Brücken.
20 Brücken.
Hierbei ist die Verwendung von Steinschlag — dem vorteilhafteren
Bettungsstoff — von 32 auf 50% gestiegen. Die Gesamtmenge des zur
Erneuerung verwendeten Bettungsmaterials hat sich fast auf das Doppelte
erhöht.
Das Verfahren zur Durchtränkung der Holzschwellen gegen Fäulnis
ist weiter durchgebildet und vervollkommnet. Dadurch kommt neben dem
günstigen Einfluß, den die bessere Unterbettung auf die Lebensdauer einer
Schwelle ausübt, auch der aus der Tränkung mit Teeröl sich ergebende Vorteil
in höherem Maße zur Geltung.
Die Bauart der Weichen hat eine wertvolle Verbesserung dadurch erfahren,
daß lange, federnde Weichenzungen an Stelle der bisher üblichen, um
einen Drehstuhl beweglichen Zungen eingeführt worden sind. Damit ist
eine Stoßlücke in den Weichen beseitigt, die zu unruhiger Fahrt und schnellerem
Verschleiß Anlaß gab.
Zur Erprobung von brauchbar erscheinenden Neuerungen auf dem
Gebiete des Oberbaues ist in der Nähe von Oranienburg eine besondere
elektrisch betriebene Versuchsbahn eingerichtet worden.
In dem abgelaufenen Jahrzehnt ist eine stattliche Anzahl neuer großer
Brücken entstanden. Der Rhein, an dessen beiden Ufern sich ein stets
reicheres industrielles Leben und ein riesenhafter Verkehr entwickelt, nimmt
hierbei die erste Stelle ein. Es sind neue Eisenbahnübergänge geschaffen bei
Mainz über den Rhein und den Main, in der Ausführung begriffen bei
Cöln und Düsseldorf, in Vorbereitung bei Duisburg-Ruhrort.
Von hervorragender Bedeutung sind die Arbeiten bei Cöln, wo zwei
neue Brücken für je zwei Gleise nahezu vollendet sind und die alte zweigleisige
Eisenbahnbrücke nebst der angrenzenden Straßenbrücke durch neue,
stärkere und geräumigere Bauwerke ersetzt werden. Hierbei sind nicht nur
die eisernen Überbauten, sondern auch die sämtlichen Brückenpfeiler durch
neue ersetzt worden, was außergewöhnlich große Gründungsarbeiten erfordert
hat. Die alten Pfeiler waren zu kurz, um alle Brückenkörper aufzunehmen,
und eine bloße Verlängerung erschien bedenklich. Die Gesamtbreite des
Stromes wird nunmehr nicht mehr in vier, sondern nur noch in drei Offnungen
geteilt, deren mittelste die bedeutende Spannweite von fast 170 m
erhalten hat. Hierdurch wird zugleich die Schiffahrt wesentlich erleichtert.
An räumlicher Ausdehnung noch bedeutender ist die annähernd in der
Mitte zwischen Graudenz und Dirschau einen neuen wertvollen Übergang