Metadata : Geschichte der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Erster Band Erste Hälfte.

LEissız  Beziehungen  zur  Kınfürstin  im  Jahre  1608.  Ay

»Der  besondern  Estime.  welche  Hıro  Clunt.  Durchl..  meme  gnädigste  Fran.
für  meinen  hochgeehrten  Ilerren  haben.  bin  ich  für  die  Ehre  verbunden,  wegenwärtige
  Zeilen  an  meinen  hochgeelnten  llerven  in  schuldigster  Ehrerbietigkeit  absehen
  zu  lassen.  und  bitte  mir  die  Freiheit  ans.  die  Gelegenheit  hiezu  etwas  weitlänfig
  anführen  zu  dürfen.-Japtoxskı

  erzählt  nun  sehr  ausführlich.  wie  im  vorigen  Jahr
der  Gedanke.  ein  Observatorium  zu  bauen.  bei  und  von  der  Kurfürstin
  angeregt,  wie  er  aber  »dureh  die  unverhoffte  Revolution  hiesigen
  Hofes«  zunächst  hinfällig  geworden  sei'.  und  fährt  dann  fort:

»Doch  wuchs  mir  hinwieder  der  Miurth.  da  I.  Churf.  Durchl.,  als  die  Elıre  hatte.
Dero  das  neue  Jahr  zu  wünschen.  von  selbsten  nach  dem  Observatorio  fragten  und
vermeldeten.  mein  hochgeehrter  Herr  habe  bereits  sein  Vergnügen  iiber  das  anzılegende
  Observatorium  bezenget,  auch  versprochen  anhero  zu  kommen  und  es  in
Augenschein  zn  nehmen.  wiewohl  Io  Ch.  D.  darauf  geantwortet.  es  sei  damit
noch  so  weit  nicht  kommen.  mir  auch  mithin  enädigst  befalilen.  in  besagter  Sorge
fortzufahren.  Weil  nun  der  Ober-Kammerherr  Freiherr  vox  KoLgE  eben  zum  Proteetore
  der  nenen  Akademie  [der  Künste]  ernennet  worden.  time  selbtem  die  Sache
vor,  überlieferte  das  eheinahlige  Project?  dergleichen  auch  bei  dem  nen  berufenen
L.eib-  Medico  Hrn.  ArLsıxo.  als  einem  besonderen  Matlhenimatico.  nnd  der  oft  Gelecenheit
  hat.  S.  Chr.  D.  und  des  Ober-Kammerherrn  Exe.  zu  sprechen.  gethan:  es  ist
aber  hierauf  weiter  kein  Bescheid  erfolget.  Weil  nun  billiges  Bedenken  tragen
musste,  in  einer  Sache.  welche  so  gar  ansser  meiner  theologischen  Sphäre  zu  sein
sehiene.  mich  weiter  zu  melivren.  besehloss  selbige  hinfort  gänzlich  bei  Seite  zn  legen.
bis  neulichst  die  Elre  hatte.  Ihro  Chr.  D.  unterthänigst  anfzuwarten.  da  selbte  wiederum
  auf  das  Observatorium  fielen.  dabei  mich  fragten.  ob  meinen  hochgeehrten
Ilerın  bekannt  sei.  und  auf  Verneinen  gnädigst  befallen.  mit  selbtem  in  Correspondence
  mich  einzulassen  *,  Ihro  Ch.  D.  wollten  selbst  für  der  Briefe  Bestellung  Sorge
tragen.  nur  es  müsste  in  einer  Sprache  sein,  welche  selbte  nicht  hinderte.  an  diesem
3riefwechsel  Theil  zu  haben.  Dieser  gnädigste  Befehl  und  höchstverbindendes  Anerbieten
  der  gütigsten  und  klügsten  Fiirstin  unserer  Zeit  giebt  mir  gegenwärtige
Kühnbeit  nnd  wird  auch,  wie  ich  hoffe.  selbige  entschuldigen.  Und  weil  in  der
französischen  Sprache  mir  nicht  genngsam  trauen  kann,  habe  die  dentsche  erwählet.

meinem  hochgeehrten  Uerren  zu  beliebigem  Gefallen  anheimstellend,  ob  —  wenn
ich  das  Glück  haben  sollte.  mit  einer  gütigen  Antwort  beehrt  zu  werden  —  selbiger

eben  derselben  oder  der  französischen.  deren  1.  Chr.  D.  sich  gemeinsamer  zu  gebrauchen
  pflegen.  sich  bedienen  wolle.  Wann  mein  hochgeehrter  Herr  so  viel  Couıplaisance
  gegen  Ihro  Chr.  D.  zu  bezengen  belicbet.  als  selbte  Hochachtung  gegen
meinen  hochgeehrten  Herren  haben,  zweitle  nieht.  selbter  werde  denen  andern  wichtigen
  Affairen  einige  Minuten  abbrechen.  diese  Wissens  -gierige  Fürstin  mit  einem
Paar  Zeilen  zu  vergnügen.  Vielleicht  wird  noch  eben  demselben  das  Publieum  die
Vortheile  eines  Observatorü  zu  danken  haben  (denn  ein  Clerieus  kann  diese  Sache
nicht  durchtreiben.  hohe  Politicos  aber  finde  gegenwärtig  nicht.  die  derselben  nachıdrücklich
  favorisireten.  wo  nicht  der  Churfürstin  Durchl.  selbst  derselben  sich  an-!

  Dieses  Stück  des  Briefes  ist  oben  S.47f.  bereits  mitgetheilt  worden.

?  [Eine  solche  directe  Zusage  von  Leisxız  an  die  Knrfürstin  fehlt  in  den  ns
erhaltenen  Briefen  aus  dem  December  1697;  aber  sie  schliesst  sich.  wenn  sie  wirklich
  erfolgt  ist.  an  den  Inhalt  jener  Schreiben  trefflich  an.

®  Das  Project  von  RABENER.  5.  oben  S.48.

*  Die  Knrfürstin  hatte  das  Pro-Mewmoria  Leinsizens  empfangen.  und  der  hier
gecebene  Befehl  ist  die  Frucht  desselben.