Full text : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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dem  das  Interesse  dafür  verschwunden  seyn?  Abgeseben.
  hievon,  liegt  aber  sogar  vielleicht  in  jener  fruͤ-hen
  Zeit  der  Entstehung  dieser  Vortraͤge  wieder,  in
einer  gewissen  Beziehung,  ein  eigenthuͤmlicher  Vorzug.
In  jeder  wissenschaftlichen  Arbeit,  zumal  uͤber  politische
  Gegenstaͤnde,  spiegelt  sich,  fast  unbewußt,  die
Zeit  „  in  der  sie  entstand.  Sehmen.  wir  sie  nun  in
einer  späteren  Zeit  wieder  vor,  so  drängen  sich  von
selbst  Vergleichungen  der  Gegenwart  mit  der  Vergaugenheit
  auf,  wir  erhalten  einen  Maaßstab  der  Fortschritte
  sowohl,  als  der  etwaigen  Rückschritte,  welche
im  Zustande  unserer  politischen  Entwicklung  eingetreten
  sind;  dieselben  Einpfindungen  werden  sich  unser
bemächtigen,  aber  auch  derselbe  Nutzen  wird  uns  zugehen,
  wie  wenn  der  Einzelne  ein  vor  Jahren  gefuͤhrtes
  Tagebuch  wieder  zur  Hand  nimmt.  Wie
viele  Hoffnungen,  Vorsaͤtze  sind  unerfuͤllt  geblieben,
wie  viele  Lebenoplane  vernichtet,  wie  vieles  ist  aber
denn  doch  auch  wieder  besser  geworden!  Wie  muß
es  uns  nicht  —  um  dieß  auf  den  Inhalt  der  vorliegenden
  Schrift  naͤher  anzuwenden  —  freuen  „  wenn
wir  hier  z.  B.  lesen,  daß  es  in  Teutschland  zum
Verbrechen  gemacht  wurde,  landständische  Verhandlungen
  drucken  zu  lassen,  daß  die  Criminaljustiz  nicht
Zweig  der  Patrimonialjurisdiktion  seyn  sollte,  wenn
wir  sehen,  wie  es  der  Verf.  für  nöthig  findet,  die
Abscheulichkeit  des  Negerhaudels  erst  ausführlich  theoretisch
  darzuthun,  wenn  er  mit  Beispielen  des  Alterrhums
  und  Englands  zu  beweisen  sucht,  daß  die
Tortur  überflüssig  sey  u.  s.  w.  Wird  aber  auch