Full text : Sozialdemokratie, Christentum, Materialismus und der Krieg.

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Worten:  Gott  hat  das  Materielle  der  Welt  mit  seinen  Energien  nicht
geschaffen,  da  es  als  Summe  von  Kraft  und  Stoff  unwandelbar  in  alle
Ewigkeit  gegeben  ist,  und  als  materieller  Träger,  gewissermaßen  als
Körper  Gottes,  seine  eine  Seite  selber  ist.

Wohl  aber  kann  man  das  Dasein  der  Formen  der  Materie,  von
denen  auch  der  Mensch  eine  ist,  als  von  Gott  geschaffen  ansehen  und
zwar  in  der  Weise  geschaffen,  als  Gott  die  Richtung  der  Energieumwandlung
  bestimmt  hat.  Mit  anderen  Worten:  Gott  kann  und  hat  kein
Empfindungsvermögen  geschaffen,  da  dieses  nach  unserem  Beharrungsprinzip
  der  Materie  als  ihr  unveränderliches  Wesen  in  alle  Ewigkeit
innewohnt;  wohl  aber  kann  Gott  resultierende  Empfindungen  schaffen,
und  in  diesem  Sinne  können  wir  nun  nicht  nur  davon  sprechen,  daß
Gott  den  Menschen  überhaupt  geschaffen  hat,  sondern  daß  er  ihn  auch
nach  seinem  Bilde  geschaffen  hat.  Wir  können  um  so  mehr  davon
sprechen,  als  auch  wir  in  diesem  Sinne  eine  schöpferische  Tätigkeit  ausüben
  können.  Auch  wir  können  in  der  Entwicklung  von  Organismen
die  Entwicklungsrichtung  bestimmen  und  dirigieren,  was  uns  nicht  nur
die  Tier=  und  Pflanzenzucht,  sondern  der  Ackerbau  überhaupt  täglich
vor  Augen  führt.

Unsere  Gottähnlichkeit,  geäußert  durch  eine  schöpferische  Tätigkeit
zugunsten  der  Vergrößerung  unserer  Wahlfreiheit,  denn  diese  haben
wir  bei  unserer  schöpferischen  Tätigkeit  nur  im  Auge,  besteht  darin,
daß  wir,  wenn  wir  notgedrungen  eine  Kausalreihe  ins  Leben  rufen
müssen,  unter  verschiedenen  diejenige  wählen  können,  die  mit  der  geringsten
  Summe  von  Ursachen  und  Wirkungen  den  verhältnismäßig
größten  Zweck  für  uns  verbindet.  Wir  rufen  eine  Kausalreihe  z.  B.
dadurch  ins  Leben,  daß  wir  ein  Samenkorn  der  Erde  anvertrauen;  ein
hierdurch  hervorgerufener  chemischer  Vorgang  ist  die  Wirkung;  dieser
chemische  Vorgang  ist  wieder  die  Ursache  für  das  Keimen  als  Wirkung:;
hingegen  das  Keimen  die  Ursache  des  Wachsens  als  Wirkung  und  das
Wachsen  die  Ursache  für  das  Samenbilden  u.  s.  f.  Wir  sehen,  die  eine
Wirkung  ist  immer  die  Ursache  der  folgenden  und  eine  solche  Folge
von  Ursache  und  Wirkung  ist  ein  Kausalnexus.

Wir  müssen  aber  einen  Kausalnexus  zwischen  Säen  und  Ernten
ins  Leben  rufen,  und  zwar  nicht  nur  um  uns  zu  nähren,  sondern  um  uns
schrankenlos  fortpflanzen  zu  können.  Rufen  wir  einen  solchen  Kausalnexus
  nun  derartig  ins  Leben,  daß  wir  mit  der  geringsten  Menge  von
menschlichen  Hilfsaktionen  als  Kultur  und  Düngung  die  größte  Ernte
erzielen,  so  haben  wir  mit  der  geringsten  Summe  von  Ursachen  und
Wirkungen  den  verhältnismäßig  größten  Zweck  für  uns  erzielt,  und
dadurch  unsere  Wahlfreiheit  vergrößert.  Unsere  Wahlfreiheit,  die,  wie
gesagt,  die  Mutter  der  Willensfreiheit  ist,  besteht  also  einzig  und  allein