wäre es Pflicht und Aufgabe des leitenden Staats—
mannes, des Reichskanzlers gewesen, bis zu einem ge—
wissen Grade unabhängig von den Plänen und Ansich—
ten der militärischen Führung, dauernd auf politische
Schritte zur Beendigung des Krieges zu sinnen, Füh—
ler auszustrecken, Verbindungen hinker den Kulissen
des Kampfes zu suchen und auszuwerten. Mochten die
Waffen noch so glänzende Augenblickserfolge bringen,
der weitschauende Politiker konnte und mußte diese wohl
als Tritte und Griffe für sein Vorwärtskommen nutzen,
er durfte sich aber nicht von ihnen blenden lassen. Er
durfte nicht der O. H. L. gegenüber den Skandpunkk einnehmen:
Macht ihr erst eure Arbeit zu Ende, nachher
komme ich an die Reihe, vorläufig ist für mich nichts
zu kun.
Ich möchke nichk ungerechk gegen den zweifellos guten
Willen unseres ersten Kriegskanzlers werden, und so
komme ich zu der Frage: War Herrn von Bekhmanns
Energie denn überhaupk noch fähig zu starkem Wollen
und starkem Wagen? Hakte er den furchtbaren Zusammenbruch
seiner England-Theorie und hakte er das Harakiri
seiner Reichskagserklärung vom 4. August 1914 als
leelisch inkakler Mann überlebt? Jedenfalls blieb unser
polikisches Schicksal weiker diesen in mißlungenen Unkernehmen
unsicher gewordenen Händen, diesen müde und
resignierend ausblickenden Augen anverkraut. — Urwergeßlich
stellt sich, wenn ich Bekhmann Hollwegs Energelik
suche, eine Episode vor mich hin, die mir ein Hamburger
Großreeder im Sommer 1975 mit aller Bürgschaft
für die Wahrhaftigkeik des Vorganges erzählke:
Ballin sei beim Reichskanzler gewesen und habe dem
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