48
in den beiden Pariser Frieden Hardenberg Straßburg hat
fallen lassen.
Wenn Hardenberg im Sinne Steins und der wahren preußischen
Patrioten gehandelt hätte, so würde er das an Preußen
so anhängliche Ostfriesland nie haben fahren lassen. Es ist den
Zeitgenossen wohl kaum mehr erinnerlich, wie erbittert Stein über
diesen Streich war, der den Engländern so wohl gelungen ist.
Dagegen begreift jetzt wohl Jeder, daß wenn Preußen sich damals
der ostfriesischen Nordseeküste versichert hätte, es sich alle die
unendlichen Quälereien erspart haben würde, mit denen es seit
Gründung des Zollvereins zu kämpfen hatte, und daß der Zollverein
jetzt bis zur Nordsee ausgedehnt wäre, bis wohin ihn nicht
kommen zu lassen die Engländer mit eben so viel Entschlossenheit
als Erfolg kämpfen.
Wenn Hardenberg im Sinne Steins und der wahren Patrioten
seiner Zeit das versprochene Verfassungswerk gefördert
hätte, so würde der damalige allgemeine Enthusiasmus für
Preußen sich noch gesteigert haben, wogegen er durch das entgegengesetzte
System, welches Hardenberg einschlug, plötzlich erkalten,
in Mißtrauen, Groll und Antipathie umschlagen mußte. Wenn
der redlichste Wille, die besonnenste und wohlgesinnteste Politik
Preußens in neuerer Zeit der ungerechtesten Verunglimpfung und
dem ganzen Mißtrauen der Presse ausgesetzt ist, so trägt davon
nur jene ältere Politik die Schuld, von der man noch immer
glaubt, sie bestehe fort, obgleich die neue Regierung einen so
ganz andern und bessern Weg eingeschlagen hat.
An die Verfassungsfrage knüpft sich die Preßfrage. Wäre
die patriotische Presse nicht in Preußen gewaltsam unterdrückt
worden, so würde es ganz unmöglich gewesen seyn, daß an ihrer
Stelle eine wesentlich auf Haß des christlich-deutschen Elementes
gestellte und durch und durch von jüdischen und französischen Tendenzen
eingenommene Presse hätte aufkommen können. Ohne