Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1898. (89)

Für  den  Fall,  daß  als  Betheiligte  im  Sinne  des  vorhergehenden  Absatzes
ausschließlich  zwei  oder  mehr  Gemeindeverbände  in  Betracht  kommen,  ist  vie  Bedingung
  der  unentgeltlichen  Hergabe  des  Grund  und  Bodens  (Litt.  A  Absatz  1
und  2)  bereits  dann  als  erfüllt  anzusehen,  wenn  jeder  der  Gemeindeverbände  sich
verpflichtet,  entweder  den  innerhalb  seines  Bezirks  erforderlichen  Grund  und  Boden
nach  Maßgabe  der  Bestimmungen  im  Absah  1  und  2  unentgeltlich  bereitzustellen,
oder  aber  nach  Maßgabe  des  Absatzes  3  diejenige  Summe  zu  zahlen,  die  der  Minister
der  öffentlichen  Arbeiten  nach  Abschluß  der  ausführlichen  Vorarbeiten  als  auf  den
einzelnen  Gemeindeverband  entfallenden  Theilbetrag  der  Pauschsumme  festsetzen
wird.  Diese  Bestinmmung  findet  auch  auf  diejenigen  Eisenbahnlinien  Anwendung,
für  deren  Herstellung  die  Mittel  durch  die  Geseye  vom  3.  Jumi  1896  (Gesetz-Samml.
  S.  100)  und  vom  8.  Juni  1897  (Gesetz  Samml.  S.  171)  bewilligt,
die  gesetzlichen  Vorbedingungen  aber  zur  Zeit  noch  nicht  erfüllt  sind.

B.  Zu  den  Grunderwerbskosten  für  nachbenannte  Eisenbahnen  soll  für  den
Fall,  daß  der  erforderliche  Grund  und  Boden  von  den  Betheiligten  in  natura
hergegeben  wird,  staatsseitig  ein  Zuschuß  gewährt  werden  und  zwar:  «-a)

  für  die  im  Preußischen  Staatsgebiete  belegene  Theilstrecke  der  Bahn

zu  Nr.  14  ECage-  Bielefelb)  von  ...  .  .  ..  .  .  ..  .  ..  237  000  Mark,

b)  für  die  Bahn  zu  Nr.  17  (Bergneustadt-Olpe)  von.  134  000

Ueber  die  Vertheilung  dieses  Zuschusses  unter  die  betheiligten  Gemeindeverbände
  entscheidet  auf  Anrufen  dieser  der  Minister  der  öffentlichen  Arbeiten,
nachdem  die  Bedingung  zu  4  erfüllt  ist  und  die  ausführlichen  Vorarbeiten
abgeschlossen  sind.  Diese  Bestimmung  findet  auch  auf  diejenigen  Fälle  Anwendung,
in  denen  das  Gesetz  vom  8.  Juni  1897  (Gesetz  Samml.  S.  171)  die  Gewährung
eines  Staatszuschusses  zu  den  Grunderwerbskosten  nachgelassen  hat.

C.  Die  Mitbenutzung  der  Chausseen  und  öffentlichen  Wege  ist.  soweit  dies
die  Aufsichtsbehörde  für  zulässig  erachtet,  seitens  der  daran  betbeiligten  Interessenten
unentgeltlich  und  ohne  besondere  Entschädigung  für  die  Dauer  des  Bestehens
und  Betriebes  der  Eisenbahnen  zu  gestatten.

D.  Für  die  unter  I  Litt.  a  Nr.  11  benannte,  zum  Theil  in  außerpreußischem
Staatsgebiet  belegene  Eisenbahn  von  Schleusingen  nach  Jlmenau  muß  außerdem
von  den  Betheiligten  —  für  die  außerhalb  Preußens  belegene  Theilstrecke  —  zu
den  Baukosten  ein  unverzinslicher,  nicht  rückzahlbarer  Zuschuß  von  200  000  Mark
geleistet  werden.

8.  2.
Die  Staatsregierung  wird  ermächtigt:
1)  tt  Deckung  der  zu  den  im  F.  1  unter  Nr.  I  und  II  vorgesehenen

auausführungen  und  Beschaffungen  erforderlichen  Mittel  von
75  025  000  Mark,

Seite  für  sich.