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stunde dieser rechenschalt rücke mit jedem augenblicke
näher Möser Phant. 1, 280; die 2eit meines besuches
ist wieder ferner gerückt; das fest ruekt heran, u. s. w.
Im gemeinen Leben die bäume rucken, schlagen aus
Adelung. 2) trans., durch Schieben ctwas oder einen
fortbewegen; in älterer Spr. auch mit der schärseren
Bed. des reißens oder zuckens: diz kréhenncst wir
zwäüren wollen 20 kleinen stueken . . rucken lirl.
Chron. 3778; ruckete daz swert Ges. Abent. 1, 49; das
jr euch etlicher erbarmet . . und rucket sie aus dem
lewr Judä 23; daneben in dem heutigen Sinne: morere
rucken Dies.; ohne Ortsbestimmung, mit dem Sinne
des serner bringens: einen stein rücken, lapidem Movere
Steinbach; es furchtet sich jeder, auch nur zu rucken
das kleinste Goethe Herm. u. Dor. 3; kein sterblicher
.. ruekt diesen schleier, bis ich selbst ihn hebe Schiller
Bild zu Sais 29; den weiser der uhr, begrifftauschend
die uhr rücken; stuhl, sessel, beim Ausstehen vom
Tische; mutze, kappe, hut, zum Gruß; des zurecht
schiebens: ihr (der Kranken) das kissen rucken Heyse
1, 169; in älterer Spr. den tisch rueken, die Nachseier
eines Schmauses bei Hochzeit oder Hausweihe bezeichnend,
oberpfälzisch Schmeller; wa ruckt man den tisch, wa
gibt man die hauszrachtung Garg. 93; rheinisch: eine
lisehrhekung in seinem aus dem brande erstandenen
hause Arndt 137; einem den tiseh rucken, mit
Mehreren ungebeten bei ihm zu Gaste kommen Adelung;
neuer den tisch rucken, tisehrueken machen,
seit 1853 eine von Amerika herübergekommene spiritistische
Unterhaltung; weidmännisch netze, wände, garne
rbeken, auf dem Vogelherd schnell in die Höhe ziehen
und die Vögel damit bedecken Jacobsson; mit näherer
Ortsbestimmung: etwas näher, weiter, ferner, seitwürts,
vor, hinter rucken u. s. w.; rucket üf die huete Walther
75, 7; schiffee alsõ vil, daz man zusamne rukte si
Jeroschin 21126; einen quer liegenden bogen zurecht
zu rucken Goethe Du W. 16; den stuhl von
seiner stelle, den tisch an die wand rüeken Adelung;
cin zelt, das man vom orte ruckt Goethe Div. 1,5;
in einer Neihe von sesten, bildlichen Redensarten: mit
welcher leichtigkeit hat sie alle nufschlusse pPlötzlich
aus deinen augen gernekt Wieland Per. Prot. 8;
cinem etwas aus den zühnen rucken; der himmlische
vater rückt ihn zu sich Schiller Räub. 2, 2; näher
geruekt ist der mensch an den menschen Spazierg. 71;
(einen Betrachter) in den rechten standpunkt zu rücken
Briese über Don Carl. 1; die eventunlität eines krieges
näher zu rücken Bismarck Red. 13, 322; anzeige,
berieht in die zeitung rucken, u. s. w., vgl. auch
auf-, ein-, vorrücken; refl.: sich zurecht rücken; sich
nicht rücken und rühren, unbeweglich verharren; was
rückst du dich, quid 4o motos Stieler; — statt
des Obj. mit der Präp. an: die mädc! . ruckten an
dem kränzlein APichler nene Marksteine 164; (ich)
rücke täglich an meiner farbenlehre ein wenig zurecht
Goethe an Knebel 1, 281. — rücklings, mit dem Rücken
voran, in der Richtung des Rückens; Vertreter eincs
älteren ahd. ruchilingun, mhd. ruckclingen, seit 16. Ih.:
giengen rueklings hinzu 1. Mos. 0, 23; rucklings liegen,
beugen Steinbach; Sie mussen aber doch wissen. wie
ich gelallen bin. rücklings die treppe herunter EKönig
an Lessing 1771; er sturzte rucklings nieder CF Meyer
Ang. Borg. 153; auch — hinterrücks, hinter Jemandes
Rücken: viel minder ist es löblich, dasz man cinen
rücklings richte Logau 2, 190, 71.
Rüde, m. großer Hund; ahd. rudo, mhd. rude, altengl.
rydda, hryöhha; unbekannter Herkunft; der rud,
rücnhhund, molossus Maaler; ein taullressiger,
schleleriger rudde Luther 6, 16205; als Jagd-, Bauern-,
Schälerhund: dasz da, wo der rude fehlt, sic (die Herde)
den wöllen ausgesetzt ist Goethe DuW. 9; jägervolk,
die ruden an der sehnur Freiligrath 2, 179. ruüde
rücklings — Rüde.
