Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1897. (88)

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legene  Bahnstrecke  sich  im  Eigenthum  und  Betriebe  des  Großherzoglich  Oldenburgischen
  Staates  befindet.  Umgekehrt  wird,  falls  und  so  lange  nach  etwaigem
Ankaufe  des  Preußischen  Bahntheils  die  Königlich  Preußische  Regierung  den  Betrieb
  auf  letzterem  selbst  führt,  die  Großherzoglich  Oldenburgische  Regierung  auch
ihrerseits  den  Betrieb  der  in  Oldenburg  gelegenen  Bahnstrecke  an  einen  Privatunternehmer
  ohne  ausdrückliche  Zustimmung  der  Königlich  Preußischen  Regierung,
nicht  übertragen.
Artikel  12.

Für  den  Fall  der  Abtretung  des  Oldenburgischen  Eisenbahnbesitzes  an  das
Deutsche  Reich  soll  es  der  Großherzoglich  Oldenburgischen  Regierung  freistehen,
auch  die  aus  diesem  Vertrage  erworbenen  Rechte  und  Pflichten  auf  das  Reich
mit  zu  übertragen.  Im  Ubbrigen  wird  die  Großherzoglich  Oldenburgische
Regierung  ohne  Zustimmung  der  Königlich  Preußischen  Regierung  die  auf  deren
Gebiete  gelegene  Bahnstrecke  nicht  veräußern,  auch  ohne  vorgängige  Verständigung
mit  ihr  den  Betrieb  einem  Privatunternehmer  nicht  übertragen.

Artikel  13.

Der  gegenwärtige  Vertrag  erlischt,  wenn  nicht  innerhalb  einer  Frist  von
zwei  Jahren,  vom  Tage  der  Ratifikationsauswechselung  an  gerechnet,  mit  dem
Bau  der  Bahn  begonnen,  und  innerhalb  einer  weiteren  Frist  von  zwei  Jahren
die  Bahn  dem  öffentlichen  Verkehr  übergeben  werden  sollte.

Artikel  14.
Gegenwäriger  Vertrag  soll  beiderseits  zur  landesherrlichen  Genehmigung
vorgelegt  werden  und  die  Auswechselung  der  Ratifikations-Urkunden  thunlichst
bald  erfolgen.

Dessen  zu  Urkund  ist  gegenwärtiger  Vertrag  zweifach  ausgefertigt,  von
den  Bevollmächtigten  unterschrieben  und  besiegelt  worden.

So  geschehen  zu  Verlin,  den  4.  Mai  1896.
(L.  S.)  Pannenberg.  von  Mühlenfels.  Becker.

Der  vorstehende  Staatsvertrag  ist  ratifizirt  worden  und  die  Auswechselung
der  Ratifikations-Urkunden  hat  am  17.  Mai  1897  stattgefunden.

(Nr.  9902—9903.)