Heinrich d. L. im Kampfe mit Ulrich von Halberstadt u. s. w. 311
vor, sich in die festen Plätze zurückzuziehen, die Wiedervergeltung aber ins.
auf eine spätere, gelegenere Zeit hinauszuschieben. Diesem verheerenden
Streite suchten der Erzbischof Wichmann von Magdeburg und
der Bischof Eberhard von Merseburg ein Ende zu machen, und
ihren Bemühungen gelang es denn auch, einen Frieden zu Stande
zu bringen.) Unter den Bedingungen scheint freilich die gewesen
zu sein, daß Heinrich versprach, den Bau der Festung Horneburg
künftighin nicht mehr zu stören.)
Nun aber trat die Sache Heinrichs des Löwen bald in ein
wesentlich anderes Stadium. Der Kaiser hatte zu Venedig mit dem
lombardischen Städtebunde Frieden geschlossen; jetzt kehrte er, —
freilich unter ganz anderen Umständen, als er gehofft hatte —, nach
Deutschland zurück. Bei der Stimmung der meisten Fürsten gegen
den Sachsenherzog ließ es sich nicht anders erwarten, als daß sie
den Kaiser bestürmen würden mit Klagen und Beschuldigungen, um
ihn zu dem strengsten Vorgehen gegen Heinrich aufzureizen:) denn
für sich selbst konnten sie davon nur Gewinn erwarten. Noch aber
hatte sich Friedrich I. nicht entschieden gegen Heinrich erklärt, noch
nichts von einer beabsichtigten strengen Bestrafung desselben verlauten
lassen: und fast scheint es, als habe er nicht so einschneidende
Maßregeln nehmen, vielmehr die Sache in Ruhe und Milde behandelnd,
Heinrich zwar einschränken, aber ihn sich zugleich versöhnen
wollen. Denn selbst nachdem später in Folge des hartnäckigen Benehmens
Heinrichs des Löwen die gewichtigsten Beschlüsse gegen ihn
gefaßt sind, geht Friedrich doch nicht mit der denselben entsprechenvastans
em incendiis multis et ita
Procedens usquo Quernhamele, non
eadjecit ulterius progredi usque reversus
est in locum sunum. Ann. S.
Petri Erphesl. p. 24: Unde idem
antistes cum copiosa multitudinc fines
attingons Sexoniae, oppida quam plurima
et eivitates, presato prineipe ad
munitiora decedente, incendendo et
destruendo terrae funditus conequavit.
1) Ann. S. Pretri Erphesf.
p. 24: Sed tandem mediante Wichmanno
Magdeburgensi archipresule,
ultra digredi dosistens, * dedit
et accepit. Ann. Pega v. p. 262:
W. Magdeburgensis et Merseburgeneis
Bverbardus cum aliie obviam pacifce
venientes, impetum Coloniensis amico
retinuerunt. — Chr. Mont. Sereni
a. 1178: — W. archiepiscopus multo
labore pacem inter ipsos relormarit.
2) Ann. Palid. L c. Horneburg
rursus annuente duce veediffeatur:
— Chron. Mont. Sor. 1179: Castrum
Horneburch reaedifleatum est.
3) Arno
Principes, qui eum prius oderant, accepta
occasione contra eum multa
conqueri coeperunt et coopemnte,
vorbis imperatoris, omni bonore eum
Privandum iudieabant. — — Et alii
atque alii se ingerentes, illas vel
illas ab eo illatas eibi iniurias conduesti
fuerunt et iustitiam sibi feeri
iudicio imperatoris sibi expostulaverunt.
— Ann. Palid. L — multe
querimonie adversus ducem coram im-Peratore
deponuntur.