Metadaten : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Einundsechzigster Jahrgang. 1900. (61)

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I.  Sind  die  Pferde  und  Wagen  vorausbestellt  worden,  so  müssen  sie  der=  Ablertigung.
gestalt  bereit  gehalten  werden,  daß  zur  bestimmten  Zeit  abgefahren  werden  kann.

II.  Für  weiterher  kommende  Reisende  müssen  die  Pferde  schon  vor  der  Ankunft
angeschirrt  stehen  und  auf  Stationen,  wo  die  Posthalterei  über  200  Schritte  vom
Posthaus  entfernt  liegt,  in  dessen  Nähe  aufgestellt  werden.

III.  Die  Abfertigung  muß,  sofern  der  Reisende  sich  nicht  länger  aufhalten
will,  bei  voransbestellten  Exkraposten  innerhalb  10  Minnten  erfolgen.  Wird  ein
Stationswagen  verwendet,  so  tritt  dieser  Frist  noch  soviel  Zeit  hinzu,  als  zur
ordnungsmäßigen  Verladung  des  Reisegepäcks  erforderlich  ist.

IV.  Sind  Pferde  und  Wagen  nicht  vorausbestellt  worden,  so  müssen  Extraposten,
  wenn  der  Reisende  einen  Wagen  mit  sich  führt,  innerhalb  einer  Viertelstunde
  und,  wenn  ein  Stationswagen  gestellt  werden  muß,  innerhalb  einer  halben
Stunde  weiterbefördert  werden.

V.  Auf  Stationen,  wo  selten  Extraposten  vorkommen  und  wo  zu  deren  Beförderung
  Postpferde  nicht  besonders  unterhalten  werden  können,  müssen  sich  die
Reisenden  den  Anfenthalt  gefallen  lassen,  der  zur  Beschaffung  der  Pferde  nothwendig
  ist.

668.

I.  Die  Beförderung  der  Extraposten  muß  innerhalb  der  durch  die  Post-  -
behörden  vorgeschriebenen  Fristen  ersolgen.  Eine  Uebersicht  der  Beförderungsfristen
besindet  sich  im  Postzimmer  bei  jeder  Extrapoststation  und  wird  dem  Reisenden  auf
Verlangen  zur  Einsicht  vorgelegt.

II.  Hat  auf  Verlangen  des  Reisenden  eine  Einigung  dahin  stattgefunden,  daß
die  Beförderung  durch  eine  geringere  Anzahl  von  Pferden  erfolgt,  als  nach  dem
Umfange  der  Ladung  und  nach  der  Beschaffenheit  der  Wege  und  der  Wagen  eigentlich
erforderlich  waren,  so  kann  der  Reisende  auf  das  Einhalten  der  vorgeschriebenen
Beförderungszeit  keinen  Anspruch  machen.

III.  Beträgt  die  zurückzulegende  Eutfernung  nicht  über  20  Kilometer,  so  darf
der  Postillon  ohne  Verlangen  des  Reisenden  unterwegs  nicht  anhalten.  Bei  größerer
Eulfernung  ist  ihm  zwar  gestattet,  zur  Erholung  der  Pferde  einmal  höchstens  eine
Viertelstunde  anzuhalten,  die  vorgeschriebene  Beförderungszeit  muß  jedoch  auch  in
diesem  Falle  eingehalten  werden.  Während  des  Anhaltens  darf  der  Postillon  die
Plerde  nicht  ohne  Aufsicht  lassen.