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bei den Jägern auch der männliche Fuchs und Wolf. —
rüde, roh, grob und frech, neneres Lehnwort aus dem
sranz. rude (von lat. rudis): ein rudes betragen, er
tritt rüde auf; (die) 2iemlich ruden drohungen und
renommagen der 2eilungen Bismarck Red. 16, 146.
Rudel, u. 1) Herde Wild, Trupp, Hause im Allgemeinen;
erst uhd. erscheinendes, wohl ursprünglich
weidmännisches Wort dunklen Ursprungs; das Geschlecht
schwankt auch ins Masc., Voß in der Ubersetzung der
Aneide (1, 185) braucht selbst als Fem. die sämtkliche
rudel; rudel ist bei den jägern eine rotte oder kleine
heerde Frisch; ganze rudel sauen ebd.; wie'n rudel
wild Grabbe 1, 150; drei rudel von wöllen Freytag
Ahnen 5, 206; frei: gruppe von .. einem rudel schafe
Keller Nachl. 229; ein rudel freunde Wieland Aristipp
t, 14; ich suh einen rudel gassendoben Grillparzer
2, 28; er hat ein ganzes rudel (einen ganzen rudel)
kinder. 2) rudel, Nebensorm zu ruder (s. d.) Steinbach;
rudelnagel, scalmus Stieler.
Ruder, n. Wertzeng zum Fortstoßen eines Schiffes;
westgerm. Bildung, ahd. ruodar, mhd. ruoder, altengl.
röder, dem altnord. anders abgeleiteten Neutr. rœdi
entsprechend, beides zu dem gemeingerm. Verbum altnord.
rda, altengl. röwan, mhd. ruejen, ruon rudern,
steuern gebörig, urverwandt zu lat. rẽmus Ruder, grichh.
erétẽs Nuderer; in der älteren Spr. nicht bloß im engern
Sinne die Stange oder das stangenartige Gerät, wie
gewöhnlich jetzt, sondern auch das Stener (vgl. steuerruder)
bezeichnend, worauf noch jetzt die bildliche Anwendung
des Wortes beruht; remus ruder, rudel
Dies.; (es wird) kein schiff mit rudern faren Jes.
33, 21; alle die an den rudern ziehen Hes. 27, 29; die
schiffe, ob sie wol so gros sind werden sie doeb
gelenkt mit einem kleinen ruder, wo der bin wil, der
es regieret Jac. 3, 4; da ist der Tell, der fuhrt das
ruder auch Schiller Tell 1,1; nur dann und wann
cinmal das ruder zu rühren, um das schifflein in der
richte zu halten Keller Sinnged. 393; zum ruder verdammen
ack remum dare (zur Galeere) Frisch; bildliche
Anwendung, in Beziehung auf die oberste Leitung
eines Staats= oder Gemeinwesens erst in neuerer Spr.:
am ruder des staates sitzen Lessing Bries 1756; in
den Fügungen an das ruder gelangen Erett chke
2, 206. Bismarck Red. 13, 27), treten (Treitschke
4, 9); am ruder bleiben (2, 316. Bismarck Red.
13, 106), sein (9, 68. 13, 203). Weidmännisch heißen
ruder die Füße der Schwimmvögel; in den Brauhäusern
lange Stangen zum Umrühren Adelung, auch rudel;
bei Vogelstellern bewegliche Stange für den Lockvogel.
— Zusammensetzungen: Ruderbaul, k. Bank für die
Rudcrer. — Ruderboot, n. Boot das durch Ruder bewegt
wird. — nderflosse, k. seitliche Flosse der Fische
zum vorwärtsbewegen. — Ruderhaken, m. besonderer
Haken des Steuerruders. — Nuderknecht, m. Knecht der
am Ruder zieht: die von Zidon und Aruad waren deine
ruderknecht Hes. 27, 8; Galeerensträsling Jacobsson.
— rucderloe, ohne Ruder oder Steuer, mhd. ruoderlos:
einen ruderlosen kahn Heyse Par. 2, 326. — Ruderpforte,
k. Offnung im Schiff für das Ruder oder Steucr.
— Ruderpinne, k. Hebel, hebelartiger Anm des Steuerruders,
durch welchen es bewegt wird; vgl. pinne. —
Ruderschiff, n. Schiff das durch Nuder bewegt wird. —
Ruderschlag, m. Schlag mit dem Ruder; besonders kunstgerechter
Schlag, durch welchen ein Schiff bewegt wird.
Ruderer, m. der da rudert, mhd. ruoderære. —
rudern, 1) das Ruder führen, durch Nuder ein Fabrzeug
bewegen, abd. ruoderon, mhd. ruoderen. nur hochd.
Bildung vom Subbst. ruder, im umschriebenen Prät.
mit haben oder sein, je nachdem mehr die Thätigkeit
oder die bloße Bewegung beim Verbum betont wird
(vgl. reiten): da sie nu gerudert hatten bei fünf und
zwenzig oder dreiszig feldwegs Joh. 6, 19; wir sind
rüde — rudern.