— 298 —
seltene #) Illusion, die man immer wieder als bewußte
Selbsttäuschung aufzufassen versucht ist, durch die Siktion
des friedfertigen Hapstes #32): „Ich halte den Dapst für
deutschfreundlicher als das Zentrum . Der Dapst ist
außerdem nicht Welfe, er ist nicht Pole und er ist auch nicht
deutschfreisinnig .. vollständig frei.“ Nicht immer und
unter allen Umständen und in bezug auf alle Dersonen
habe er zu den Bestrebungen der römischen hierarchie
Dertrauen gehabt. „Ju dem jetzt regierenden Dapst aber
habe ich Dertrauen.“ Das wird sogar einmal damit gestützt,
daß der Papst die Knzeigepflicht, die er einmal geleistet,
immer und dauernd leisten könne; „denn die römische
Kirche hat nicht die Gewohnheit, einzelne Kusnahmen von
den Regeln, die sie für unumstößlich hält, nach Belieben
zu machen, und am andern Tage wieder eine andere Theorie
aufzustellen“! Im innerkirchlichen Kampf zwischen dem
friedlichen, deutschen Dapst und den demokratisierenden
ultramontanen Geistlichen ist ihm „der Sieg des Dapstes
über kurz oder lang gar nicht zweifelhaft.“ Und während
er vor kurzem noch 8) nachgewiesen hatte, daß die katholische
Kirche erfahrungsgemäß keinen Schutz gegen die
Sozialdemokratie biete, sieht er nun #) an die stelle der
päpstlichen Kutorität einerseits die priesterliche Gewalt des
demokratisierenden Priesters, andrerseits die Sozialdemokratie
treten; „in dieser Beziehung halte ich die subversiven
Tendenzen, das Unterwühlen der Kutorität für vollständig
gleichbedeutend, mag es von geistlicher oder weltlicher
Seite, von Sozialdemokraten oder demokratisierenden eistlichen
ausgehen. papst und Naiser haben in dieser Be—