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Also neben der Strafe für den Hirten steht noch Strafe
für den Vieheigentümer, die sich aber beide insoferne wesentlich
scheiden, als letztere ein Verschulden des Eigentümers
nicht voraussetzt! Daneben wieder der Regreßvorbehalt,
der die Idee einer Civilverantwortlichkeit hereinspielen läßt.
Wesentlich anders lag aber der Sachverhalt im Jahre
1854, denn der bestehende Rechtszustand erfuhr durch die
Novelle vom 23. Mai 1846 eine fundamentale Umgestaltung,
die sich bis heute erhalten hat. Unter Weglassung einer
gesonderten Strafbestimmung gegen den Hirten bedroht
Art. 12 der Novelle denjenigen mit Strafe, der „rechtswidrig
Vieh im Walde hütet oder weiden läßt‘ und erklärt im
nächsten Satz diese Bestimmung auch auf diejenigen anwendbar,
deren Vieh ohne Hüter im Walde weidend getroffen
wird. In einem folgenden Art. 13 wird dann bestimmt,
daß die Bestimmungen des FStG. über Civilverantwortlichkeit
auch gegen die Viehbesitzer wegen der von ihren Hirten
oder Hütern mit dem denselben zur Hut anvertrauten Vieh
begangenen Weidefrevel Anwendung finden, vorbehaltlich
ihres etwaigen Rückgriffes gegen den Hirten oder Hüter.
Diese Neufassung, die gleichzeitig auch in den 1. Entwurf
des diesrh. FG. übergegangen ist, war seitens der Staatsregierung
von höchst lehrreichen Ausführungen begleitet,
deren Widergabe für das folgende wesentlich ist.
„Die Bestimmung des Art. 30 des FStG. vom Jahre
1831 sei nicht klar und die Begriffe von Frevlern und civilverantwortlichen
Personen seien nicht gehörig gesondert,
was Verwirrung veranlassen müsse. So wie die Fassung des
erwähnten Absatzes laute, würde der Besitzer des Viehes,
wenn er auch selbst sein Vieh nicht rechtswidrig im Walde
hütete oder weiden ließe, sondern dasselbe einem Hirten oder
Hüter anvertraut hätte, gleichwohl als Mitfrevler zu betrachten
sein und als solcher der Strafe unterliegen; allein
anerkannten Rechtsgrundsätzen zufolge könne nur derjenige,
welcher das Vieh im Walde rechtswidrig
hüteoder weidenlasse, als der eigentliche Frevler
betrachtet werden, also nur der Hirte oder Hüter, dem das
Vieh zur Hut anvertraut war! Der Eigentümer oder Besitzer
des Viehes erscheine hingegen nur als civilver-