1180.
328 3. Buch. 3. Kapitel.
dies alles sollte er den rechtmäßigen Besitzern zurückgeben, erst dann
befände er sich nicht mehr in einem Kampfe mit Gott und könnte
einen gegen den Kaiser wenigstens mit der Aussicht auf Dänemarks
Hülfe und damit auf Erfolg unternehmen. Daß Heinrich der Löwe
auf solche Bedingungen — wenn sie wirklich gestellt sein sollten —
nicht eingehen konnte, versteht sich von selbst, und die höhnische,
über die „glatzköpfigen“ Pfaffen spottende Antwort, welche ihn Saxo
dem Dänenkönige geben läßt, bezeichnet dies sehr treffend. Auch war
Heinrich ja noch nicht so hülflos, daß er wirklich hätte fürchten
müssen, durch das Bekanntwerden seiner Abweisung bei Waldemar
ernstlich gefährdet zu werden, so daß er sich vom Könige darüber
hätte Schweigen angeloben lassen, wie ebenfalls Saxo berichtet.))
Glücklicher schien Heinrich der Löwe bei seinem Schwiegervater
zu sein, den er als seinen natürlichen Bundesgenossen um Hülfe
anging. Allein freilich wollte Heinrich II. von England einen Krieg
gegen den Kaiser nicht unternehmen, doch zeigte er sich bereit dazu,
wenn er noch von anderen kräftigen Bundesgenossen unterstützt
würde. Er wandte sich an Philipp II. Augustus von Frankreich,
sowie an den mächtigen und kriegerischen Grafen Philipp von Flandern
und forderte sie auf, mit ihm verbündet die Waffen gegen
Friedrich I. zu ergreifen. Auch erklärten sich beide bereit, seinem
Verlangen zu willfahren. Doch zogen sie bald darauf ihre Zusage
zurück. Diese Umstimmung war namentlich das Werk des Grafen
Heinrich von Troyes, des Onkels Philipps II., bei dem er in hohem
Ansehen stand. Derselbe war dem Kaiser befreundet und nahm daher
ganz entschieden für diesen Partei: er stellte seinem Neffen vor,
daß der Kaiser ihm ja zur Feindschaft durchaus keinen Anlaß gegeben
hätte, denn weder ihm selbst noch seinem Vater hätte er je ein
Unrecht zugefügt; einen besonderen Nutzen könnte er sich von dem
Kampfe mit dem mächtigen Kaiser doch auch nicht versprechen.)
1) Saxo Gr. p. 930: . . . Tum missi ab eo praesidii simuletionom
Ilenricus, multa u se pontifieum bonis
beneflfeit nomino extorta confessus
(), quibus si sponte cederet, ultimac
Paupertati subiiceretur, corrasce
attonsacquc cerricis homines tanti a
se aestimari negabat, ut ultro opibus
carere plusque corum irae quam glorine
sune tribuere velit. Repulsae
tamen suac silentium ab ipso geri precatur,
ne in vulgus negatae opis sama
disscreretur. Sic rege dimisso proapud
milites, ne od Cacsarem delcerent
exhibebat, hac spe eorum animos
sirmare cupiens (I1). Die Erfindung
liegt zu deutlich in jedem Worte.
2) Sigeborti Co Aqui--einet.
1180. Mon. SS. n ## Philippus
rex Francorum et Plilippus
Ccomes Flandrensium ab Honrico rege
Anglorum ante Uenrici comitis reversionem
sollicitati, ut super Fredericum
imperatorem propter ducis Saxonie