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barer Schuͤchternheit oder Unstetigkeit behaftet war, dic ihn zum
Reformator irgend eines Fachs immer untuͤchtig gemacht
haben wuͤrde, ihm schien's ein recht unzerreißbarer, politischer
Zusammenhang zu seyn, daß jene Schaaren von Vätern, gelehrten
und ungelehrten Vaͤtern, die sich in juristischen Aemtern,
Kollegien und Tribunalien befaͤnden, die unuͤberzeugbarsten
Schutzredner und Befoͤrderer der alten, sogenannten
Methode seyn wuͤrden. Natuͤrlich ehrt man, wodurch man
selbst wurde, was man ist, und es wuͤrde eben so intolerant,
als unbescheiden seyn, Maͤnnern, die einmal bis zu einer gewissen
praktischen Groͤße in ihrem Fache gediehen, von einer
neuen, besseren akroamatischen Methode bis zur vermeinten
Ueberzeugung vorpredigen zu wollen. Neue Methoden müssen
sich, wie neue Wahrheiten, zuerst gegen junge, unbefangene
Männer erproben, und wer nicht zu hoffen wagt, daß Wahrheit
und Recht im Munde der Söhne endlich doch die einmüthigste
Schaar der ehrwürdigsten Väter zu übersiimmen
vermöge, der kennt entweder wenig Geschichte, oder hat ihm
der Himmel eine seiner schönsten Gaben versagt, — die unermüdete
Hoffnung besserer Zeiten.
Nun darf ich denn hier auch wohl nur mit drei Worten
ciniger besonderen Vortheile gedenken, die ein einsichtsvoller
Reformator des akademischen Unterrichts vielleicht auf wenigen
Universitäten gerade so in reichem Maße genießt, als zu
Göbttingen; vorausgesetzt, daß er von der albernen Eigenliebe
frei ist, seine Methode müsse die alleinherrschende seyn. Wer
es meines Erachtens nür dahin gebracht hat, daß auch er.
sein Publikum sich erworben, der hat seine Reform schon
durchgesetzt; für das weitere Gedeihen mag Gott und die Zeit
sorgen. Es finden sich nämlich vielleicht auf wenigen deutschen
Universitäten so viele Studirende, und vielleicht auf keiner
so viele gerade der juristischen Klasse, die ihre ersten Bildungsjahre
schon auf einer anderen Akademie zugebracht
haben, als auf unserer Georg-August-Universität. Diese höchst
zahlreiche Klasse junger Männer ist noch unbefangen genug,
die Vortheile oder Nachtheile jeder neuen Methode schätzen zu
können; schon aber geübt und erfahren genng, um richtig