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Dienst, den ich dem Könige leisten kann, ist es, wenn es mir gelingt, ihm den
Frieden zu erhalten.“ — So war es deun nicht der Genius Napoleons, der
Preußen zu Grunde richtete, sondern Preußen erlag durch seine eigene Schuld
und Schwäche. Es bedurfte nur cines äußeren Anstoßes, um die alte Waffeuherrlichkeit
Friedrichs des Großen zusammenbrechen zu machen.
Bei so viel Schwäche und Halbheit thut es wohl, einen Mann zu finden,
der noch den alten Preußeumut unentwegt in seiner Brust bewahrte, der über alles
Elend und alle Erbärmlichkeit um ihn her kühn das Haupt erhob und, im Vertrauen
auf seinen blanken Stahl, klar und sicher wußte, was er wollte. Ein solcher
war Prinz Louis Ferdinand von Preußen, der preußische Alkibiades.
Zu der Zeit, als die preußische Hauptmacht die Stellungen nördlich des
Thüringer Waldgebirges von Gotha und Erfurt über Weimar bis Jena und
bis zur Saale innehatte, der Fürst von Hohenlohe mit der Armec des linken
Flügels bei Rudolstadt, Orlamünde, Kahla und Jena, unmittelbar am linken
Ufer der Saale stand, war die ca. 8000 Mann starke Vorhut der letzteren
unter dem Generallieutenant Prinzen Louis Ferdinand über Rudolstadt bis
Saalfeld vorgeschoben. Das kleine Corps des Generals Grasen Tanentzien,
welches auf dem äußersten linken Flügel über Hof gegen Nürnberg und Amberg
vorgeschickt war, hatte sich vor der herandrängenden Ubermacht der Franzosen
am 8. Oktober auf Saalburg und nach einem kurzen, für die preußischen Truppen
nicht nurühmlichen Gefechte bis Schleiz zurückgezogen. Saalfeld war durch
seine Magazine von Bedeutung; auch schien es wichtig, zu einer Zeit, als nach
den Ansichten im Hohenloheschen Hauptquarticr die preußische Armce auf das
rechte Ufer der Saale übergeführt werden sollte, diesen Ubergangspunkt zu
halten. Der Prinz war daher entschlossen, auch nach dem Zurückweichen des
Tauentzienschen Corps, welches Befehl hatte, sich in die Gegend von Dresden
zu ziehen, den Posten von Saalfeld zu behaupten.
Der Prinz hatte seit dem 7. Oktober sein Quartier im Schlosse zu Rudolstadt,
wo er bei dem Fürsten Ludwig Friedrich und dessen Gemahlin, der Fürstin
Karoline, geborenen Prinzessin von Hessen-Homburg, die liebenswürdigste Aufnahme
fand. Am 9. Oktober abends fand im Schlosse ein kleiner Ball statt, bei
welchem die jüngeren Offiziere und Damen des Hofes sich belustigten. Der Prinz
soupierte mit den fürstlichen Herrschaften und einigen höheren Offizieren und begab
sich dann in die Gemächer der Fürstin, wo er sich am Klavier niederließ und phantasierte.
Sein Spiel war tiefernst, der Ausdruck eines bewegten Gemüts. Vielleicht
vertraute er den Tönen die düsteren Ahnungen, die sein Inneres durchzogen.
Das Tagebuch der Fürstin sagt über diesen Tag: — — „Nicht lange
danach trat der Prinz Louis Ferdinand in meine Stube, der Held der Helden
— es war eine hocherfreuliche und Vertrauen erweckende Erscheinung —, er
sprach sehr ernst und mit großer Erhebung von dem wichtigen Augenblick und
v. Köppen, Hohenzollern. 2. Aufl. .12