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W 94 Nath-: Georg, Martyrer
Englaud in Nol!
Um ganz dessen bewußt zu werden, wie grausam
das Schicksal, allerdings nur gerechterweise,
England ale den Kriegsverlängerer mitgespielt
hal, muß man sich die Hoffnungen und Erwarlungen
vergegemwärtigen, die vor dieser deutschen
S#lchtigung durch die neue Offensive an der Westfront
die Engländer und ihre Bundesgenossen
aufrechterhalten haben. Heute sehen wir in England
das gleiche Schauspiel der Panik und Veruinung.
der Not und der Sorge, wie än lden
Frühherbstagen des Zahres 1914, aber heute
trifft diese Lage Eugland umso schwerer, weil
wuch dieses gewmissensrobnite Land und Volk
lente bei meilem nicht mehr so „iel an Merrenkraft
zuzusetzen bat, wie das vor saft dier Jahren
immer noch der Fall war.
England fuhlt den Grifsan seiner -
le! Sein feitländischer Besitz ist bedroht. Es sieht
mit Entsehen jetzt fhon die deutschen Geschütriesen.
von den flandrischen Häfen aus nach seiner
Iniel starren. Ein beftiger Widerstreit der Meinungen
ist in der englischen Ocffentlichkeit über
das, was man jetzt lun mub, Mibrannt. Die einen
rlädieren für den unverzüglichen Abtransport
der auf englischem Boden noch befindlichen arlen
Armee, die man bisber nicht über den Kanal
zu transportieren wagte. well man die (Furcht
roreiner deutschen Landung nicht los
werden konnte. Die andern hingegen wünschen
nerade aus Gründen der Angst vor einer deutichen
Invasion, daß diese englischen Truppen
inter keinen Umänden den Deutschen auf fran-*ß#
Boden auch noch ans Messer geliefert
v erden sollen. Der englische Rekrutierungsminivier
Geddes ist der Hauptverfechter dieser Meinung.
Er sprach es in einer Rede #nh#erd
Handelskammer ganz klar aus, daß man damit
rechnen musse, daß die Deutschen die franzosischen
Kanalhäfen einnehmen würden, dann aber brauebe
England eine gewaltige Armee, und diese
müßte kast durchweg von älteren Leuten gebildet
werden. Mit diesem Bangemachen vor einem
deutschen Einfall sucht man dem englischen Volke
die neuerdings erweiterte Wehrpflicht schmac
haft zu machen. Gerade in diesen Tagen jähren
il# die beftigen Ddebatten des englischen Parlaichls
gelegentlich der Einführung der allge
meinen Wehrpflicht in England. Schon
diese Vorlage bedeutele einen Bruch mit aller englischen
Tradilion, die siels darauf hinauolief,
andere Bölker für englische Interessen blulen
zu lassen. Dieses auf Grund der allgemeinen
Web#rpflicht aufgestellte sehr erhebliche und in
sriner Kampflkraft gewiß nicht zu unterschãtzende
englische Heer ist durch die deutschen (Schläge vor
Boriens und bei Armentieres bereits jetzt schon
derurt zusammengehämmert. daß England zu
einer Ausdehnung der allgemeinen Wehrpflicht
uber Altersgrenzen schreiten muß. die bei uns.
dem von England als Hort des „Militarismus““
lerschrieenen Lande uberhaupt niemals in Beiracht!
gezogen worden sind. Diese „.miilitaristische“"
Entwicklung Englands ist ja die bedeutsjamite
Erscheinung dieses Weltkrieges, welche weit
darüber hinaus haften bleiben wird. England.
welches zur Niederringung des preußischen „Militarismus“
den Krieg führen zu müssen vorgab.
hlat sich nun selbst einen Militarismus geschaffen.
wWie ihn lein Volk der besitzt. Es geht setzt
sogar daran, die Kraftreserven aus Irl andsich
nutzbar 1 machen und damit eine Frage aufmrollen,
der näher zutreten es sich seither mmer
scheute. Die Iren haben durchaus keine Lust
gczeigt. für ihre englischen Tyrannen auf fremden
Schlachtfeldern zu verbluten. Wie grof die englische
Not ist, zeigt sich darin, daß man unter dem
Orucke der Lage jetzt den Irländern Home
Nule, also eigene Verwaltung, zu geben verspricht
und damit einen Schritt ge wungenermaßen tut.
