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es ganz in unsern Kräften siehe, durch Befolgung der Gebote
Jesu Christi ewig selig zu werden. Augustin, besonders beim
Polemisiren sehr zum Ueberspannen geneigt, schloß bei dem
Werk der Bekehrung und Begluͤckung der Menschen so sehr
alle Selbstthaͤtigkeit derselben aus, daß er alles auf einen unbedingten
Rathschluß Gottes gründete, und einige seiner Anhänger
in Afrika und Frankreich, giengen noch einen Schritt
weiter, und behaupteten, daß der. Mensch nicht nur zur Seligkeit
und Verdammung, sondern auch zu Tugend und Laster
praͤdestinirt sey.
So uͤbertriebene Saͤtze mußten nothwendig Widerspruch
finden, und die Occidentalische Kirche war in allzuhäufiger
Verbindung mit der Orientalischen, als daß sich nicht die
aufgeklärteren Begriffe der letztern auch der erstern, hätten
mittheilen sollen. Es erhob sich eine gewisse Partie, der das
mittlere Zeitalter den Namen Semipelagianer gab, die nicht
ganz alle unmittelbare Wirkung Gottes auf die Seele des
Menschen läugnete, aber sie nicht als unentbehrlich nothwendig,
sondern als Erleichterungsmittel für unsere Bekehrung
ansah. Der Hauptschauplatz dieser Streitigkeiten war Gallien,
Und vorzüglich Mönche waren es, welche den Semipelagianischen
Meinungen beitraten. Die Hölfe des Bischofs
von Rom entschied aber auch hier den Sieg der Augustininischen
Partie, und da einmal die Sache des Augusiin zur
Sache des Römischen Bischofs gemacht war, so verschaffte
das immer sieigende Ansehen des Rdmischen Bischofs auch
dem dogmatischen Credit des Augustin eine besiändige Fortdauer.
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Ueberdieß hatte die Gegenpartie keinen Schriftsteller, der
so feurig, und unerschoͤpflich, und so voll des lebhaftesten
Witzes gewesen waͤre, als er, und da die Welt von jeher auch