Metadata : Gesetzsammlung für die Fürstlich Reußischen Lande Jüngerer Linie. Zwölfter Band. 1858-1861. (12)

115
Cession  an  ven  Befiher  des  Grundstücks.

8.  118.

Der  Inhaber  elner  in  das  Grund=  und  Hypothekenbuch  eingetragenen  Forderung,
welcher  vom  Besiger  des  verhafteten  Grundsiücks  durch  Zahlung  oder  auf  andere  Weise
beftledigt  wird,  kann  sich  jedoch  nicht  entbrechen,  demselben  auf  Verlangen,  anstatt  einer
Verzichtsleistung,  eine  Cession  der  Forderung  auszustellen,  insofern  nicht  ber  Eintragung
der  Forderung  in  das  Grund=  und  Hypothekenbuch  zugleich  festgesetzt  worden  ist,  daß  die
Zahlung  nach  und  nach  in  bestimmten  Terminen  erfolgen,  und  wegen  des  Gezahlten  die
Hopothek  gelöscht  werden  soll,  in  welchem  Falle  die  Hppothek  in  Ansehung  jeder  geleisteten
  Zahlung  erlöscht,  bei  welcher  ein  Theil  der  Forderung  noch  ungctilgt  geblieben  ist.

8.  119.
Eine  solche  Cession  berechtigt  den  Besiger  des  Grundslücks,  sich  selbst  als  Inhaber
der  abgetretenen  Forderung  in  das  Grund=  und  Hypothekenbuch  eintragen  zu  lassen  und
dieselbe  dann  weiter  zu  cediren.

Konsolidation  (Vereinigung  des  Gläubigers  und  Schuldners  in  einer
Verson.)

8.  120.

Gleichergestalt  ist  der  Besitzer  des  Grundstücks,  welcher  eine  darauf  versicherte  Forberung
  auf  andere  Weise,  als  durch  Cesüon  erwirbt,  oder  der  Inhaber  einer  solchen  Forderung,
  welcher  das  Eigenthum  des  Grundüücks  erwirbt,  berechtigt,  sowohl  die  Löschung
der  Forderung  im  Grund=  und  Hupothekenbuche  zu  verlangen,  als  auch  dieselbe,  so  lange
sic  noch  nicht  im  Grund=  und  Hypothekenbuche  gelöscht  ist,  weiter  zu  cediren.

8.  121.

Verfällt  der  Besiger  des  Grundstücks  in  Konkurs,  so  haben  die  gemeinen  Gläubiger
  keinen  Anspruch  darauf,  kaß  der  Betrag  einer  auf  den  Besitzer  selbst  gekommenen
hopothekarischen  Forderung  (5§#.  118,  120)  von  der  Spezialmasse  des  Grundstücks  abgesondert
  und  zu  ihrer  Besriedigung  verwendet  werde,  so  lange  andere  auf  das  Grundstück
eingetragene  Gläubiger  nicht  vollständig  befriedigt  sind.  Ebenso  hat  außerhalb  des  Konkurses
  der  Besiper  keinen  Anspruch  darauf,  daß  der  Betrag  einer  auf  ihn  selbst  gekommenen
  hypothekarischen  Forderung  von  dem  Erlöse  des  zwangsweise  versteigerten  Grundstücks
  abgesondert  und  ihm  überlassen  werde,  so  lange  andere  auf  das  Grundstück  eingeragene
  Gläubiger  nicht  vollständig  befriedigd  sind.

8.  122.
Auf  Auszugs=  (§.  12)  und  Rentenforderungen  (I  50)  leiden  keine  Anwendung: