—.
312
Die ersten Schritte.
mit Ausnahme der schwersten Verbrechen überhaupt verbot. In Preußen hatte
ein Thomasius mit mächtigen Worten wider die Tortur geeifert, in Preußen
838
Schmidt
. Pr.
ig Friedrich II. in tte euhe
bg tre 1746 enistandenen
(1712— 1775) aul wn
27W7
Friei inert.
— nach einem Exemplar vom - 1743 im
Geh. an zu Berlin.
46 von e838
waren sie auf fruchtbaren Boden gefallen;
„sie schände“, so meinte Friedrich,
„christliche Völker und sei ebenso
unnütz wie grausam“. Und demgemäß
wurden auch die erst noch vorbehaltenen
Ausnahmen später ganz aufgehoben.
Desgleichen wurde die Uebung, kirchenrechtlich
verbotene Eheschließungen durch
Geldzahlungen zu ermöglichen, beseitigt,
und vorzüglich wurde der altpreußische
Grundsat der wahren religiösen Duldung
in maßgebender Weise erläutert. Jede
Religionsgemeinschaft, jede Uebung des
Gottesdienstes solle den Unterthanen
gestattet sein, wenn sie nur ehrliche
Menschen seien. „Selbst Moscheen"“,
sagte der König — allerdings wohl
mit gelinder Uebertreibung — wolle
er solchen bauen, oder, wie sein so oft
mißverstandenes berühmtes Wort von
der Freiheit der Gewissen vor staatlicher
Bevormundung lautet, „die Religionen
müssen alle toleriret werden, und muß
der Fiscal nur das Auge darauf haben,
daß keine der andern Abbruch thue;
denn hier muß ein jeder nach seiner
Faon selig werden.“ Und bezeichnend
für Friedrich wie für Friedrich Wilhelm
I. ist es, daß dies
Wort die Antwort auf eine
Eingabe ist, welche die von
Friedrich Wilhelm I. für
die Kinder seiner katholischen
Soldaten geschaffene
katholische Schule abzuschaffen
beantragt hatte.
och vor allem: In
jedem, was Friedrich thut,
ist er, wie sein Vater, ja
mehr noch als dieser, selbständig,
unabhängig von
jedem Rat. Wie glänzend
er den Hofhalt der Königin-Mutter,
der Königin Elisabeth,
seiner Gemahlin, und