den man sich bis nach dem #Kriege vorbehalten zu
lönnen glaubte. Hier haben wir wieder ein Gei-V##,
wie die Wirkungen der deutschen Siege
nach allen Seiten hin ausstrahlen. Ohne die Leutschen
Wafsfenerfolge wäre den Völkern im Osten
die Erringung Ihrer Freiheit und Selbständigleit
nicht möglich geue wßen und hun sind es meue
deutsche Siege, wesche auch den von FEngland ge-
Rofenheimer Anzeiger
Der „Nosenheimer Amzeiger“ erscheint täglich nachmittage 4 Uhr emit Ausnahme der Sonn- Die einspaliige Periizelle im Anzeigenteil koltel 15 Plg., die Petllzelle im Reklamet#el 40 Pl.
Die Annahme von Anzelgen, Reblamen und Bellagen erlolgl durch die Annoncen-Expedit
HGaasenstein & Vogler, A.-S, Rosenhe##n. SRünchen, Nürnberg, Verlin, Breslau, Caßel uiw ·
Schluß der Anzeigen-Annahme 12 Uhr mitlags.
Amlliches Publikakions-Organ
Dienstag, 28. April 1918
Ein Monat deutsche Westoffenswe.
Schwere amerikanische Verluste östlich St. Mihiel. — Deutsche
Truppen auf dem Einmarsch in die Krim. — Gin neuer Sriebens-=schritt
dos Papsten? — Des Kalsers D##k für die Kriegsanleihe.
Rücktrittsgeriichte über Herri v. Kühlmann.
Englands Not ist grof. Seine Rechnung war
grundfalsch. Es nahm den Bleistift zur Hand,
rechnete sich aus wiemel Mann auf der einen und
der anderen Seite ständen und gab sich dann
dem Wahne hin, daß die Mehrheit natürlich
auch mehr verstände und mehr ausrichten könne.
Die unwägbaren ethischen Momente, die geistigen
und sittlichen Kräfte, die nur in einem echten
Volksbeere sich finden können, ließen die kühlen
Rechner auster Betracht, und daran scheitern sie!
Wie mag heute den Engländern das Wort Sir
Edward Greys aus den ersten Augusttagen 1914
in die Ohren klingen, daß England nicht wiel
mehr zu leiden haben werde, ob es sich umn um
Kriege beteilige oder nicht!
die Krieslage.
WTB. Großes Hauptquartier, des
. Amtlich. (Trahtb.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Kronprinz Nupprecht
und
Deutscher Rronprinz.
Auf den Schlachtfronten führten beiderseitige
Erkundungen zu Pestigeu Infameriegeschten.
Bei La Bassee, Lens und Albert vebhufte Feuerlämpfe.
Auch zwischen Avre und Oise war die Arbillerietätigleit
vielfach rege.
v. Gallwitz und Herzog Albrecht.
JZwischen Maas und Mosel griffen niedersäch
sische Batoillone Amerikaner in ihren Stellungen
bei Seideepren an. Sie stürmten den
Ort und stießen bis zu 2 Kilometer tief in die
seindlichen Linien vor. Schwächere Gegenjlöße
des Feindes wurden abgewiesen, starke Angriffeversuche
durch Niederhulten im Anmarsch und
in der Bereitstellung ertannter Truppen vereilell.
In der Nacht wurden dann unsere#lurm--truppen
nach Zerstörung der feindlichen Anlagen
in ihre Ausgangslinie mrückgenommen. Die blutigen
Verluste der Amerikaner sind außerordentlich
hoch. 183 Amerilaner, darunter 5 Offiziere
wmurden gefangen, 25 Maschinengewehre
erbeutet.
Nordwestlich von Merville (östlich von Pont
a Mousson) machten wir im Vorfeldkampf mit
Frangosen Gefangene.
Riktmeister Frhr. v. Richthofen errang an der
Spitze der bewährten Jagdstaffel 11 seinen 79.
und 380., Leutnant Buckler seinen 31. [Luftsieg.
Often.
Ukraine. Nach Ueberwindung seindlichen.
Widerstandes bei Pierekop-Kart Kasak haben
sich unsere Truppen den Weg in ddie Krim
eröffnet
Mage donische Front.
