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Unterricht beziehen, den Vorschriften und Verfügungen der Kreis-Regierung unterworfen.
XXIX. Den Gemeindevorstehern ist unbenommen, das Lesen jeder, nach ihrer
Ueberzeugung schädlichen Schrift auch den erwachsenen und mündigen Gemeinde-Mitgliedern
abzurathen; dieselben sind aber keineswegs befugt, solches zwangsweise
zu verbieten. «
XXX. Wir erklaͤren uͤbrigens ausdruͤcklich, daß, da alles Vorstehende sich ganz
allein auf die buͤrgerlich-religioͤse Gemeinde Kornthal bezieht, dasselbe ohne Unsere
besondere Erlaubniß weder auf andere Niederlassungen, noch auf andere, außer dieser
Gemeinde befindliche Staats-Angehoͤrige, wenn sie gleich die naͤmlichen religioͤsen
Grundsaͤtze haben sollten, anwendbar sey.
Gegeben, unter Unserer eigenhaͤndigen Unterschrift und Beidruͤckung Unseres
größeren K. Siegels in Unserer K. Residenz Stuttgart, den 22. August 1819.
Wilhelm.
Minister des Innern:
v. Otto.
Auf Befehl des Königs:
der Staats-Sekretär:
Vellnagel.
5) Auszug aus einem Erlasse des K. Ministerium des Innern und des
Kirchen= und Schulwesens an die Regierung des Neckarkreises,
vom 14. Februar 1820,
beteeffend: die Beschränkung der Parochialrechte der Kornthaler Kirche auf die daselbst ansäßtigen
Gemeindeglieder.
Da die der Kornthaler Gemeinde verliehenen Befugnisse, mithin auch die Parochialrechte
der dortigen Kirche, auf die daselbst ansäßigen Gemeindeglieder beschränkt
sind, und daher die Confirmation auswärtiger Kinder in der Kirche zu Kornthal
nicht gestattet werden bann, so hat die Kreis-Regierung die Fürsorge zu treffen, daß
die Gemeinde in Kornthal sich dergleichen Abweichungen von der Ordnung nicht
erlaube.