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übrigen Kreisen den Betrag von mindestens 500 Mark an Grundsteuer entrichten,
beziehungsweise zu entrichten haben würden, wenn sie nach Maßgabe des Gesetzes
vom 21. Mai 1861 (Gesetz-Samml. S. 253) zur Grundsteuer veranlagt wären.
Der Provinzialvertretung bleibt überlassen, diesen Steuerbetrag für einzelne
Kreise auf den Betrag von 600 Mark zu erhöhen oder bis auf den Betrag von
300 Mark zu ermäßigen. Eine Abänderung der für die Kreise Hadersleben,
Apenrade und Sonderburg festgestellten Steuerbeträge durch die Provinzialvertretung
bedarf landesherrlicher Genehmigung.
Dem Wahlverbande der größeren ländlichen Grundbesitzer treten diejenigen
Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer hinzu) welche wegen ihrer auf dem platten
Lande innerhalb des Kreises betriebenen gewerblichen Unternehmungen in Klasse A I
der Gewerbesteuer mit dem Mittelsatze veranlagt sind (§. 14 Absatz 4).
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Bildung des Wahlverbandes der Landgemeinden.
Der Wahlverband der Landgemeinden umfaßt:
1) sämmtliche Landgemeinden des Kreises;
2) sämmtliche Besitzer selbständiger Güter mit Einschluß der juristischen
Personen) Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien,
welche nicht zu dem Verbande der größeren Grundbesitzer (§. 72) gehören;
3) diejenigen Gewerbetreibenden und Bergwerksbesitzer, welche wegen ihrer
auf dem platten Lande innerhalb des Kreises betriebenen gewerblichen
Unternehmungen in der Klasse A I unter dem Mittelsatze veranlagt sind.
In den Kreisen, in welchen der Wahlverband der größeren ländlichen
Grundbesitzer ausscheidet, treten Gewerbetreibende und Bergwerksbesitzer dem Wahl-
verbande der Landgemeinden nicht hinzu.
. 74.
Bildung des Wahlverbandes der Städte.
Der Wahlverband der Städte umfaßt die Stadtgemeinden des Kreises.
Zu den Stadtgemeinden (Städten) im Sinne dieses Gesetzes gehören auch die
Fleckensgemeinden.
S. 75.
Vertheilung der Kreistagsabgeordneten auf die einzelnen Wahlverbände.
Die nach §. 70 dieses Gesetzes jedem Kreise nach Maßgabe seiner Be-
völkerungsziffer zustehende Zahl von Kreistagsabgeordneten wird auf die drei Wahl-
verbände der größeren Grundbesitzer, der Landgemeinden und der Städte nach
folgenden Grundsätzen vertheilt:
1) die Zahl der städtischen Abgeordneten wird nach dem Verhältnisse der
städtischen und ländlichen Bevölkerung, wie dasselbe durch die letzte
allgemeine Volkszählung festgestellt worden ist, bestimmt. Die Jahl
Ges. Samml. 1888. (Nr. 9289.) 33