Nege Tätigkeit des Feindes westlich vom, Doiransee
und in der Strumaebene.
Der erste Generalauartiermeiseer
Ludend
Abendbericht.
WTB. Berlin, 21. 4., abends. Amtlich.
Drahtb.
Von den Kriasschanplaten nichts Neues.
H#a##che österreichissche Verict.
WITHB. Wien, 21. 4., mitlags. Amtlich wird
gemeldet: An der Südwestfront lebten an
vielen Stellen Artilleriekämpfe und Erkundungstätigkeit
erneut auf.
Hauptmann Brumowsky ean im Luftknechteten
Völlern des Westens Befreiung brin- l kampf zum 29. We den Si
gen.
Der Chef Generalltabs.
Bier Wochen deuischer Ofensive.
Am 21. April ist seit Beginn der deutschen Ofsensive
ein Monat verstrichen. In dieser Zeit
und ließen über 117000 Gefangene in
deutscher Hand. Die Geschützbeute übersteigt die
gewaltige Zahl von 1550. Die Zählung der
vielen Tausenden von Maschinengewehren inst
noch nicht abgeschlossen. Ueber 200 Tanks
mußte der Feind dem deutschen Angreifer überlassen.
Ein weiterer betrachtlicher Teil leiner
Panzerwagen wurde zerschossen.
Auf dem weiten Schlachtfeld zwischen Holleschen
in Gestaltunge zählter Munitions-,
Verpflegungs- und Bekleidungsde
pots mit unschätzbaren Beständen einen zwar
unfreiwilligen, aber unendlich wertvollen Kräflezuwmachs.
Auf der langen, ausgedehnten Kampfftont
wurden weit uber 100 Kilometer englischer Siellungen
meilenweit überrannt.
Die blutigen Verlusta der Englau-Mann
und haben sich mahrend des zweiten
großen deutschen Angriffes an der Lys ins lnugeheuere
gesteigerk. Hierzu kommen die
schweren Blutopfer der Portugiesen und vor
punkten de Kampfes in dichten Massen die
schwer bedrol,te brilische Lage wieder herstellen
muf#ten. Besonders beiderseits der Somme, an
der Avre, südlich der Oise. Ber Toucy le Khateau
und in Flandern ließen die Franzosen viele
Tausende liegen und wurden zu immer weilerem
Einsatz ihrer bisber zurückgehaltenen Reserven
und zum schleunigen Abtransport der
nach Italien abgegebenen Hilfsarmee gezwungen.
4
Die Engländer verloren während dieses einen
Monats nicht nur den ganzen Gewinn der halbjährigen
Sommeschlacht. und den Restteil ihres
dies zwei Drittel des in 16 Flandernschlachten
erlauften Naumgewinnes wieder hergeben.
Der Gesamtgeländeverlust beträgt viele tausend
Quadratlilometer. Die Hauptbahnverbindungen
der Entente in Frankreich mit den wichtigen
Bahnzentren Amiens, Doullens, St. Pol und
Hazebrouck liegen unter deutschem Feuer und sind
zum Teil ausgeschaltet.
a
31: Millionen Kriegsgefangene.
* Verlin, 20. 4. Bis zumn 1. März 1913
taachten die Mittelmachte im ganzen 3 450 00)
Gefangene. Diese Zahl uberschreitet die
Gesamtzahl der männl. Erwerbstatigen Schwedens.
Norwegens und Dänemarks um mehr
als eine halbe Million und übersteigt ein Fünflel
der männlichen Erwerbslätigen Deutschlands
ün Frieden. Die Mittelmächte gewannen damit
ein Arbeiterheer, das auf wichtigen Gebieten
der Volkswirtschaft wertvolle Dienste leistet
und einen großen Teil der zum Kriegsdienst einberufenen
eigenen Arbeitskräfte ersenzt. Mit der
Dauer des Krieges wächst dieses Arbeiterheer
und seine Anpassung an die wirtschaftlichen und
lechnischen Bedürfnisse der Mittelmächte. Brachte
doch die siegreiche Westschlacht Deutschland
in einen Monat einen Gefangenenzuwachs von
rund 125000 Mann.
Vor der Entscheine na im Weiten?
