende

mnwendung.

Der  Vater  oder  die  Mutter  können  nach  Maßgabe  der  in  §.117.  für  die
Berufung  eines  Vormundes  gegebenen  Vorschriften  die  Bestellung  eines  Gegenvormundes
  untersagen.

II.  Führung  der  Vormundschaft.
S.  27.
Dem  Vormund  liegt  die  Sorge  für  die  Person  und  die  Vermögensangelegenheiten

  des  Mündels,  sowie  die  erforderliche  Vertretung  desselben  ob,  soweit
nicht  für  gewisse  Angelegenheiten  ein  Pfleger  bestellt  ist.

.  28.

Der  Mutter  des  Mündels  steht  dessen  Erziehung  unter  der  Aufsicht  des
Vormundes  zu.  Dieselbe  kann  ihr  aus  erheblichen  Hüunden  nach  Anhörung
des  Vormundes  sowie  des  Waisenrathes  durch  das  Vormundschaftsgericht  entzogen
  werden.

de  bestehenden  Vorschriften  über  die  religiöse  Erziehung  der  Kinder  bleiben
raft.

s.  29.

Der  Mündel  wird  durch  solche  Rechtsgeschäfte  berechtigt  und  verpflichtet,
welche  der  Vormund  ausdrücklich  im  Namen  des  Mündels  oder  unter  Umständen
  abgeschlossen  hat,  welche  ergeben,  daß  das  Geschäft  nach  dem  Willen  der
Betheiligten  für  den  Mündel  geschlossen  werden  sollte.

G.  30.
Mehrere  Vormünder  verwalten  gemeinschaftlich.
Bei  Meinungsverschiedenheiten  entscheidet  die  Mehrheit  oder,  wenn  eine
solche  nicht  erzielt  wird,  das  Vormundschaftegericht.
Ist  unter  mehreren  Vormündern  die  Verwaltung  getheilt,  so  verwaltet
jeder  die  ihm  zugetheilten  Geschäfte  selbstständig.
(Nr.  8344.)  Anin