Lugano. 21. 4. Nach Mailänder Berichten
aus London herrscht in der englischen Oeffentlich-
allem der Franzosen, die überall an den Brenn-Rosenheimer
Tagblatt
erlitten die Englander, Portugiesen und Franzosen
eine schwere Niederlage nach der anderen
bele und der Oise leistete der Engländer den'Deut-
ont.: Adalbert 64. Jahr##nms#
keit die Ansicht, daß die Schlacht in e in
die Entscheidungskrise Wgetreien Lel.
der ##e ur see.
28000 Tonnen.
VWIITEB. Berlin, 20. 4. Wieder 23.000 Brꝛt.
to-Register-Tonnen versenkt. Hiervon hat das
Unterseeboot unter der bewährten Führung
des Kapitänleutnants Rose in zäher. fast zweitägiger
Verfolgung eines Nark gesicherten Geleilzuges
bei schwerem, die Tätigkeit des Bootes
behinderndem Wetter drei Dampfer mit zusammen
über 21 000 Br.-Reg- To, herausgeschosken.
.
Derchefdestdmltalfkabsdekwlnr.
—
DIesiteieessteItr.
Organisierung des Widerstandes
gegen die Dienstpflicht in Irland.
§ Amsterdam, 21. 4. In Dublin fand am
Donnerstag eine Beratung der nationalistischen
Unterhauemitglieder stan. Sie beschlossen in
IJrland zu verbleiben und den Widerstand
gegen die Dienstoflicht zu organisieren.
S—=KAumanen.
Thronverzicht des Königs
von Rurnänien?
Wien. 20. 4. Die Reichspoft“, eneldet, es
scheine. daß die dnnastische Frage in Rumänien
jetzt eine neue Entwicllung nehmen werde. Kö«
nig Ferdin and werde sich davon überzeugen,
daß sein Thronverzicht nicht mehr vermieden
werden kann. Auf Seite der Verbündeten
*½##5)
würdige man heute einmutig die Gründe, die
der betrugen bereits am 5. Auril über 500000
Exfolges bei Cambrai, sondern sie mußten über-
für einen solchen Entschlutz des Nonigs sprechen
wurden.
Die Ease Flln
Gefangenenaustau'sch mi: Rußland.
WIB. Berlin, 2 Der nach lbschluß der
Friedensverträge mit unseren öftlichen Cegnern
bebv#giebende Gefangenenauslausch lam, wie
lereits kürz#ich hervorgehoben wurde, nicht zur
sofortigen Rucklehr aller deutschen Kriegs- und
Zivilgefangenen fuliren, da die weiten Entfernungen
der Gefangenenlager und Verschickungsvlätze
Rußlands, sowie die durch den Krieg und
die inneren Unruhen volllommen gestörten Verkelrverhältnisse
dem entgegenilehen: umgekehrt
wird natürlich schon wegen der weitaus großeren
Zahl der in unseren Händen befindlichen Gefangenen
und wegen der Inanspruchnahme der
deutschen Verkehrsmittel durch den noch fortbestehenden
Kriegszustand mit unseren weitlichen
Gegnern der Abtranspo## dieser Gefangenen nur
sehr langsam vor sich gehben könmen und sich auf
geraume JZeit ausdehnen. Die Rufsen werden
sich hiermit ebenso abzufinden haben, wie unsere
Gefangenen, vor denen sie den Vorteil voraus
haben, in gesicherten Verbälinissen den Jeitpunkt
der Heimreise abwarten z konnen, falls sie micht
vorziehen, uberhaupt in — zu bleiten
Die Aussichlen des esullgem. Feiedens
Ein neuer Friedensschritt
des Papstes?
* Bern. 20. 4. Wie der . Secolo“ meldet.
sind zahlreiche italienische Kardinäle und
Bischofe zum Zweck einer besonderen Beraltung
in Rom eingetroffen.
Belisische Aundschan.
Hetzog Friedrich von Anhalt f.“
Dessau. 21. 1. Herzog Friedrich II. von
Anhalt ist auf Schloß Ballenstedt heute abend
lurz vor 7 Uhr verschieden.
Herzog Friedrich von Anhalt war am 19.
August 1859 als zweiter Sohn des Herzogs
Leopold Friedrich geboren. Da Erbprinz Leopold
vereits 1886 gestorben war, ohne männliche
Erben zu hinterlassen, solgte Prinz Friedrich seinein
Vater 1904 in der Regierung des Herzog=—
4
l